„Torturo“-Valley
December 28, 2024 in New Zealand ⋅ ☁️ 13 °C
Wir wachten relativ früh auf und gönnten uns zuerst einen Kaffee in der Sonne, dann ein gemütliches Frühstück, bevor wir losfuhren.
Wir fanden einen kleinen Creek, wo wir ein paar Fotos schossen, dann fuhren wir spasseshalber bis nach Milford Sound runter, wo es von Touristen nur so wimmelte. Nach einer Stunde hatten wir genug Leute gesehen und fuhren in Richtung unserer Wanderung. Erst hatte es keinen Parkplatz beim Start und so assen wir etwas weiter hinten ein Sandwich, bevor wir unser Glück nochmals versuchten.
Unser Plan ging auf und so wanderten wir am frühen Nachmittag los. Der Wanderweg führt durch einen wunderschönen Regenwald mit vielen Bächen, welche mit moosbewachsenen Steinen «dekoriert» sind. Leider hat die Schönheit dieses Waldes seine Tücken, 6km sind so nämlich sehr viel schwieriger zu wandern, als auf einem normalen Weg.
Es ging ständig auf und ab, über Wurzeln, Balanceakte über Baumstämme, die im Schlamm oder Wasser lagen.. Nach über 3h kamen wir endlich hinten an, tranken kurz etwas Wasser und wanderten dann zurück.
Anfangs ging es ziemlich gut voran, aber mit der Zeit machte mir meine wachsende Erschöpfung zu schaffen. Mein armer Fuss wurde ständig Opfer von Misstritten und tat mit jedem Schritt mehr weh. Die letzten 2-3km war mir nur noch zum Heulen zu mute. Ich stellte mir vor, wie fett angeschwollen mein Knöchel bereits ist und dachte.. ok, mach so schnell du kannst, falls die Schmerzen schlimmer werden, sind wir schon weiter, als wenn du langsam machst.
Es war keine schöne Wanderung mehr. Immer mehr Misstritte, Ausrutscher, soo viele Wurzeln, so viele Auf- und Abstiege über unwegsames Gelände.. Ich war kurz davor, meinen Frust mit Wutschreien in den Wald loswerden zu wollen. Irgendein Stock, der mich zum Stolpern brachte, warf ich wutentbrannt mit aller Kraft weit weg.. Ich war echt langsam verzweifelt und kaputt.
Irgendwann kamen wir doch endlich beim Auto an. Ich war selten so dankbar, diese ultimativ stark befahrene Strasse zu sehen, wie in diesem Moment.
Simi hielt an einem Punkt nochmals an und verabschiedete sich für gute 45min. Ich blieb im Auto und wollte meinen Fuss erholen. Stattdessen spielte ich mit einem Kea (Berg-Papagei) Katz und Maus. Er hoppelte mit seinen riesigen Krallen auf dem Dach rum unf versuchte unseren Camper zu fressen. Ich guckte zu den Dachfenstern raus und versuchte mit jensten Lauten und erst nett mit „go away kea“, dann etwas böser mit „fuck off you fucking kea“.. er liess erst von unserem Auto ab, als eine Inderfamilie ihm alle Aufmerksamkeit widmete.
Irgendwann kehrte Simi doch noch zurück und wir fuhren den langen weg zum Campground, wo wir spätabends noch Spaghetti Bolognese kochten und meine Welt wieder etwas froher wurde.Read more















