Werden wir es schaffen?
September 5, 2025 in Switzerland ⋅ ☀️ 19 °C
Ich weiss gar nicht, ob ich von unserer Autofreundschaft mit dem roten Mini mit dem „TUT“-Kennzeichnen schon erzählt habe. Wir parken seit einigen Jahren in Zürich immer im P6, 9. OG und stehen in der Regel immer in der Nähe des eben genannten Autos. Ein roter Mini mit TUT-Kennzeichen. Wir haben noch die den Besitzer des Autos gesehen, dennoch fühlen wir uns nach all der Zeit irgendwie verbunden. Wir haben schon überlegt, ob wir irgend einen netten Gruss bei diesem Auto lassen sollen, weil unsere Autos inzwischen ja irgendwie Freunde oder wenigstens gute Bekannte sein sollten. Ich denke, auch wenn die Person so hmm.. „menschenscheu“ (mir fällt kein anderes Wort ein, auch wenn es nicht nett klingt - wir können auch nett sein) ist wie wir beide.. sowas würde dieser Person sicherlich ein kleines Lächeln ins Gesicht zaubern.
Zurück zum Thema. Der Juli war ziemlich intensiv und wir haben uns immer wieder gesagt, sobald es ruhiger wird und die Sommerferien vorbei sind, wollen wir eine kurze Pause und irgendwo hingehen. Ich war für Ferien mit dem Camper irgendwo in Frankreich, Simönchen meinte, zu nahe an der Arbeit… Schlussendlich haben wir einen Flug nach Kanada sowie einen Camper in Whitehorse gebucht. Ok, auch das nehme ich. Kanada/Alaska und Camper - Freiheit pur :-)
Die Sommerferien gingen vorbei.. wir blieben weitere zwei Wochen, weil wir die zwei anderen nicht in einem Meer von Arbeit lassen wollten. Nach den Ferien gingen die Aufträge zurück und Simi versuchte wirklich mit allen Mitteln, den Flug umzubuchen, damit wir früher abhauen konnten - leider erfolglos.
Irgendwann gaben wir auf und es blieb beim 5. September, natürlich genau in dem Moment, als die Arbeit wieder zunahm, aber egal. Wir haben versucht, nett zu sein.. Konnte ja keiner ahnen, wann es wieder anstrengender würde..
Am Tag vor der Abreise war Petrus nett zu meinen Pflanzen. Ich konnte auf dem Balkon ein paar Gefässe postieren, damit ich meine „Finöggelis“ von Pflanzen in der Wohnung während den Ferien mit Regenwasser, anstelle von unserem enthärteten Salzwasser, füttern kann.
Die Nacht vor der Reise schlief ich nicht sooo gut.. Immer wieder erwachte ich und war beim Klingeln des Weckers nicht wirklich ausgeschlafen. Egal, im Flugzeug würde genügend Zeit bleiben. Wir liessen uns am Morgen alle Zeit der Welt, ehe wir uns auf den Weg nach Zürich machten. Ich hatte eh noch genügend zu tun mit dem letzten Abwasch und der Sicherstellung des Wohlbefinden meines Gartens des Schreckens (meine Namibia-Chillies blühen natürlich genau jetzt, wenn wir weg sind..).
Am Flughafen angekommen stellen wir zunächst fest
1. TUT ist nicht an seinem Platz, sondern weiter links
2. „UNSER“ Parkplatz ist von einem anderen Tesla besetzt - was für eine Frechheit!
Irgendwann sehen wir TUT jedoch auf der gegenüberliegenden Seite und parken aus Solidarität direkt nebenan.
Nach dem Einchecken machen wir es uns in der Lounge gemütlich, nachdem wir uns die letzten akzeptablen Platz ergattert hatten. Etwas ärgerlich ist - wir haben beide helle Hosen angezogen und auf dem Speiseplan steht Thaicurry —> Hallo Flecken!!
Auf wundersame Weise schaffen wir es, „unbefleckt“ durchs Essen zu kommen - eine Seltenheit :-P
Die Zeit in der Lounge verging rasch und wir mussten schon zum Gate. Auf dem Weg kam ein weiterer seelenerwärmender Moment. Vor dem D-Gate erfolgt eine Passkontrolle. Eigentlich hätte es dort ca. 8 automatische Kontrollen, aber natürlich waren diese mal wieder ALLE geschlossen. Wir zwei ärgerten uns kurz und dachten dann.. .was solls, wir haben eigentlich mehr als genug Zeit. Eine Minute später standen zwei Mitarbeiter vom Flughafen neben uns. Einer, nennen wir ihn „Walter Andreas Müller“, fluchte in einer Lautstärke über die Grenzbeamten. *Weisch, de hätte sie en automatischi Kontrolle, aber denn lön sie alles zue. Das sind eifach Arschlöcher, me chas nie anders säge!!!!“. Ich musste sooo lachen. Sowas kennt man von Schweizern gar nicht. Es war eine echte Aufheiterung. Ich glaube, von den Passagieren hat es kaum einen interessiert, dass man kurz in der Schlange warten musste aber der ältere Herr hat sich dermassen darüber echauffiert, es war köstlich, seine Flüche mitzuhören.
Beim Gate angekommen hatten wir gar nicht mehr so lange Zeit, bis wir einsteigen mussten mussten. Wir gönnten uns noch kurz ein Getränk bei der Startbar, ärgerten uns über einen mühsamen Schweizer, der sich über nichts und wieder nichts beschwerte und dann konnten wir schon einsteigen.
Der Flug war relativ kurzweilig und verlief ohne Turbulenzen. Glücklicherweise konnten wir beide nach dem leckeren Essen wenigstens kurz schlafen, ehe es erneut Essen gab und kurz darauf die Landung vorbereitet wurde.
In Vancouver angekommen rannten wir regelrecht aus dem Flugzeug und überholten so viele Personen wie möglich, um unter den ersten bei der Passkontrolle zu sein.
Dank dem wir per Zufall vor der Abreise die Einreiseapp heruntergeladen und die Einreisefragen im Vorfeld beantwortet hatten, ging die Kontrolle nicht länger, als wenn wir beispielsweise in Deutschland eingereist wären. Haben Sie den Zettel? Ja —> Willkommen in Kanada!
Beim Gepäckband mussten wir etwas länger warten, weil vor uns noch ein Flieger aus Frankfurt angekommen war. Wir überbrückten die Wartezeit, indem wir dem Border patrol Hund bei der Arbeit zusahen. Er gab bei mehreren Koffern zu verstehen, dass da was drin sein könnte, was illegal war.. Glücklicherweise wurden unsere für gut befunden, ich hätte allerdings auch nicht gewusst, was ich mitgenommen haben sollte, was nicht ok wäre.
Irgendwann hatten wir alles und eilten damit so schnell es hing zum Air North-Schalter, in der leisen Hoffnung, dass wir unseren Flug umbuchen können und nicht 8h am Flughafen warten müssen.Read more



