Werden wir es schaffen?
September 5, 2025 in Switzerland ⋅ ☀️ 19 °C
Ich weiss gar nicht, ob ich von unserer Autofreundschaft mit dem roten Mini mit dem „TUT“-Kennzeichnen schon erzählt habe. Wir parken seit einigen Jahren in Zürich immer im P6, 9. OG und stehen in der Regel immer in der Nähe des eben genannten Autos. Ein roter Mini mit TUT-Kennzeichen. Wir haben noch die den Besitzer des Autos gesehen, dennoch fühlen wir uns nach all der Zeit irgendwie verbunden. Wir haben schon überlegt, ob wir irgend einen netten Gruss bei diesem Auto lassen sollen, weil unsere Autos inzwischen ja irgendwie Freunde oder wenigstens gute Bekannte sein sollten. Ich denke, auch wenn die Person so hmm.. „menschenscheu“ (mir fällt kein anderes Wort ein, auch wenn es nicht nett klingt - wir können auch nett sein) ist wie wir beide.. sowas würde dieser Person sicherlich ein kleines Lächeln ins Gesicht zaubern.
Zurück zum Thema. Der Juli war ziemlich intensiv und wir haben uns immer wieder gesagt, sobald es ruhiger wird und die Sommerferien vorbei sind, wollen wir eine kurze Pause und irgendwo hingehen. Ich war für Ferien mit dem Camper irgendwo in Frankreich, Simönchen meinte, zu nahe an der Arbeit… Schlussendlich haben wir einen Flug nach Kanada sowie einen Camper in Whitehorse gebucht. Ok, auch das nehme ich. Kanada/Alaska und Camper - Freiheit pur :-)
Die Sommerferien gingen vorbei.. wir blieben weitere zwei Wochen, weil wir die zwei anderen nicht in einem Meer von Arbeit lassen wollten. Nach den Ferien gingen die Aufträge zurück und Simi versuchte wirklich mit allen Mitteln, den Flug umzubuchen, damit wir früher abhauen konnten - leider erfolglos.
Irgendwann gaben wir auf und es blieb beim 5. September, natürlich genau in dem Moment, als die Arbeit wieder zunahm, aber egal. Wir haben versucht, nett zu sein.. Konnte ja keiner ahnen, wann es wieder anstrengender würde..
Am Tag vor der Abreise war Petrus nett zu meinen Pflanzen. Ich konnte auf dem Balkon ein paar Gefässe postieren, damit ich meine „Finöggelis“ von Pflanzen in der Wohnung während den Ferien mit Regenwasser, anstelle von unserem enthärteten Salzwasser, füttern kann.
Die Nacht vor der Reise schlief ich nicht sooo gut.. Immer wieder erwachte ich und war beim Klingeln des Weckers nicht wirklich ausgeschlafen. Egal, im Flugzeug würde genügend Zeit bleiben. Wir liessen uns am Morgen alle Zeit der Welt, ehe wir uns auf den Weg nach Zürich machten. Ich hatte eh noch genügend zu tun mit dem letzten Abwasch und der Sicherstellung des Wohlbefinden meines Gartens des Schreckens (meine Namibia-Chillies blühen natürlich genau jetzt, wenn wir weg sind..).
Am Flughafen angekommen stellen wir zunächst fest
1. TUT ist nicht an seinem Platz, sondern weiter links
2. „UNSER“ Parkplatz ist von einem anderen Tesla besetzt - was für eine Frechheit!
Irgendwann sehen wir TUT jedoch auf der gegenüberliegenden Seite und parken aus Solidarität direkt nebenan.
Nach dem Einchecken machen wir es uns in der Lounge gemütlich, nachdem wir uns die letzten akzeptablen Platz ergattert hatten. Etwas ärgerlich ist - wir haben beide helle Hosen angezogen und auf dem Speiseplan steht Thaicurry —> Hallo Flecken!!
Auf wundersame Weise schaffen wir es, „unbefleckt“ durchs Essen zu kommen - eine Seltenheit :-P
Die Zeit in der Lounge verging rasch und wir mussten schon zum Gate. Auf dem Weg kam ein weiterer seelenerwärmender Moment. Vor dem D-Gate erfolgt eine Passkontrolle. Eigentlich hätte es dort ca. 8 automatische Kontrollen, aber natürlich waren diese mal wieder ALLE geschlossen. Wir zwei ärgerten uns kurz und dachten dann.. .was solls, wir haben eigentlich mehr als genug Zeit. Eine Minute später standen zwei Mitarbeiter vom Flughafen neben uns. Einer, nennen wir ihn „Walter Andreas Müller“, fluchte in einer Lautstärke über die Grenzbeamten. *Weisch, de hätte sie en automatischi Kontrolle, aber denn lön sie alles zue. Das sind eifach Arschlöcher, me chas nie anders säge!!!!“. Ich musste sooo lachen. Sowas kennt man von Schweizern gar nicht. Es war eine echte Aufheiterung. Ich glaube, von den Passagieren hat es kaum einen interessiert, dass man kurz in der Schlange warten musste aber der ältere Herr hat sich dermassen darüber echauffiert, es war köstlich, seine Flüche mitzuhören.
Beim Gate angekommen hatten wir gar nicht mehr so lange Zeit, bis wir einsteigen mussten mussten. Wir gönnten uns noch kurz ein Getränk bei der Startbar, ärgerten uns über einen mühsamen Schweizer, der sich über nichts und wieder nichts beschwerte und dann konnten wir schon einsteigen.
Der Flug war relativ kurzweilig und verlief ohne Turbulenzen. Glücklicherweise konnten wir beide nach dem leckeren Essen wenigstens kurz schlafen, ehe es erneut Essen gab und kurz darauf die Landung vorbereitet wurde.
In Vancouver angekommen rannten wir regelrecht aus dem Flugzeug und überholten so viele Personen wie möglich, um unter den ersten bei der Passkontrolle zu sein.
Dank dem wir per Zufall vor der Abreise die Einreiseapp heruntergeladen und die Einreisefragen im Vorfeld beantwortet hatten, ging die Kontrolle nicht länger, als wenn wir beispielsweise in Deutschland eingereist wären. Haben Sie den Zettel? Ja —> Willkommen in Kanada!
Beim Gepäckband mussten wir etwas länger warten, weil vor uns noch ein Flieger aus Frankfurt angekommen war. Wir überbrückten die Wartezeit, indem wir dem Border patrol Hund bei der Arbeit zusahen. Er gab bei mehreren Koffern zu verstehen, dass da was drin sein könnte, was illegal war.. Glücklicherweise wurden unsere für gut befunden, ich hätte allerdings auch nicht gewusst, was ich mitgenommen haben sollte, was nicht ok wäre.
Irgendwann hatten wir alles und eilten damit so schnell es hing zum Air North-Schalter, in der leisen Hoffnung, dass wir unseren Flug umbuchen können und nicht 8h am Flughafen warten müssen.Read more
Hallo Yukon :-D
September 5, 2025 in Canada ⋅ ☁️ 22 °C
Die Götter waren mit uns und wir hielten wenig später Tickets für den Flug in der Hand, der 45min später abheben würde. Ich mag, insbesondere bei Flügen keine superkurzfristigen Änderungen, da habe ich zu viele Filme gesehen. Als wir ins Flugzeug stiegen und feststellten, dass das Teil doch ziemlich in die Jahre gekommen war, wurde unser Gefühl nicht wirklich besser.
Der Flug verlief gut und wir landeten bereits gegen 19.00h in Whitehorse, wo wir nach einem kurzen, aber mühsamen Spaziergang unser Hotel erreichten, wo uns der Mitarbeiter glücklicherweise half, unser vieles Gepäck ins 1. OG zu bringen.
Im Hotel gab es eigentlich ein Restaurant, aber wir dachten, es wäre für die Bekämpfung des Jetlags nicht sehr schlau, zum früh im Bett zu sein. Also marschierten wir los und gingen Downtown irgendwo essen. Das Bier war gut, die Chicken Wings ebenso, die Burger hätten besser sein können.
Da es nach dem Essen noch immer hell war, beschlossen wir, auch den Rückweg zu fuss zu machen. Ich habe vergessen zu erwähnen, dass es unterwegs eine recht lange Treppe hatte. Ich glaube, an die 150 Tritte.. Viel Spass nach dem Essen… Gegen 22.00h kamen wir im Hotel an und ich fiel kurze Zeit unendlich müde ins Bett und schlief umgehend ein.Read more
Loggi-Bear lebt!!!
September 6, 2025 in Canada ⋅ ☁️ 16 °C
Wir haben es tatsächlich geschafft, bis zum Klingeln des Weckers zu schlafen —> YEAH :-)
Um 08.30h wurden wir von FraserWay, wo wir den Camper gebucht haben, abgeholt und zur Vermietungsstation gebracht. Wie auch beim letzten Mal arbeitete wieder ein Deutscher dort. Netter Saisonjob in so einer Gegend..
Die Anmietung dauerte verhältnismässig lange, weil vor uns bereits zwei Parteien an der Reihe waren. Irgendwann kamen wir dann doch noch dran und konnten unseren Truck-Camper in Empfang nehmen. Notiz für uns, das nächste Mal wieder einen normalen Truck-Camper wählen - Slide Out nimmt zu viel Platz weg.
Nach der Anmietung ging es erstmals zum Einkaufen, wo wir nach einer gefühlten Ewigkeit und 450 CAD ärmer den Laden wieder verliessen. Zum Glück hatten wir vom Vermieter einen 15%-Gutschein erhalten, damit haben wir dennoch ziemlich viel Geld gespart.
Nach dem Einkaufen gingen wir kurz was essen, gingen dann in einen zweiten Laden, in der Hoffnung, irgendwo an Wasser zu kommen und wurden glücklicherweise fündig.
Nun stellte sich die Frage, wo wir überhaupt hinfahren wollen. Wir haben die Ferien nicht wirklich gut geplant, weil sich ja sowieso immer alles 10x ändert. Wir entschieden uns, in Richtung Dawson zu fahren und irgendwo in der Nähe zu campen. Wir hatten die leise Hoffnung, unseren „Logo-Bear“, das herzige Holzscheit-Bärchen, welches wir letztes Jahr erschaffen hatten, zu finden.
Die Fahrt dauerte lange, aber die Landschaft war echt schön anzusehen. Die Blätter der meisten Bäume haben bereits strahlende Herbstfarben angenommen und leuchteten in den schönsten, Orange-und Gelbtönen. Wirklich beeindruckend. Uns war gar nicht bewusst, dass wir genau zur Indian-Summer-Season hier sein sollten. Herrliche Überraschung!
Am frühen Abend kamen wir beim Moose Creek Campground an. Wir wussten zunächst gar nicht mehr, welchen Platz wir letztes Mal hatten, bis ich die 10 gesehen habe. Meiner Logik nach musste es doch sicherlich dieser gewesen sein, da in meiner Teenie-Zeit mein Lieblings Hockeyspieler diese Nummer trug. Und TADAAA: Ich bin echt leicht zu hacken…
Ich war völlig aus dem Häuschen, als ich zwischen den Bäumen ein bekanntes Gesichtchen erblickte: LOGGY-Bear! Ich strahlte über beide Ohren und tanzte ums Auto rum, weil ich mich freute, wie ein kleines Kind. Manchmal braucht es nicht viel.. ;-)
Gemeinsam gingen Simi und ich hin und schossen ein Erinnerungsfoto mit unserem Loggi. Wer hätte gedacht, dass er ein Jahr später noch genau am selben Ort stehen würde. Wir dachten, er wäre sicherlich schon längst zu Feuerholz und entsprechend verbrannt geworden.
Nach dem freudigen Wiedersehen machten wir noch einen kurzen Spaziergang zum Fluss runter, weil ich dachte, dass man da vielleicht was Schönes sehen würde. Zig Eichhörnchen waren beschäftigt mit Tannzapfen-Futtern, aber ansonsten haben wir keine Tiere gesehen. Ich hatte gehofft, am Fluss unten auf einen Bären zu stossen. Naja, wenigstens hatten wir nun Hunger.
Zurück beim Campground machten wir ein Feuer und assen Knoblauchbrot, währenddem wir stillschweigend das schöne Feuerchen betrachteten. Gegessen haben wir schlussendlich im Camper, weil wir dachten, das die Glut zu wenig Hitze erzeugen würde, um Essen auf dem doch sehr hoch platzierte Gitter genügend erwärmen zu können. Schade, aber es schmeckte auch im Camper gut..Read more
Gewohnheitstiere
September 7, 2025 in Canada ⋅ ☁️ 12 °C
Ich war heute vor dem Wecker wach. F.O.M.O. (die Angst, etwas zu verpassen), wie man es offenbar so schön nennt, hielt mich vom Weiterschlafen ab.
Draussen rannten die Eichhörnchen schreiend herum und die Sonne sorgte für einen tollen Morgenhimmel. Ich zog mich an und ging nach draussen, aber mein F.O.M.O. scheint ansteckend zu sein, wenig später stand Simönchen bereits neben mir, weil er auch Angst hatte, etwas zu verpassen.
Ich engagierte ihn zum Kaffee machen, damit ich meinen Tagesbericht vom letzten Tag noch schreiben konnten. Von gestern hatten wir zudem noch zwei Pain au chocolat, die wir ebenfalls im Ofen warm machten.
Was für ein tolles Frühstück in der Natur :-)
Nach dem Frühstück entsorgten wir noch kurz den Abfall und fuhren dann in Richtung Tombstone, wo wir in den nächsten Tagen eine Wanderung machen wollen. Leider war das Wetter ziemlich verhangen und es regnete leicht, weshalb wir einfach mal weiter und immer weiter fuhren und hofften, dass wir auf dem Dempster Highway irgendwo ein tolles Plätzchen finden würden.
Die Landschaft war wiederum schön, aber wir fanden keinen geeigneten Fotoort und es war zudem kalt, insbesondere mit dem Wind, der durch alle Ritzen zog.
So fuhren wir eigentlich den ganzen Tag, nur um am Ende wieder fast am Anfang zu enden. Nämlich an dem exakten Platz, wo wir bereits letztes Jahr die Nacht verbracht hatten.
Wir machten einen kurzen Spaziergang, in der Hoffnung, auch dieses Jahr wieder einen Grizzlybär zu finden, aber leider sahen wir nichts, ausser ein paar hühnerähnlichen Vögel.
Wir beschlossen, unsere Checken Wings zu essen und auf einen tollen Sonnenuntergang zu hoffen. Grundsätzlich hätte die Gegend echt Fotopotenzial.Read more
Planänderung
September 8, 2025 in Canada ⋅ ☁️ 5 °C
Heute Morgen konnte ich gegen 06.30h nicht mehr schlafen. Ich schaute nach draussen und irgendwie sah der Himmel vielversprechend aus. Ich fragte Simi, ob er mitmachen will beim Sonnenaufgangs-Fotografieren, er wand sich noch etwas und ich drohte ihm, halt alleine zu gehen.
Irgendwann konnte er sich doch noch durchringen und stand ebenfalls auf. Ich ging schon mal nach draussen, wo ich ganz hibbelig wurde, weil der Himmel immer heller wurde und sich ein schönes Morgenrot bildete. Simi trödelte weiter, sodass ich irgendwann einfach losmarschierte, was er mir noch den ganzen Tag lang vorwerfen würde.
Am einen Platz, wo ich gestern schon ein schönes Handyfoto geschossen habe, stellte ich mein Stativ auf und machte ein paar Fotos. Ich glaube, es könnte vielleicht ein gutes dabei sein. Simi motzte nur rum und kritisierte, dass der Ort scheisse sei, blablabla, weshalb wir noch etwas weiter nach hinten gingen.
Leider fand ich an diesem Ort null Komposition und nun fing ich an zu meckern.. Dann fing es auch noch an zu regnen, was die Laune nicht gerade besserte.. irgendwann spazierten wir wieder zurück und versuchten, näher beim Camper noch einen guten Ort zu finden. Wir kämpften uns durchs Dickicht, aber wurden irgendwie nicht mehr fündig.
Nach einer Weile gaben wir auf und ich zauberte zum Frühstück leckere Crêpes mit Maple Sirup-Zucker (das war die kleinste Packung in der Zuckerabteilung). Ich muss sagen, dieser Zucker schmeckt gut, zumindest etwas spannender als normaler.
Nach dem Frühstück fuhren wir zum Visitorcenter, in der Hoffnung, dass der dortige Wetterbericht etwas anderes aussagte, als die dicken Regentropfen draussen. Leider gab es kaum Hoffnung auf eine Besserung.
Wir beschlossen, nach Dawson zu fahren und bereits heute den Top of the world Highway zu machen. Unterwegs sahen wir endlich ein paar Elche, aber der Verkehr hinderte uns leider am Anhalten und Simi war sowieso mehr oder weniger durchgefahren und bremste viel zu spät ab.
Kurz vor Dawson tankten wir und besorgten uns sicherheitshalber einen Kanister AdBlue, damit wir nicht irgendwo im Nirgendwo stecken bleiben, weil es nunmal in Alaska sowas nicht gibt. Ob dem so ist, wissen wir nicht, aber ich habe echt keine Lust, es rauszufinden.
In Dawson ging das Gewohnheitstier mit uns durch und so besorgten wir uns, wie beim letzten Mal, eine Pizza bzw. gleich zwei (hungrige Äuglein..) und assen diese wenig später im Camper.
Wir meldeten uns zudem bei Heli-Mark, welchen wir in den Ferien noch in seiner Lodge besuchen wollen. Leider ist die Wettervorhersage für seinen Ort echt schlecht und so beschlossen wir, den Besuch um eine Woche zu vertagen.
Von Dawson her mussten wir die wohl kürzeste Fähre der Welt nehmen, welche uns mit unserem Camper sicher über den Yukon River führte, wo der Top of the World Highway begann.
Die Aussicht ist schier endlos auf diesem Weg und es war wesentlich weniger abenteuerlich, als wir es vom ersten Mal in Erinnerung hatten. Die Herbstfarben unterwegs waren echt Wahnsinn! Leider ist die Strasse so elend lange, dass man die Aussicht irgendwann doch mal satt hat und einfach nur froh ist, wenn es durch ist.
Ungefähr in der Mitte befindet sich die Grenze zwischen Kanada und Amerika. Wir mussten zwar noch zum Zöllner rein und unsere Fingerabdrücke geben, aber es verlief alles problemlos, sodass wir wenig später unsere Fahrt fortsetzen konnten.
Eigentlich war der Plan, dass wir die Tage bis Heli-Mark in Mc Carthy verbringen, doch wir warfen die Pläne irgendwo im Nirgendwo über den Haufen und beschlossen, stattdessen in den Norden zu fahren, wo wir im Februar 2024 schon mal waren, aber wegen der zugefrorenen Scheiben rein gar nichts von der Landschafts gesehen hatten (wir waren natürlich nur Passagiere im Auto ;-P).
In Tok holten wir uns einen guten Vorrat an Alaskan Beer, welches es, bis auf eine Sorte, die wir nicht mögen, ausschliesslich in den USA zu kaufen gibt und welches wir regelmässig in die Schweiz mitbringen, wenn wir es irgendwo finden.
Nach dem Einkauf ging es nochmals etwa 2h weiter, bis wir zu einer Art Campground an einem Fluss kamen und beschlossen, die Nacht da zu verbringen. Offenbar ist der Platz sogar kostenlos, die WCs sind echt super sauber (wie gesagt, der Platz ist gratis, da habe ich alles andere als sauber erwartet) und die Aussicht auf die Berge ist auch toll.
Wir parkten unseren Camper und gingen runter zum Fluss, wo wir unsere Drohnen steigen liessen und ich mit dem Telezoom noch ein paar Fotos machte. Was für eine schöne Aussicht!Read more
Thank god for 4x4
September 9, 2025 in the United States ⋅ ☁️ 8 °C
Als ich heute Morgen aufgewacht bin, hatte ich keine Ahnung, was mich heute noch erwarten würde..
Zunächst wusste ich nicht, ob ich nun aufstehen und auf einen tollen Sonnenaufgang hoffen sollte. Es war jedoch so kalt im Camper, dass ich mich einfach nicht aus dem Bett quälen konnte. Irgendwann stand ich doch auf, machte Kaffee und heizte das Wasser auf, damit wir endlich mal duschen können.
Nach dem Frühstück fuhren wir rasch los in Richtung Fairbanks, wo wir nochmals tanken und einkaufen wollten, bevor wir den Dalton Highway in Angriff nehmen würden. Nach dem Einkaufen wollten wir noch kurz eine Pizza essen, jedoch dauerte es eine Ewigkeit, bis diese fertig war, weshalb auch immer. Sie hatten weder viele Gäste, noch Take Aways..
Nach dem Essen dumpten wir an irgendeiner abgelegenen Tankstelle, füllten unser Gas und Tank auf und los gings. Bis der Dalton Highway anfing dauerte es eine gefühlte Ewigkeit und die Strecke war ziemlich langweilig. Irgendwann fing er doch noch an und war auch nicht sonderlich spannend. Wir hatten im Kopf, dass diese Strasse ziemlich schwierig zu fahren ist (man kennt sie aus Icefield Truckers oder wie das heisst), aber sie schien völlig in Ordnung zu sein.
HA, das dachten WIR anfangs. Es kamen uns immer wieder völlig verdreckte Fahrzeuge entgegen und wir wussten nicht, weshalb. Alles war trocken und schön zu fahren. Doch plötzlich änderten sich die Strassenverhältnisse schlagartig. Aus ein paar kleinen Schlaglöchern wurden „Grand Canyons“, gepaart mit welligen Bereichen, doch dann kam das Schlimmste: MATSCH!
Mein Gesichtsausdruck wurde laufend finsterer und ich verfluchte uns, dass wir uns für diese Strasse entschieden hatten. Es war matschig, rutschig und die Strasse hatte tiefe Matschfurchen. Man sollte vielleicht noch erwähnen, dass es aktuell trockenes Wetter war und für die nächsten 2 Tage Dauerregen angekündigt war. Hätten wir gewusst, wie sich die Strassenverhältnisse entwickeln würden, wir wären wohl nicht dorthin gefahren. Irgendwann sass ich nur noch mit den Händen vor den Augen auf dem Beifahrersitz und überlegte mir, ein kurzes Stossgebet in Richtung Himmel zu richten.
Ach ja, die Strasse hat echt steile Passagen! Ich weiss nicht, wie all die Trucks das schaffen. Irgendwo hatten wir Glück und wir konnten neben einem steckengebliebenen Truck vorbeifahren. Hätte es in dem Moment Gegenverkehr gehabt und wir hätten anhalten müssen - wir wären definitiv steckengeblieben!
Irgendwann kamen wir zum Arctic Circle, wo wir natürlich vor dem Schild posieren mussten. Leider wurden wir noch eine Weile aufgehalten von australischen Seniorinnen, welche ihre Freude an unserem dreckigen Camper hatten und ihn unbedingt fotografieren wollten. Wenigstens hatte ich so genügend Zeit, um festzustellen, dass sich eine Befestigung von diesen Stelzen am Camper gelöst hatte und nach unten gerutscht war. Wenn er irgendwann den Boden erreicht hätte, hätte es den Camping-Aufsatz vermutlich kaputtgemacht.. Gekonnt drehten wir das Bein zurück und fuhren irgendwann endlich weiter.
Nach weiteren bangen ca. 60min bzw. ca. 9.5h seit Start kamen wir endlich beim Campingplatz an. Er ist ganz in der Nähe von Coldfoot, wo wir auf einer Fototour im Februar 2024 schon mal waren. Auch dieser Ort ist bekannt aus dieser Truckersendung.
Der Campingplatz war zum Glück beinahe leer und wir konnten aus zig Plätzen aussuchen, welchen wir wollen. Nun müssen wir nur noch hoffen, dass das Wetter, entgegen ALLER Wettervorhersagen nicht zu 100% scheisse sein wird in den nächsten zwei Tagen.
Ach ja, unser Auto ist ja so lustig. Kaum bogen wir in den Campground ab: „AdBlue nachfüllen in 800km“ Zum Glück waren wir vorausschauend und haben das Mittel bereits besorgt. Hier hinten im Nirgendwo könnte es schwierig oder nur äusserst teuer zu besorgen sein und 800km-Limite sind für uns AdBlue-technisch ausser Reichweite.. wirklich nervig ist: in Dawson zeigte das Auto um die 3’200km Restreichweite und wir sind noch keine 2‘000km gefahren seither. Vermutlich war das 4x4-Fahre nicht wirklich förderlich..Read more
Ein (Katzen-)Leben weniger
September 9, 2025 in the United States ⋅ 🌧 8 °C
Eigentlich wollte ich nicht davon berichten, aber diese vor Dummheit strotzende Geschichte gehört leider zu diesen Ferien..
Mitten in der Nacht wurden wir von einem lauten Gepiepe aus dem Schlaf gerissen. Dieser Scheiss-Feuer- oder Gasalarm wieder, dachten wir. Wir hatten in den vielen Campingjahren schon sooo oft Fehlalarme gehabt wegen unserem Kochverhalten oder schon nur wegen einem Fürzchen.. Man nimmt es kaum mehr ernst.
Diesmal war es wirklich ernst! Es war der CO2-Alarm! Irgendwann fanden wir, nachdem wir das Gepiepe auf stumm geschalten hatten, die Ursache raus. Der Gas-Backofen war noch immer am Laufen! Scheisse, wie kann man nur so unendlich blöd sein?!? Wir hatten am Abend Fleisch im Ofen gemacht und vermutlich wurde ich aus irgendwelchen Gründen abgelenkt und in diesem Ofen sieht man nicht sofort, ob der Ofen noch an ist oder nicht. Das hätte im schlimmsten Fall wohl tödlich enden können, was für ein peinlicher und wirklich unnötiger Tod das gewesen wäre.
Zu meiner Verteidigung, ich bin bereits beim Essen fast eingeschlafen. Dennoch, dümmer gehts nicht, ich weiss.
Wir rissen die Fenster und die Türe auf, um Luft ins Auto zu bringen. Keine Ahnung, wie lange man warten muss, bis die Luft wieder rein ist. Nach einer Weile gingen wir zurück ins Bett, machten jedoch, trotz Regenfall das Seitenfenster sowie die Dachluke auf, damit sicherlich genügend Sauerstoff vorhanden ist.
Nach einer Weile konnten wir wieder einschlafen, wenn auch mit einem komischen Gefühl. Was, wenn noch immer eine zu hohe CO2-Konzentration im Raum war und wir nicht mehr aufwachen würden?!?
Glücklicherweise erwachten wir beide morgens wieder und ich musste mir, zurecht, den ganzen Tag lang derbe Sprüche anhören, dass ich uns beide umbringen wollte. Naja, das habe ich wohl verdient und ja, DER Fehler wird mir hoffentlich nicht mehr passieren.
Zum Frühstück machte ich als verzweifelten Wiedergutmachungs-Versuch nochmals Crêpes, welche nach diesem „Nahtoderlebnis“ umso besser schmeckten. Nach dem Frühstück fuhren wir weiter gen Norden, bis wir umdrehen mussten, um in Coldfoot teuer zu tanken (1 Gallone = 7.50 USD, normalerweise sind es ca. 4 USD). 230 USD tun schon weh..
Wir nutzten die Pause für ein Mittagessen sowie das Auffüllen des AdBlue und fuhren dann nochmals zurück in Richtung Norden. Unterwegs hielten wir immer wieder an und machten Fotos. Es gab tolle, mystische Stimmungen. Der Nebel schmiegte sich sanft um die Berge und die Bäume, nur der Himmel war mit seiner weissen Farbe ziemlich langweilig.
Wir fuhren bis knapp vor den berühmt-berüchtigten Pass und kehrten dann um, um diesmal nicht erst gegen 21.00h im Camping anzukommen. Eigentlich war das Ziel der nächste Campground, aber die Wetter- und Strassenverhältnisse hielten uns, neben dem Zeitmangel, vom Weiterfahren ab.
Unterwegs sahen wir ein anderes, sehr langsames Auto. Simi sprach kurz mit ihnen und sie teilten uns mit, dass der Dalton-Highway aktuell vermutlich gesperrt oder nur unter äusserst widrigen Bedingungen zu fahren sei an einer Stelle. Wir nehmen an, es ging um den Bereich, wo auch wir gestern nur knapp nicht stecken geblieben sind (was wohl aus den Australiern geworden ist??). Wir sind gespannt, wann die Passage wieder befahrbar ist. Unser Plan wäre eigentlich, am Freitag von hier wegzufahren in Richtung Heli-Mark. Wir werden sehen, ob das möglich ist. Grundsätzlich vertrauen wir darauf, dass die dutzenden Lastwagen-Transportunternehmen ein sehr grosses Interesse daran haben, dass ihre Fahrer problemlos ans Ziel in Prudhoe-Bay oder zurück nach Fairbanks kommen und deshalb alles daran setzen, die Strasse wieder befahrbar zu machen. Wir sind gespannt und werden wohl am Freitag die LKW-Fahrer in Coldfoot fragen, ob sie was gehört haben von ihren Kollegen bzw. uns was über die aktuellen Strassenverhältnisse berichten können. Internet oder Handy-Empfang gibt es hier ja nirgends..
Gegen 19.00h erreichten wir den Campground von letzter Nacht und bereiteten gleich eine Vorspeise zu, weil wir vom lauter Nichtstun ausser Fahren schon wieder hungrig waren. Simi kochte anschliessend das Znacht und wir ahnten schon früh, dass sich der Rauch-/CO2-Alarm demnächst melden würde. Wir machten immer wieder die Türe auf, aber irgendwann erwischte uns der Melder doch und ging ohrenbetäubend los. Ok, er funktioniert also weiterhin.. Es sind einfach keine normalen Camperferien, wenn der Melder nicht mindestens 1x losgeht 😛😅Read more
Ungenaue Wettervorhersage
September 11, 2025 in the United States ⋅ 🌧 3 °C
Als wir heute aufwachten, hörten wir bereits den Regen aufs Dach prasseln. Ein Blick nach draussen nahm uns jede Hoffnung auf wetterliche Besserung. Wir entschieden deshalb, gemütlich zu frühstücken, spielten dann noch etwas Gitarre (jep, selbst ich fühlte mich genötigt, da nichts Besseres zu tun) und hofften, dass das Wetter sich doch noch von einer freundlicheren Seite zeigen würde.
Irgendwann fuhren wir doch noch los und versuchten nochmals unser Glück, bis zum Pass zu kommen. Simi tuckerte die Strasse ab, weil wir alle Zeit der Welt hatten und weil es ausserordentlich wenig Verkehr hatte. Vermutlich haben sie die Strasse inzwischen wirklich geschlossen, weil sie nunmal unpassierbar ist.
Verzweifelt suchten wir nach irgendwelchen Tieren oder einer schönen Fotosituation. Fotos schossen wir einige, es gab wiederum ein paar gute Momente, Tiere können wir genauer aufzählen: 2 Enten, 2 Perlhühner (oder sowas in der Art), 2 Falken und ein paar Raben. That’s it. Keine Elche, keine Bären, nichts Spannendes, so gut wir auch überall hinschauten..
Mittags machten wir irgendwo Halt und assen Sandwiches. Der Himmel klarte etwas auf, bzw. es regnete nicht mehr und Simi liess die seine Drohne steigen. Ich glaube, er hat ein paar echt gute Orte gefunden, wo man eindrückliche Bergszenerien sieht. Ich bin gespannt auf das Endresultat.
Wir fuhren noch etwas weiter in Richtung Pass, aber kehrten irgendwann dann doch wieder um, weil sich das Wetter erneut verschlechterte und es daher keinen Sinn mehr machte, weiterzufahren, nur um am Ende noch weiter hinten stecken zu bleiben. Zudem verbrennt unser Motor im 4x4-Modus seeeehr viel Diesel. Vermutlich wären wir nur noch sehr knapp zurück bis zur nächsten Tankstelle gekommen.
Gegen Abend parkten wir an einer Stelle, welche wir heute beim Vorbeifahren als einen geeigneten Übernachtungsort markiert hatten. Vor dem Essen unternahmen wir nochmals einen letzten verzweifelten Versuch, Tiere oder einen schönen Ort zu finden, um zu fotografieren, aber leider hörte es, entgegen der Vorhersage vom Satphone, nicht mehr auf zu regnen. Nach einer Weile drehten wir leicht enttäuscht um und fuhren zurück zum Parkplatz.
Notiz an uns: Herausfinden, wie das Unternehmen heisst, welches in Ice Road Truckers mitmacht. Ich denke Coleville, Simi meint Carlile oder sowas in der Art. Wir finden es leider erst raus, sobald wir wieder Internet haben.Read more
9.75h-Fahrt und eine Treppe weniger
September 12, 2025 in the United States ⋅ ☁️ 4 °C
Heute stellten wir den Wecker auf 06.00h, weil die Wettervorhersage eigentlich vielversprechend klang. Als der Wecker klingelte, hörten wir leider erneut den Regen aufs Dach prasseln und auch der Blick nach draussen war niederschmetternd. Noch tiefere Wolken als die letzten zwei Tage.
Wir stellten den Wecker nochmals für 07.00h, leider mit dem selben Resultat. Gegen 07.30h stand ich endlich auf, nachdem ich mich durchringen konnte, das warme Bettchen zu verlassen. Die Nacht war echt kalt gewesen und mir graute es vor noch mehr Kälte.
Währenddem wir frühstückten gab es einzelne Aufhellungen, welche Hoffnung in uns weckte, dass es noch besser würde. Offenbar hatte es in der Nacht noch geschneit, denn die Hügel, welche wir ab und zu um uns sahen, hatten alle ein weisses Fläumchen, was toll aussah. Als wir losfuhren, klarte es auf einer Seite zu sehr auf, sodass der Himmel blau war, auf der anderen Seite hielt sich die Nebelsuppe und wir hatten kaum Fotomaterial. Ab und zu hielten wir an, aber meine Gedanken drehten sich um die mühsame Passage kurz nach dem Arctic Circle, welche ich nur noch durchhaben wollte.
In Coldfoot tankten wir nochmals und wollten eigentlich noch fragen, wie die Strassenverhältnisse aktuell sind, aber irgendwie vergassen wir den letzten Punkt am Ende doch.
Beim Losfahren kündigte unser GPS im Auto plötzlich eine Strassensperrung an, was uns etwas nervös machte. Dennoch fuhren wir weiter, weil Heli-Mark uns gestern noch mitgeteilt hatte, dass auf der 511-Seite, welche die Strassenverhältnisse aufführt, die grösste Gefahr in den Schlaglöchern sah. Etwas stutzig wurden wir, als uns die längste Zeit über kein Fahrzeug entgegenkam und auch keines hinter uns fuhr. Mist, wir hätten wohl fragen sollen! Irgendwann kam doch noch ein Lastwagen, dann einige Minuten später noch ein, zwei Autos. Ok, die Strasse musste wohl doch offen sein. Irgendwann kamen wir zum Punkt gemäss GPS und stellten fest, dass der angekündigte Bereich definitiv offen ist.
Kurz vor der WIRKLICH mühsamen Passage hielten wir nochmals kurz an, ich stellte hinten noch den Kühlschrank um, weil wir gestern versucht hatten, Batterie zu sparen (die ist leider in keinem guten Zustand mehr) und auf Gas gestellt hatten.
Daaaann ging es los. Es wurde matschiger und rutschiger und irgendwann kam der uns in schlechter Erinnerung gebliebene Hügel. Auf keinen Fall dürften wir anhalten, bis wir oben sind! Mit letzter Kraft schaffte es unser Fahrzeug mit 4x4 und Offroad-Modus bis nach oben. Beim nächsten Parkplatz hielten wir an, um uns eine Pizza zu backen. Beim Aussteigen stellten wir fest, dass wir unterwegs einen Teil der Einstiegstreppe verloren hatten. Ich kann mich beim besten Willen nicht erinnern, ob ich die Treppe eingeklappt habe oder nicht, vor dem Losfahren. Als wir die Türe zum Wohnbereich öffneten, lag alles mögliche am Boden. Der Gitterrost vom Gasher, eine Pfanne und diverse Tupperware, welche allesamt im geschlossenen Küchenschrank gelagert waren. Die Müslischalen hatten sogar den Weg AUS einem Tupperware gefunden und lagen ca. 50cm weiter rechts. Also.. ich denke, die Möglichkeit besteht, dass die Treppe sich selbständig gemacht hat. Aber bei meinen geistigen Umnachtungen die letzten Tage kann es wie gesagt sein, dass ich die Treppe vergessen habe. Wir werden es nie erfahren.
Zurück zur Pizza. Wir hatten in einem Laden „frischen“ Teig gekauft, welcher uns nun zum Verhängnis wurde, weil die Pizza einfach nicht fertig werden wollten und wir eigentlich nicht so lange Pause machen wollten. Irgendwann war sie doch noch essessfertig und wirklich lecker.
Die Fahrt ging weiter und dauerte noch bis ca. 21.00h, sodass wir erneut eine 9h-Fahrt hatten. Ok, in Fairbanks haben wir noch getankt und Wasser aufgefüllt (Wikicamps USA ist echt nicht aktuell..). Nun sitzen wir irgendwo auf einem Campingplatz, ich glaube, neben einem See. Leider sieht man in der Dunkelheit genau gar nichts davon. Ach ja, wer in die USA geht —> Visa mitnehmen! Mastercard geht bei ihren Automaten bei den Goverment-Campingplätzen nach wie vor nicht. Ich bin gespannt, ob mir nun schon wieder die Karte gesperrt wird wegen diesem blöden Automaten.Read more
Wiedersehen mit Heli-Mark
September 13, 2025 in the United States ⋅ ☁️ 5 °C
Auch heute war das Wetter wieder ziemlich trüb, aber wir hatten sowieso nur zum Ziel, bis zu Heli-Mark zu fahren und unterwegs ab und zu anzuhalten, um ein paar Fotos zu schiessen.
Nach der Verzweigung Delta Junction erreichten wir eine wunderschöne Gegend. Steile Fels-/Erdwände und prachtvolle Herbstfarben. Ab und zu war das Panorama gepaart mit Blick auf schöne Flussgletscher - toll! All diese hatten wir das letzte Mal verpasst, weil zum Einen die Fensterscheiben im Auto total zugeeist waren und es dunkel war, als wir da vorbeigefahren sind.
Ca. 1.5h vor Heli-Marks Lodge kamen wir nochmals bei einem richtig tollen Gletscher vorbei, wo Simi seine Drohne steigen liess und ich ein paar Zoom-Fotos schoss, weil ich mich mit meiner Mavic Mini nicht so weit weg traute. Ich bin gespannt auf seine Fotos.
Währenddem ich am Warten war, stellte ich fest, dass wir erneut was verloren hatten. Diesmal den Schlauch für das Abwasser. Offenbar hatte sich der Deckel gelöst und das Rohr konnte rausfallen. Ich möchte festhalten, dass wir den Deckel definitiv zugedreht hatten. Er war aber von Anfang an nie bombenfest, ausser heute Morgen, als wir ihn kaum wegbekommen hatten, weil das komplette Auto so dermassen voller trockenem Schlamm ist.
In Glennallen hielten wir für einen Espresso, kauften uns nochmals 2 Kanister AdBlue, weil das Auto schon wieder am Meckern ist und Nachschub will. In einem Hardware-Store fanden wir auch einen Ersatzschlauch fürs Auto, damit wir wenigstens den nicht teuer bezahlen müssen, weil wir ihn verloren haben.
Von Glennallen aus, dauerte es noch ca. 1h, bis wir bei Heli-Mark in seiner tollen Sheep Mountain Lodge ankamen. Er hatte sich für ca. 18.30h angekündigt, wodurch wir noch etwas warten mussten, bis er mit seinem Heli vor uns landete.
Ach ja, fast hätte ich eine witzige Geschichte vergessen. Wir hatten in Glennallen vergessen etwas einzukaufen und sahen unterwegs „Grocerie-Store“ angeschrieben, weshalb wir anhielten. Der Ort war etwas merkwürdig mit den kaputten Autos und der riesigen Trump-Flagge. Als wir in den Laden kamen, dachten wir zunächst, da sässe eine Puppe. Es war aber wohl der Inhaber des heruntergekommenen Ladens, der auf seinem Stuhl sass und schlief. Wir sahen uns an, stahlen uns so leise wie möglich wieder aus dem Laden raus und wären, wenn es mit unserem Vehikel möglich gewesen wäre, vermulich mit quietschenden Reifen davongedüst. Ich musste über die Situation lachen, als wir wieder in „Sicherheit“ waren.
Zurück zur Sheep Mountain Lodge.
Als Heli-Mark ankam, sassen wir wenig später schon dick eingepackt im Heli, die Türen wurden natürlich auch entfernt, damit wir besser fotografieren konnten. Wir schossen Fotos mit der Kamera und unseren Drohnen und fühlten uns alle zurück nach Patagonien versetzt, wo wir uns das letzte Mal gesehen hatten.
Auf dem Rückflug sahen wir aus der Luft dutzende Elche, welche in diesem Gebiet wohnen. Endlich mal ein bisschen Wildlife :-)
Zurück bei der Lodge assen wir im Restaurant und genossen den von uns mitgebrachten Casillero del Diablo. Diesen Wein hatten wir in Patagonien immer getrunken und wir dachten, es sei ein witziges Mitbringsel, um die „alten Bad Table“-Zeiten nochmals aufleben zu lassen.
Heli-Mark schien den Abend trotz einem echt langen Arbeitstag ebenfalls zu geniessen und so blieben wir bis ca. 23.00h sitzen, quatschten und lachten über alles Mögliche.Read more
What a wonderful world
September 14, 2025 in the United States ⋅ ⛅ 3 °C
Gegen 09.00h morgens hatten wir uns mit Mark verabredet für einen zweiten Rundflug. Das Wetter war fast etwas zu gut, aber die Landschaft mit all den Gletschern war toll. Wir landeten u.a. bei hunderten, riesigen Gletscherteilen, die rumlagen, weil sich irgendwann der See entleert hat. Die zweite Landung erfolgte oberhalb eines Gletschers im Schnee. Wunderschön! Nur meine Füsschen, die ich dummerweise in nicht wasserfeste Wanderschuhe gesteckt habe waren anschliessend tiefgefroren.
Gegen 11.00h kamen wir zurück zur Lodge, weil Mark auch mal noch richtig arbeiten musste. Wir verabschiedeten uns vorerst und verabredeten uns für 17.00h.
In der Zwischenzeit fuhren wir zum sogenannten Lion Head, wo wir hinaufwanderten. Da wollten wir eigentlich schon vor Jahren hin, aber damals hätte man noch irgendwo anrufen und um Erlaubnis bitten müssen, weshalb wir von der Wanderung abgesehen hatten. Heute war es nun also doch endlich soweit und wir standen ca. 45min später oben auf dem Gipfel mit Dutzenden anderen Leuten. Die Aussicht auf den Matanuska-Gletscher war fantastisch. Ein toller Flussgletscher, ähnlich wie der Aletschgletscher, einfach mit interessanteren Bergen im Hintergrund.
Gegen 16.00h waren wir zurück bei der Lodge, wo wir die uns angebotene Dusche freudig in Anspruch nahmen, dann AdBlue nachfüllten und darauf warteten, dass es 17.00h wurde. Mark musste übrigens in der Zwischenzeit, neben anderen Flügen, gleich 5(!) Mal Heliflüge zu blauen Pools machen mit seinen Gästen. Der arme Kerl hat gar nie Zeit, um Pause zu machen oder mal zu essen. Kein Wunder ist er so schlank, ohne, dass er Sport machen muss..
Um 17.00h ging es noch eine Weile, bis wir alle uns wieder gefunden hatten. Mark wartete drinnen auf uns, wir draussen beim Heli auf ihn.
Irgendwann flogen wir doch los. Wir landeten zuerst bei einem Tal mit Fluss und Berg, wo es tonnenweise Heidelbeeren gibt und wir damit rechneten, demnächst einen pelzigen, schwarzen Freund neben uns zu haben. Unterwegs hatten wir nämlich schon mehrere Schwarzbären gesehen. Die Szenerie war echt schön. Sehr farbig, Bollywoodfreunde hätten ihre wahre Freude daran.
Der nächste Stop war noch farbenprächtiger, mit Blick auf den Flussgletscher und einen Berg. Überall war es rot, gelb, orange.. Sehr schön!
Irgendwann mussten wir uns auf den Rückweg machen. Die Sonne senkte sich langsam am Horizont und überall beleuchteten die Strahlen die wunderschöne Landschaft unter uns. Es war zauberhaft schön! Mark wollte unbedingt auch Fotos schiessen uns so landeten wir ganz in der Nähe seiner Lodge nochmals auf einem Hügel, damit er auch mitmachen konnte.
Ich konnte mich gar nicht entscheiden, ob ich mit der Drohne oder weiterhin mit der Kamera Fotos schiessen sollte. Am Ende machte ich beides gleichzeitig. Es sah soooo supertoll aus! Einer der schönsten Sonnenuntergänge, die ich je gesehen habe!
Als die Sonne langsam weg war, flogen wir zurück zur Lodge, wo wir ein letztes Mal zusammen zu Abend gegessen haben. Es wurde erneut ein echt lustiger Abend, von dem keiner wollte, dass es zu Ende ging. Wir schmiedeten bereits Pläne, für ein Wiedersehen mit dem gesamten Bad-Table. Wer weiss, ob es jemals stattfinden wird, aber es würde bestimmt legendär werden.
Simi und ich hatten den ganzen Abend über beide etwas Angst, weil wir noch die Heli-Flüge zahlen mussten und nicht wussten, was uns erwartete. Sagen wir es so, es war mehr als human! Mark deckte uns noch mit Souvenirs (Bierglas, T-shirts, Stickers) ein, bevor wir uns für heute vorerst verabschiedeten.
Als wir aus der Lodge rausgingen, sahen wir zu unserer Überraschung helle Streifen am Himmel: NORDLICHTER! Ich wurde ganz aufgeregt, auch wenn sie nicht wirklich stark waren. Ich wollte trotzdem endlich mal wieder ein Nordlicht-Foto schiessen, auch wenn es weder stark sichtbar war noch gab es einen guten Vordergrund. Egal. Die Aurora wurde stärker und die Lichter tanzten für uns am Himmel. Niemals so stark, wie damals in Norwegen, aber sehr deutlich von Auge sichtbar. Unsere Kameras brachten die Lichter auf den Fotos zum Leuchten und trotz fehlendem Vordergrund sieht es ziemlich gut aus.
Was für ein Tag und was für ein toller Abschluss von unserem Besuch bei Mark. Wir sind beide mehr als glücklich darüber, dass wir den langen Umweg auf uns genommen haben.Read more
Campy sauber, wir von Kopf-Fuss dreckig
September 16, 2025 in the United States ⋅ ☁️ 12 °C
Beim Erwachen beschlossen wir, statt direkt in Richtung Tok, nochmals in Richtung Delta Junction zu fahren, weil die Gegend bei der Hinfahrt so schön war. Die Pflanzen leuchteten immer noch in den schönsten Herbstfarben und man sah diesmal sogar die Berge.
Leider führt die Strasse durch Übungsgebiete des Militärs, weshalb wir keine Möglichkeit hatten, irgendwo die Drohnen steigen zu lassen, ohne vermutlich in den Knast zu kommen. Bei einem Campingplatz hielten wir kurz an, weil wir in Erwägung zogen, dort zu übernachten, weil meine App versprochen hatte, dass die Aussicht fantastisch sei.
Wir parkten irgendwo und liefen ein Stück weit dem Fluss entlang, aber leider war die Aussicht weniger phänomenal als versprochen. Stattdessen sahen wir auf der Strasse einen Militärkonvoi vorbeifahren, welcher irgendwelche Kanonen oder irgendwelche sehr gefährlich aussehende, riesige, automatischen Waffen irgendwohin transportierten. Es sah etwas erschreckend aus und wir fragten uns, ob wir womöglich irgendwelche News verpasst hatten..
Da uns der Campingplatz nicht wirklich zusagte, fuhren wir noch etwas weiter und endeten schlussendlich in Delta Junction, wo wir das schöne Wetter nutzten, um endlich den Dreck von unserem Camper zu waschen.
Leichter gesagt als getan, bei diesem immensen Dreck. Irgendwie bekamen wir den Camper nach ca. 1h abspritzen einigermassen sauber. Wir sahen am Ende aus, als wäre jemand mit dem Auto durch eine grosse Schlammpfütze gefahren und hätte uns damit vollgespritzt. Toll, wenn man so noch einkaufen gehen muss.
Wir beschlossen, auf einem Campingplatz im Ort zu bleiben, weil Simi den Vorverkauf für ein Konzert nicht verpassen wollte, welche morgens um 06.00h stattfinden würde. Ausserhalb der Ortschaft wäre der Internetempfang leider nicht vorhanden gewesen..
Wir kauften uns noch Brennholz, damit wir bei diesem tollen Wetter endlich mal wieder draussen sitzen konnten. Es wurde ein toller Abend. Wir haben von Vorspeise bis Ende der Glut vor dem Grill gesessen und die Zeit genossen. Vermutlich war es der letzte schöne Abend, weshalb wir umso mehr versuchten, solange wie möglich draussen bleiben zu können.Read more
Ewige Fahrt back to Canada
September 18, 2025 in Canada ⋅ ☁️ 7 °C
Heute Morgen um 05.55h klingelte der Wecker, weil Simi seine Tickets kaufen wollte. Er meckerte, dass ich nicht pünktlich um 06.00h parat war, aber ja.. ohne Kontaktlinsen, wäre es mir zu mühsam gewesen. Hätte er halt den Wecker etwas früher stellen müssen.
Er wollte für Freitag und Samstag Tickets haben und schaffte es relativ schnell und ohne grosse Warteschlange, Tickets zu besorgen. Als ich mich für Samstag einloggte, hatte ich 2’100 Personen vor mir. Erneutes Gemeckere von Simönchen..
Schlussendlich schaffte ich es, Tickets wesentlich weiter vorne zu besorgen, als er es gemacht hatte, nur weil ich etwas mehr Geduld hatte und hoffte, dass nochmals welche frei werden würden.
Nach dieser Ticketaktion schliefen wir noch etwas weiter, bevor wir dann frühstückten.
Gegen 10.00h fuhren wir schlussendlich weg vom Campingplatz und in Richtung Kanada. Die Fahrt dauerte eine gefühlte Ewigkeit, der Grenzübertritt ging zum Glück relativ schnell. Wir hatten etwas Bammel, weil uns in den Sinn kam, dass wir noch Bananen dabei hatten. Bei der letzten Ausfahrt vor der Grenze machten wir deshalb einen Halt und stopften uns die 3 Bananen rein, damit wir sie nicht schmuggeln mussten.
An der Grenze interessierte es den Herrn dann reichlich wenig, was wir an Esswaren dabei hatten. Seine wichtigsten Fragen begrenzten sich auf Waffen, Fleisch und Trophäen vom Jagen, Haustiere und Cannabis, was wir natürlich alles nicht mit dabei hatten.
Nach der Grenze fuhren wir noch weiter bis zum Kluane Lake, wo wir das letzte Mal so viele Bären gesehen hatten. Diesmal blieben wir jedoch erfolglos. Etwas niederschmetternd, da wir eigentlich die nächsten Tage da verbringen wollten.
Wo wir uns die nächsten Tage noch rumtreiben werden, wissen nun nur noch die Götter..Read more
800km mehr auf dem Tacho..
September 18, 2025 in Canada ⋅ ☁️ 10 °C
Wir hatten unseren Wecker extra früher gestellt, damit wir frühzeitig losfahren und Ausschau nach Bären halten konnten, weil sie beim letzten Mal morgens sehr aktiv waren. Leider hatten wir trotz Ehrenrunde kein Glück und entschlossen, weiterzufahren, wohin wussten wir nicht genau.
Unterwegs entschieden wir, nach Carcross zu fahren, weil ich auf Google ein einigermassen gutes Foto von einem wüstenähnlichen Ort mit verschneiten Bergen gesehen hatte. Kurz nach Mittag kamen wir an. Der Ort war grundsätzlich herzig, aber sehr touristisch.
Wir waren hungrig und landeten in einem kleinen Restaurant, wo Simi sich Chicken Fingers und ich ein mit Arctic Char belegtes Brot (unabsichtlich mit Pommes) bestellte. Die Portion war gigantisch, aber es war leider sehr lecker.
Nach dem Essen standen wir erneut vor einem Fragezeichen, wohin es als nächstes gehen sollte. Wir fanden eine Strasse, welche interessant klang und fuhren spontan dahin. Vorgängig holten wir sicherheitshalber NOCHMALS einen Kanister AdBlue, da die Anzeige schon wieder kurz vor dem Meckern war. Es war diesmal nicht das „Original“, weil es nichts anderes gab. Zum Glück hatten wir noch den Trichter von den anderen Kanistern und konnten diesen befestigen, als der andere nichts anderes tat als überall rauszutropfen. Als wir fertig waren, wollte ich den Deckel wieder aufschrauben und war etwas verärgert über den blöden Kanister. Ich sagte zu Simi „Gib mir noch den Deckel von dem Arschloch“. Er war ziemlich perplex, weil er meine Aussage falsch verstanden hatte und sagte „Hier, Schnepfe!“. Ich musste sooo lachen, als mir bewusst wurde, dass wir uns ziemlich missverstanden hatte. Was ein Komma ausmachen kann.. Ich erklärte dann, dass meine Aussage kein Komma vor dem „Arschloch“ hatte :-P
Da die von uns auserkorene Strasse keine Tankstelle haben würde, wollten wir an der Tankstelle vor der Strasse tanken (Ja, wir hätten auch vorher tanken können, aber Simi wollte keine Zeit mehr verlieren). Leider stellte sich raus, dass diese geschlossen war. Klar hatten wir noch einen halben Tank und wären mit ca. 150km wieder rausgekommen, aber wer weiss, wo die nächste offene Tankstelle war? Wir fuhren dennoch rein, kehrten aber nach wenigen Kilometern um, weil die Strasse durch einen dichten Wald führte und immer schmaler wurde. Nach all den verlorenen Sachen und allfälligen Beschädigungen, wollten wir nicht noch mehr Schäden durch Äste riskieren.
Nachdem wir wieder auf der normalen Strasse waren fuhren wir weiter und weiter und weiter. Um uns rum nur farbige Wälder, was an sich schön war, aber schlussendlich doch eintönig (jaaa.. jammern auf hohem Niveau…). Abends gab es tolle Wolken am Himmel und der richtige Vorder- und Hintergrund hätte ein tolles Bild ergeben, nur leider fanden wir nirgendwo eine Ausfahrt, wo wir hätten halten und Fotos schiessen können. Es war echt frustrierend.
Gegen 20.00h kamen wir endlich auf einem Campingplatz an. Gemäss einer Zeitung hätte dieser eigentlich leer sein sollen, aber wir fanden nur mit viel Glück noch ein Plätzchen. Ich wollte aus Frust wenigstens noch ein Feuer machen, aber das zur Verfügung gestellte Holz musste noch gehackt werden, was bei der Festigkeit dieses Holzes leider ein Ding der Unmöglichkeit war und wir uns geschlagen geben mussten. Simi ist inzwischen eigentlich geübt, aber hat es nicht geschafft, ich probiere es lieber nicht mehr, nachdem ich mir am ersten Tag beinahe das Bein abgehackt hätte. Äxte und ich sind und werden keine Freunde.Read more
World famous for bliblablu
September 19, 2025 in Canada ⋅ ☁️ 8 °C
Hui, der Campground gestern war… hätte man kein Campfeuer machen dürfen (wir haben schlussendlich keins gemacht) und hätte der Platz nicht nur 20CAD gekostet, hätte man meinen können, man sei in der Schweiz..
Wir sind um ca. 20.00h angekommen und es war TOTENSTILLE, bzw. man hörte nichts als Geschnarcht von überall her.. Du meine Güte.. Ein Wunder ist niemand gekommen und hat sich über uns beschwert.. Thank God we’re in Canada..!
Wenigstens waren die Camper frühmorgens bereits verschwunden, was die WC-Situation wesentlich entschärft hat. Wir hatten schon Angst, dass man ewig warten muss, weil der Campground so voll war. Aber der frühe Vogel fängt den Wurm, scheint hier Gebot Nr. 1 zu sein..
Wir genehmigten uns am Morgen Kaffee und eine Dusche und fuhren gegen 09.30h endlich los in Richtung Watson Lake. Das Wetter war nicht wirklich gut, aber man hat auf der Fahrt nicht viel gesehen. In Watson Lake angekommen haben wir nur kurz getankt. Wir fanden den wohl einsamsten Tankwart von ganz Kanada. Jedenfalls haben wir getankt und als wir zahlen wollten, stand er Mutterseelenallein in seinem wirklich sehr leeren, aber dennoch grossen Laden. Mit leer meine ich, es sieht aus, als wäre man am Zügeln und auch dies wäre in den letzten Zügen.. Er tat uns fast ein bisschen leid. Wir werden bestimmt auf der Rückfahrt nochmals dort tanken.
Um auch noch mit ein bisschen Wissen um mich zu werfen. Ich glaube, Watson Lake ist, mal abgesehen seines Daseins als Wegpunkt in Richtung südlicheres Kanada, wohl dafür bekannt für irgendeinen Schilderwald. Keine Ahnung, was das genau soll, aber es war vor Ort und es stand etwas im Sinne von „World famous Bliblablu…“ und dann kam dieser Schilderwald.. Es hatte uns etwas ZU viele Deutsche Schilder.. Nummernschilder, Ortsschilder.. alles mögliche.
Jedenfalls fuhren wir weiter und hielten an der Kreuzung zur Nahanna Range Road, um kurz aufs Klo zu gehen und dann doch etwas länger, weil wir auch gleich Mittagspause machten. Als wir ausstiegen dachten wir zunächst, dass wir erneut in irgendeinem Jagdgebiet gelandet sind, denn es klang, als würde geschossen. Das Geschiebe hörte und hörte nicht auf und wir dachten schon, wie blöd man eigentlich sein kann und trotz 20 oder mehr Schüssen das Tier nicht treffen konnte. Hier möchte ich hinzufügen, dass wir in den USA Personen gesehen haben, die mit ihrem Maschinengewehr auf die Jagd gegangen sind…..
Irgendwann habe ich gesehen, dass im Wald nebenan ein Haus gebaut wird und ich vermutete, dass eher auf irgendwas gehämmert wird.. Der Gedanke daran hat uns auf jeden Fall Mut gemacht, dass wir nicht in akuter Lebensgefahr sind, wenn wir noch eine Weile da bleiben und so konnten wir unsere Chicken Nuggets sorgenfrei geniessen.
Nach dem Mittagessen fuhren wir los und kamen gegen 14.00h beim Campingplatz an. Achtung Bärengefahr: Ein Teil in mir dachte YEEEEEAH, ein anderer „come on, ganz Alaska und Yukon sind TOT! Da gibt es keine bösen Tiere“. Der Platz ist auf jeden Fall schön gelegen, irgendwo im Nirgendwo, rundherum lassen sich durch die Wolken kleinere Berge erahnen. Der Ort hätte grundsätzlich Potenzial.
Wir haben uns den hintersten Platz gesucht. Erneut meine geliebte Nummer 10 :-P Eigentlich wollten wir diesen Platz nur, weil er abgelegen von den anderen Gästen liegt und weil bereits vorbereitete Holzscheite neben der Feuerstelle lagen.
Nachdem wir uns registriert hatten, fuhren wir noch ein paar Stunden herum und suchten nach einem schönen Platz. Man glaubt es kaum, aber Maps.Me hat diese Gegend kaum erfasst und diese App hatte selbst Wanderwege in Grönland aufgeführt. Wir müssen echt irgendwo gelandet sein, wo nicht viele Leute hingehen.
Ach ja, um nochmals mit Wissen um mich zu werfen. Die Gegend ist für sein Wolfram-Vorkommen bekannt, welches hier abgebaut wird oder wie man dem sagt. Wolfram kenne ich nur von der Arbeit, aber ich habe heute gelernt „Tungsten (die Ortschaft hier) = Wolfram“. Wolfram ist eines der härtesten Materialien, die es gibt.
Wo war ich? Wir sind rumgefahren, auf der Suche nach einem guten Fotospot und nach dem Ort, den wir im Campground-Heft gefunden haben. Wir kamen zum Schluss, dass die Gegend grundsätzlich schön sein muss, WENN man etwas sehen würde. Leider haben wir DEN Ort vom Heft nicht gefunden. Der hätte recht gut ausgesehen. Hoffen wir darauf, dass die Wettervorhersage von morgen komplett falsch ist und wir gutes Wetter haben, sodass unsere Chancen auf ein tolles Foto steigen. Für den fast letzten Tag wäre es sonst echt frustrierend.
Mein heutiges Campfeuer konnte ich mir auf jeden Fall abschminken, denn aus dem konstanten Nieselregen wurde irgendwann stärkerer Regen….Read more
F.O.M.O
September 21, 2025 in Canada
Als wir aufwachten war erneut gut zu hören, dass es draussen regnete. Wir konnten uns kaum aus dem Bett zwingen, weil es 1. kalt war, 2. regnete und 3. dies alles an unserem zweitletzten Tag.. Irgendwann konnte sich doch jemand von uns aufraufen, um die Heizung einzuschalten und Kaffeewasser aufzusetzen.
Nach dem Kaffee spielte Simi noch eine Weile Gitarre, ich versuchte, Fotos in meinen Bericht zu laden und schwelgte in Erinnerungen.
Gegen 11.00h fuhren wir doch mal los, um nochmals die Gegend auszukundschaften. Gegen Mittag hielten wir irgendwo an und beschlossen, die Reste von gestern zu essen, weil es sowieso bedeckt war und der Nieselregen uns jegliche Fotosituation versaute. Kaum sassen wir im Camper fing es so richtig an zu regnen.
Nach dem Mittagessen fuhren wir weiter und die Wolken lichteten sich ein bisschen, sodass wir wenigstens halbwegs was sahen. Plötzlich kam sogar die Sonne zum Vorschein und bei einem See sah ich einen Elch stehen. Leider hielten wir wohl etwas zu rasant an und ich knallte die Türe zu laut, sodass er sich verzog, bevor ich ein Foto schiessen konnte.
Naja, fahren wir weiter und weiter, bis zum Dead End. Die Gegend wurde wirklich interessant Die Herbstfarben mit dem unsteten Wetter bildeten eine schöne Kombination. Als wir kurz vor der Wolfram-Abbaustelle waren, kehrten wir um, weil wir nicht wussten, ob wir weiterfahren dürfen oder nicht nach diesem Dead End-Schild.
Auf dem Rückweg machten wir einige Stops. Die Sonne bahnte sich ihren Weg durch Wolken und Regen und verzauberte die Gegend in eine schier unwirkliche Kulisse. Es sah einmalig aus!
Irgendwann zogen doch wieder mehr Regenwolken auf und wir machten uns auf den Weg zurück zur „normalen“ Strasse. Beim Campingplatz luden wir noch das Holz aus, welches wir am Vortag eingepackt hatten, in der Hoffnung, heute auf dem Campingplatz ein schönes Lagerfeuer mit trockenem Holz machen zu können, dann fuhren wir weiter.
10km später sahen wir ein riesiges Gewitter vor uns aufziehen. Es muss eine Art Superzelle gewesen sein. Der Himmel wurde dunkler und dunkler und man sah, wie sich der Regen bereit machte, um aus der Zelle zu platzen. Echt toll, wenn man feststellt, dass das Zentrum des Unwetters genau oberhalb der Strasse liegt.
Wir waren etwas unsicher, ob weiterfahren die richtige Entscheidung ist, aber wir wollten uns für morgen einen kleinen Vorsprung verschaffen, damit wir nicht 10h fahren müssen. Vor uns fegten starke Winde über den Weg, die Bäume biegten sich und die Blätter flogen uns um die Ohren. Wir fühlten uns wie in einem „Twister-Film“. Es regenete plötzlich in Strömen und blitze immer wieder superhell vor uns. Ich glaube, ich habe selten so einen riesigen Blitz gesehen.. Ich schielte rüber zu Simi, der ein irres Grinsen im Gesicht hatte. Vermutlich hatte ihn der schiere Wahnsinn überfallen, nachdem er die erste Schockstarre überwunden hatte.
Irgendwann schafften wir es wohl durch den gröbsten Teil und es regnete nur noch in Strömen. Ab und zu sahen wir es blitzen (es leuchtete violett, weshalb auch immer..), aber wir fühlten uns langsam doch wieder sicher.
Nach ca. 1.5h kamen wir endlich am Ende der Strasse an und konnten unseren Camper parkieren. Wir hatten es geschafft!Read more
30min Umweg fürs Recycling
September 22, 2025 in Canada ⋅ ☁️ 6 °C
Es war ein trauriges Aufwachen, weil wir wussten, dass wir nun die letzte Fahrt vor uns haben würden. In mir baute sich eine mühsame Nervosität auf, weil ich an all die vielen Dinge dachte, die noch zu tun sind. Angefangen mit 8 Eiern, die wir noch verwerten mussten. Wir entschieden uns für Rührei und fühlten uns zurückversetzt an den Tag (ist Jahre her..), als wir vor der Grenze so schnell, schnell 12 Eier verspeist hatten, weil wir dachten, wir dürften diese nicht mitnehmen.. Kurz gesagt: Wir werden vermutlich nicht in Kürze wieder Rührei essen..
Irgendwann fuhren wir schlussendlich traurig los. In Watson Lake wollten wir nochmals beim einsamen Tankwart tanken, aber leider war er gemäss Hinweiszettel gerade in der Kirche, weshalb die Tankstelle geschlossen war. Hm.. falls er in der Kirche um Kundschaft beten sollte, war dies eher kontraproduktiv, denn ihm war soeben eine Tankfüllung für ca. 200 CAD durch die Lappen gegangen..
Nach dem Tanken fuhren wir dieselbe Route zurück, auf welcher wir bereits angereist waren.
Es war schön, dank der Sonne und dem halbwegs freien Himmel endlich mal die Gegend zu sehen. Bei der Hinfahrt hatte es geregnet und man hat nichts gesehen. Durch den Schneeregen in der Ferne sah es wieder mal sehr toll aus.
Bevor das Wetter schlechter wurde, fuhren wir bei einem Rastplatz raus, um draussen im Sonnenschein packen zu können. Ich stellte am Ende fest, dass mein geliebtes, 30-jähriges Sackmesser nirgends mehr auffindbar war. Ich wusste, dass ich es in eine Küchenschublade gesteckt hatte, wo es nun jedoch nicht mehr war. Mit der Taschenlampe bewaffnet, entdeckte es schlussendlich in den tiefsten Tiefen der Küchenschränke. Ich versuchte, irgendwie ranzukommen, aber keine Chance. Am Ende hätten wir beinahe einen peinlichen Rettungseinsatz provoziert, weil ich mit dem Arm in den Küchenschränken feststeckte, weil sich die Uhr irgendwo verheddert hatte… Nachdem ich nach einer Weile doch noch freikam, gab ich vorerst auf und verschob einen erneuten Versuch auf den nächsten Tag.
Je näher wir an Whitehorse kamen, desto weniger glaubten wir daran, noch irgendwo unsere Recycling-Sammlung loswerden zu können. An irgendeiner Raststätte haben wir einen Teil entsorgt, aber sie hatten wohlbedacht wegen Leuten wie uns die Öffnung sehr klein gewählt, sodass man knapp eine Dose aufs Mal reinbekam.
Kurz vor Whitehorse fand ich auf Google doch noch einen Ort, wo wir vermutlich unsere vielen Sachen loswerden können würden. Simi wollte zunächst keinen Umweg fahren, gab schlussendlich jedoch nach und steuerte darauf zu. Die Fahrt schien ewig zu dauern und ich kam mir blöd vor, dass ich diesen Ort vorgeschlagen hatte.
Als wir ankamen, wähnten wir uns in einem schlechten Apokalyptischen Film. So einen Shanty-Ort wie diesen hatten wir beide noch nie gesehen. Etwas skeptisch hielten wir an und luden unsere Sachen aus. Ich weiss gar nicht, wie ich den Ort beschreiben soll. Es hatte etwas von einem afrikanischen Dorf mit seinen kleinen Marktständen. Man konnte alte Schuhe, Bücher und allerlei andere Dinge kaufen oder tauschen, überall lagen Boxen, wo man etwas reinwerfen konnte. Es gab kostenlosen Kaffee, einen Ort für Spenden.. sehr alternativ das Ganze.
Als wir am Plastik und Dosen entsorgen waren, kam eine Frau auf uns zu und meinte, wir könnten für diese Sachen Geld zurückbekommen. Ich dachte, sie wollte uns darauf hinweisen, dass wir all dies in einem Supermarkt abgeben müssen und ich sagte ihr, dass wir für sowas keine Zeit hätten und sie von mir aus das Pfand haben könne, wenn sie es zurückgeben will. Ups, sie meinte es etwas anders. Sie hätte uns pro Dose 25 Cent gegeben und pro Flasche ebenfalls etwas, alternativ konnte man den Betrag für irgendeine Feuerwehr spenden, was wir schlussendlich gemacht haben.
Als wir dann Karton entsorgen wollten, wurden wir erneut belehrt und sie fragte uns, ob wir das erste Mal da seien, was wir bejahten. Ich glaube, sie meinte, wir seien neu auf den Gedanken Recycling gekommen. Vermutlich haben wir irgendwie nicht wirklich an den Ort gepasst, geschweige denn, als wüssten wir überhaupt, was Recycling ist.
Irgendwann hatten wir alles entsorgt und brausten davon. Nun standen Auto waschen, tanken und Abwasser leeren auf dem Programm. Stop Nr. 1 war die Autowaschanlage. Das war vielleicht eine Tortour. Zuerst mussten wir ewig warten, weil jemand vor uns war, dann befahl uns der Waschanlagentyp, dass wir ebenfalls in die Waschhalle fahren sollten. Ca. 50cm Abstand vom anderen Auto, welches im Gegensatz zu unserem bereits sehr sauber war…. Wie um alles in der Welt stellte er sich das vor? Wir kamen mit dem Schlauch nicht mal einmal rund um unser Auto und ich hätte beinahe das andere Auto mit dem „Bürstenstab“ geschlagen, nicht zu vergessen, dass unser Auto unwaschbar ist, ohne, dass alles im Umkreis von 2m klitschnass bzw. dreckig wird.. Ach ja, fast hätte ich vergessen, dass ein Waschgang 20 CAD kostet! Wir mussten schlussendlich zwei Waschgänge durchmachen und unser Auto war immer noch nicht wirklich sauber, weil uns das Glück so hold war, dass wir uns irgendwo auf einer neu geteerten Strasse hunderte Teerspritzer eingefangen hatten. TOLL, am Ende zahlen wir noch den ganzen Lack.. Wir schrubbten und schrubbten, aber man bekam das Zeug nicht wirklich weg oder machte es nur noch schlimmer.. Nachdem Waschgang 2 zu Ende war gaben wir auf und fuhren zur Tankstelle.
Das Tanken ging, bis auf die hohen Kosten gut, dann gings zum Abwasser leeren. Ich glaube, wir standen gute 30min daneben, aber diese blöde Anzeige wollte und wollte nicht auf „empty“ gehen. Irgendwann gaben wir auch da auf und fuhren zum Hotel. Wir dachten, die letzte Nacht gehen wir lieber ins Hotel, damit wir in einem Restaurant essen gehen können und die Küche nicht nochmals dreckig wird und wir nicht NOCHMAL dumpen müssen.
Nachdem wir eingecheckt hatten, marschierten wir umgehend los, weil die Restaurants in Whitehorse nicht sehr lange geöffnet sind. Wir beschlossen, nochmals dahin zu gehen, wo wir am Anfang schon mal waren: Das Dirty Northern.
Wir bestellten Bier, Wings und Burger. Ich hatte einen Lachsburger, damit ich wenigstens noch ein letztes Mal halbwegs frischen Fisch essen konnte. Es war lecker und der Lachs hatte die röteste Farbe, die ich je an einem Fisch gesehen habe. Vermutlich war es ausnahmsweise tatsächlich ein lokaler, wilder Lachs.
Nach dem Essen spazierten wir zurück ins Hotel, wo wir noch die Reste unseres Cheesecakes verwerten mussten, dazu schauten wir zur Entspannung eine Folge Bob Ross mit seinen Malkünsten. Wenigstens war der letzte Abend noch toll.Read more
Alles vorbei..
September 22, 2025 in Canada ⋅ 🌧 6 °C
Als der Wecker klingelte, waren wir beide völlig am Ende. In der Nacht hatten wir sehr schlecht geschlafen und lagen beide immer wieder für lange Zeit wach. Ich bin mitten in der Nacht sogar noch raus zum Camper gegangen, weil ich sichergehen wollte, dass uns nichts Wertvolles gestohlen wird.
Während Simi duschte, brachte ich schon mal ein paar Sachen runter und warf die Brote in den Ofen, welche wir noch übrig hatten, um damit Sandwiches für die Reise zu machen. Ich gebe zu, gleichzeitig entsorgte ich heimlich noch ein paar Dinge, die auch noch übrig waren, jedoch nicht transportiert werden konnten oder durften.. Ach ja, einen letzten verzweifelten Versuch, mein Sackmesser zu retten unternahm ich auch noch. Leider ebenfalls erfolglos oder anders gesagt, meine blauen Flecken, die ich mir am Vortag bereits eingeholt hatte dabei, wurden nochmals nachgebessert.. Ich sah aus, als hätte Simi mich sehr unsanft angepackt..
Vor der Abfahrt zu Fraserways mussten wir noch den Rest einpacken und einiges umpacken, damit wir alles verstauen konnten. Unsere geliebte, neue Pfanne mussten wir leider zurücklassen, denn ein Extragepäck bezahlen, nur wegen einer Pfanne wollten wir nicht.
Um 08.25h kamen wir bei der Vermietungsstation an, wo wir bald darauf den Camper abgeben konnten. Wir hatten Glück und es war nicht der Deutsche vom letzten Mal da, denn dieser wäre vermutlich wesentlich pingeliger gewesen. Der Typ jetzt hat zu den Teerspritzern und wohl einigen neuen, durch Sternchen verursachter Farbabplatzern nichts gesagt.
Das verlorene Treppenstück mussten wir leider beichten, die Sache mit dem Schlauch, den wir ja bereits ersetzt hatten oder die total 4 kaputten Gläser und Tassen haben wir verschwiegen. Dazu muss gesagt werden, dass wir uns dafür auch nicht wirklich verantwortlich gefühlt hätten. Bei GoNorth erhält man solches Geschirr in einer gepolsterten Tasche, weil die Strassen nur so mit Schlaglöchern und anderen Unebenheiten übersät sind und dadurch die Küchenschränke kräftig durchgerüttelt werden. Bei Fraserways hat man uns die Tassen und Gläser in eine Kartonvorrichtung gesteckt, welche eigentlich für einen kurzen Transport von Starbucks zum Auto oder so gedacht wären. Das Geschirr hat sich jedenfalls TÄGLICH rausgelöst und lag anschliessend wild verteilt im Schrank..
Irgendwann waren wir durch und, wie vermutet, wurde die gesamte Kaution einbehalten. Sehr ärgerlich, aber es hätte wahrscheinlich teurer werden können, wenn wir diskutiert hätten und die Treppe war nunmal weg und ist wohl meine Schuld gewesen. Auch wenn am besagten Tag auch im Camper drin alles kreuz und quer verteilt lag, weil wir teilweise so durch die Schlaglöcher gedonnert sind, die man im Schlamm und in der Nässe nicht oder nicht früh genug sehen konnte.
Wenigstens konnte mir der Typ von der Vermietung mit meinem Sackmesserproblem weiterhelfen. Er wusste, wie man die Schubladen mit einem geschickten Handgriff lösen und rausziehen kann. Ich machte einen Griff in die nun gut zugängliche Lücke im Küchenschrank und holte freudestrahlend mein Messer raus. Liebes Messer, ich freue mich nun auf weitere gemeinsame Jahre und Abenteuer🥰
Nach 106.5h Fahrzeit, 6’764km, 7 Kanistern AdBlue und leider Unmengen an Diesel, war dies nun das Ende unserer Ferien.
Wir wurden noch bis fast zum Flughafen gefahren. Nur fast, weil es plötzlich knallte, weil der Typ über irgendeinen Gegenstand gefahren war. Ich hörte nur das uns leider vertraute „pssst-pssst-pssst“. Ein klarer Fall von einem baldigen Platten Reifen. Wenige Sekunden später leuchtete auch schon die Anzeige auf dem Tacho auf und als er trotzdem noch etwas weiterfuhr, konnte man das Metall auf der Strasse schleifen hören, weil der Reifen inzwischen komplett platt war. Der Fahrer entschuldige sich, aber für uns war es ja kein Problem, ausser, dass wir das Gepäck noch den Rest bis zum Flughafen schleppen mussten, was etwas mühsam, weil sehr schwer, war.
Am Flughafen gaben wir unser Gepäck auf. Ich musste nochmals umpacken, weil ein Koffer 2.5kg zu schwer war. Sowas finde ich jedes Mal lächerlich, wenn die anderen Koffer wesentlich leichter sind. Solange der Koffer nicht über 32kg ist, könnte man meiner Meinung nach auch einfach das Gesamtgewicht betrachten und fertig…
Nach dem Einchecken gönnten wir uns einen Kaffee und die erste Portion Sandwiches. Um 11.20h konnten wir schlussendlich einsteigen. Die letzten Passagiere kamen äusserst knapp und ich dachte schon, wir würden deshalb am Ende den Flug in Vancouver verpassen. Leider war die Sicherheitskontrolle in Whitehorse wohl für alle etwas mühsam und dauerte ewig. Ich musste auch noch irgendwelche Abstrichests über mich und mein Gepäck ergehen lassen…
Wir kamen schlussendlich doch pünktlich in Vancouver an, wo wir jedoch lange auf unser Gepäck warten mussten. Auch das Einchecken dauerte ewig, weil sich irgendwelche Asiaten vor uns gedrängt hatten und am Schalter 20min lang wegen irgendwas diskutierten. Wir wurden schlussendlich an einen anderen Schalter gewinkt, wo wir auf die netteste CheckIn-Dame aller Zeiten gestossen sind.
Nach dem CheckIn gingen wir direkt durch die Sicherheitskontrolle, welche nochmals eine Weile dauerte. Es reichte dennoch, um am Flughafen noch was zu trinken und einen Happen zu essen, bevor wir einsteigen konnten.
Der Flug verging sehr schnell. Es gab leckeres Essen und ich schlief nur kurz danach tief und fest, bis alle rund um mich am Frühstücken waren. Trotz 1-2h Schlaf waren wir bei der Ankunft in Zürich nun wirklich komplett am Ende. Hinter uns parfümierten sich mehrere Personen kurz vor der Landung ein. Ich glaube, wir beide waren nahe dran, das ganze Flugzeug vollzuk****n, weil es so penetrant und grässlich stank.
Das Gepäck kam glücklicherweise äusserst schnell und Simi brachte und trotz Müdigkeit sicher nach Hause, wo wir uns gleich nochmals 2h hinlegten. Eigentlich hätten wir arbeiten wollen, aber wir konnten keinen klaren Gedanken mehr fassen, weshalb wir uns schlussendlich doch noch umentschieden.Read more

































































































































