800km mehr auf dem Tacho..
September 18, 2025 in Canada ⋅ ☁️ 10 °C
Wir hatten unseren Wecker extra früher gestellt, damit wir frühzeitig losfahren und Ausschau nach Bären halten konnten, weil sie beim letzten Mal morgens sehr aktiv waren. Leider hatten wir trotz Ehrenrunde kein Glück und entschlossen, weiterzufahren, wohin wussten wir nicht genau.
Unterwegs entschieden wir, nach Carcross zu fahren, weil ich auf Google ein einigermassen gutes Foto von einem wüstenähnlichen Ort mit verschneiten Bergen gesehen hatte. Kurz nach Mittag kamen wir an. Der Ort war grundsätzlich herzig, aber sehr touristisch.
Wir waren hungrig und landeten in einem kleinen Restaurant, wo Simi sich Chicken Fingers und ich ein mit Arctic Char belegtes Brot (unabsichtlich mit Pommes) bestellte. Die Portion war gigantisch, aber es war leider sehr lecker.
Nach dem Essen standen wir erneut vor einem Fragezeichen, wohin es als nächstes gehen sollte. Wir fanden eine Strasse, welche interessant klang und fuhren spontan dahin. Vorgängig holten wir sicherheitshalber NOCHMALS einen Kanister AdBlue, da die Anzeige schon wieder kurz vor dem Meckern war. Es war diesmal nicht das „Original“, weil es nichts anderes gab. Zum Glück hatten wir noch den Trichter von den anderen Kanistern und konnten diesen befestigen, als der andere nichts anderes tat als überall rauszutropfen. Als wir fertig waren, wollte ich den Deckel wieder aufschrauben und war etwas verärgert über den blöden Kanister. Ich sagte zu Simi „Gib mir noch den Deckel von dem Arschloch“. Er war ziemlich perplex, weil er meine Aussage falsch verstanden hatte und sagte „Hier, Schnepfe!“. Ich musste sooo lachen, als mir bewusst wurde, dass wir uns ziemlich missverstanden hatte. Was ein Komma ausmachen kann.. Ich erklärte dann, dass meine Aussage kein Komma vor dem „Arschloch“ hatte :-P
Da die von uns auserkorene Strasse keine Tankstelle haben würde, wollten wir an der Tankstelle vor der Strasse tanken (Ja, wir hätten auch vorher tanken können, aber Simi wollte keine Zeit mehr verlieren). Leider stellte sich raus, dass diese geschlossen war. Klar hatten wir noch einen halben Tank und wären mit ca. 150km wieder rausgekommen, aber wer weiss, wo die nächste offene Tankstelle war? Wir fuhren dennoch rein, kehrten aber nach wenigen Kilometern um, weil die Strasse durch einen dichten Wald führte und immer schmaler wurde. Nach all den verlorenen Sachen und allfälligen Beschädigungen, wollten wir nicht noch mehr Schäden durch Äste riskieren.
Nachdem wir wieder auf der normalen Strasse waren fuhren wir weiter und weiter und weiter. Um uns rum nur farbige Wälder, was an sich schön war, aber schlussendlich doch eintönig (jaaa.. jammern auf hohem Niveau…). Abends gab es tolle Wolken am Himmel und der richtige Vorder- und Hintergrund hätte ein tolles Bild ergeben, nur leider fanden wir nirgendwo eine Ausfahrt, wo wir hätten halten und Fotos schiessen können. Es war echt frustrierend.
Gegen 20.00h kamen wir endlich auf einem Campingplatz an. Gemäss einer Zeitung hätte dieser eigentlich leer sein sollen, aber wir fanden nur mit viel Glück noch ein Plätzchen. Ich wollte aus Frust wenigstens noch ein Feuer machen, aber das zur Verfügung gestellte Holz musste noch gehackt werden, was bei der Festigkeit dieses Holzes leider ein Ding der Unmöglichkeit war und wir uns geschlagen geben mussten. Simi ist inzwischen eigentlich geübt, aber hat es nicht geschafft, ich probiere es lieber nicht mehr, nachdem ich mir am ersten Tag beinahe das Bein abgehackt hätte. Äxte und ich sind und werden keine Freunde.Read more



