World famous for bliblablu
September 19, 2025 in Canada ⋅ ☁️ 8 °C
Hui, der Campground gestern war… hätte man kein Campfeuer machen dürfen (wir haben schlussendlich keins gemacht) und hätte der Platz nicht nur 20CAD gekostet, hätte man meinen können, man sei in der Schweiz..
Wir sind um ca. 20.00h angekommen und es war TOTENSTILLE, bzw. man hörte nichts als Geschnarcht von überall her.. Du meine Güte.. Ein Wunder ist niemand gekommen und hat sich über uns beschwert.. Thank God we’re in Canada..!
Wenigstens waren die Camper frühmorgens bereits verschwunden, was die WC-Situation wesentlich entschärft hat. Wir hatten schon Angst, dass man ewig warten muss, weil der Campground so voll war. Aber der frühe Vogel fängt den Wurm, scheint hier Gebot Nr. 1 zu sein..
Wir genehmigten uns am Morgen Kaffee und eine Dusche und fuhren gegen 09.30h endlich los in Richtung Watson Lake. Das Wetter war nicht wirklich gut, aber man hat auf der Fahrt nicht viel gesehen. In Watson Lake angekommen haben wir nur kurz getankt. Wir fanden den wohl einsamsten Tankwart von ganz Kanada. Jedenfalls haben wir getankt und als wir zahlen wollten, stand er Mutterseelenallein in seinem wirklich sehr leeren, aber dennoch grossen Laden. Mit leer meine ich, es sieht aus, als wäre man am Zügeln und auch dies wäre in den letzten Zügen.. Er tat uns fast ein bisschen leid. Wir werden bestimmt auf der Rückfahrt nochmals dort tanken.
Um auch noch mit ein bisschen Wissen um mich zu werfen. Ich glaube, Watson Lake ist, mal abgesehen seines Daseins als Wegpunkt in Richtung südlicheres Kanada, wohl dafür bekannt für irgendeinen Schilderwald. Keine Ahnung, was das genau soll, aber es war vor Ort und es stand etwas im Sinne von „World famous Bliblablu…“ und dann kam dieser Schilderwald.. Es hatte uns etwas ZU viele Deutsche Schilder.. Nummernschilder, Ortsschilder.. alles mögliche.
Jedenfalls fuhren wir weiter und hielten an der Kreuzung zur Nahanna Range Road, um kurz aufs Klo zu gehen und dann doch etwas länger, weil wir auch gleich Mittagspause machten. Als wir ausstiegen dachten wir zunächst, dass wir erneut in irgendeinem Jagdgebiet gelandet sind, denn es klang, als würde geschossen. Das Geschiebe hörte und hörte nicht auf und wir dachten schon, wie blöd man eigentlich sein kann und trotz 20 oder mehr Schüssen das Tier nicht treffen konnte. Hier möchte ich hinzufügen, dass wir in den USA Personen gesehen haben, die mit ihrem Maschinengewehr auf die Jagd gegangen sind…..
Irgendwann habe ich gesehen, dass im Wald nebenan ein Haus gebaut wird und ich vermutete, dass eher auf irgendwas gehämmert wird.. Der Gedanke daran hat uns auf jeden Fall Mut gemacht, dass wir nicht in akuter Lebensgefahr sind, wenn wir noch eine Weile da bleiben und so konnten wir unsere Chicken Nuggets sorgenfrei geniessen.
Nach dem Mittagessen fuhren wir los und kamen gegen 14.00h beim Campingplatz an. Achtung Bärengefahr: Ein Teil in mir dachte YEEEEEAH, ein anderer „come on, ganz Alaska und Yukon sind TOT! Da gibt es keine bösen Tiere“. Der Platz ist auf jeden Fall schön gelegen, irgendwo im Nirgendwo, rundherum lassen sich durch die Wolken kleinere Berge erahnen. Der Ort hätte grundsätzlich Potenzial.
Wir haben uns den hintersten Platz gesucht. Erneut meine geliebte Nummer 10 :-P Eigentlich wollten wir diesen Platz nur, weil er abgelegen von den anderen Gästen liegt und weil bereits vorbereitete Holzscheite neben der Feuerstelle lagen.
Nachdem wir uns registriert hatten, fuhren wir noch ein paar Stunden herum und suchten nach einem schönen Platz. Man glaubt es kaum, aber Maps.Me hat diese Gegend kaum erfasst und diese App hatte selbst Wanderwege in Grönland aufgeführt. Wir müssen echt irgendwo gelandet sein, wo nicht viele Leute hingehen.
Ach ja, um nochmals mit Wissen um mich zu werfen. Die Gegend ist für sein Wolfram-Vorkommen bekannt, welches hier abgebaut wird oder wie man dem sagt. Wolfram kenne ich nur von der Arbeit, aber ich habe heute gelernt „Tungsten (die Ortschaft hier) = Wolfram“. Wolfram ist eines der härtesten Materialien, die es gibt.
Wo war ich? Wir sind rumgefahren, auf der Suche nach einem guten Fotospot und nach dem Ort, den wir im Campground-Heft gefunden haben. Wir kamen zum Schluss, dass die Gegend grundsätzlich schön sein muss, WENN man etwas sehen würde. Leider haben wir DEN Ort vom Heft nicht gefunden. Der hätte recht gut ausgesehen. Hoffen wir darauf, dass die Wettervorhersage von morgen komplett falsch ist und wir gutes Wetter haben, sodass unsere Chancen auf ein tolles Foto steigen. Für den fast letzten Tag wäre es sonst echt frustrierend.
Mein heutiges Campfeuer konnte ich mir auf jeden Fall abschminken, denn aus dem konstanten Nieselregen wurde irgendwann stärkerer Regen….Read more






