• Alles vorbei..

    September 22, 2025 in Canada ⋅ 🌧 6 °C

    Als der Wecker klingelte, waren wir beide völlig am Ende. In der Nacht hatten wir sehr schlecht geschlafen und lagen beide immer wieder für lange Zeit wach. Ich bin mitten in der Nacht sogar noch raus zum Camper gegangen, weil ich sichergehen wollte, dass uns nichts Wertvolles gestohlen wird.

    Während Simi duschte, brachte ich schon mal ein paar Sachen runter und warf die Brote in den Ofen, welche wir noch übrig hatten, um damit Sandwiches für die Reise zu machen. Ich gebe zu, gleichzeitig entsorgte ich heimlich noch ein paar Dinge, die auch noch übrig waren, jedoch nicht transportiert werden konnten oder durften.. Ach ja, einen letzten verzweifelten Versuch, mein Sackmesser zu retten unternahm ich auch noch. Leider ebenfalls erfolglos oder anders gesagt, meine blauen Flecken, die ich mir am Vortag bereits eingeholt hatte dabei, wurden nochmals nachgebessert.. Ich sah aus, als hätte Simi mich sehr unsanft angepackt..

    Vor der Abfahrt zu Fraserways mussten wir noch den Rest einpacken und einiges umpacken, damit wir alles verstauen konnten. Unsere geliebte, neue Pfanne mussten wir leider zurücklassen, denn ein Extragepäck bezahlen, nur wegen einer Pfanne wollten wir nicht.

    Um 08.25h kamen wir bei der Vermietungsstation an, wo wir bald darauf den Camper abgeben konnten. Wir hatten Glück und es war nicht der Deutsche vom letzten Mal da, denn dieser wäre vermutlich wesentlich pingeliger gewesen. Der Typ jetzt hat zu den Teerspritzern und wohl einigen neuen, durch Sternchen verursachter Farbabplatzern nichts gesagt.

    Das verlorene Treppenstück mussten wir leider beichten, die Sache mit dem Schlauch, den wir ja bereits ersetzt hatten oder die total 4 kaputten Gläser und Tassen haben wir verschwiegen. Dazu muss gesagt werden, dass wir uns dafür auch nicht wirklich verantwortlich gefühlt hätten. Bei GoNorth erhält man solches Geschirr in einer gepolsterten Tasche, weil die Strassen nur so mit Schlaglöchern und anderen Unebenheiten übersät sind und dadurch die Küchenschränke kräftig durchgerüttelt werden. Bei Fraserways hat man uns die Tassen und Gläser in eine Kartonvorrichtung gesteckt, welche eigentlich für einen kurzen Transport von Starbucks zum Auto oder so gedacht wären. Das Geschirr hat sich jedenfalls TÄGLICH rausgelöst und lag anschliessend wild verteilt im Schrank..

    Irgendwann waren wir durch und, wie vermutet, wurde die gesamte Kaution einbehalten. Sehr ärgerlich, aber es hätte wahrscheinlich teurer werden können, wenn wir diskutiert hätten und die Treppe war nunmal weg und ist wohl meine Schuld gewesen. Auch wenn am besagten Tag auch im Camper drin alles kreuz und quer verteilt lag, weil wir teilweise so durch die Schlaglöcher gedonnert sind, die man im Schlamm und in der Nässe nicht oder nicht früh genug sehen konnte.

    Wenigstens konnte mir der Typ von der Vermietung mit meinem Sackmesserproblem weiterhelfen. Er wusste, wie man die Schubladen mit einem geschickten Handgriff lösen und rausziehen kann. Ich machte einen Griff in die nun gut zugängliche Lücke im Küchenschrank und holte freudestrahlend mein Messer raus. Liebes Messer, ich freue mich nun auf weitere gemeinsame Jahre und Abenteuer🥰

    Nach 106.5h Fahrzeit, 6’764km, 7 Kanistern AdBlue und leider Unmengen an Diesel, war dies nun das Ende unserer Ferien.

    Wir wurden noch bis fast zum Flughafen gefahren. Nur fast, weil es plötzlich knallte, weil der Typ über irgendeinen Gegenstand gefahren war. Ich hörte nur das uns leider vertraute „pssst-pssst-pssst“. Ein klarer Fall von einem baldigen Platten Reifen. Wenige Sekunden später leuchtete auch schon die Anzeige auf dem Tacho auf und als er trotzdem noch etwas weiterfuhr, konnte man das Metall auf der Strasse schleifen hören, weil der Reifen inzwischen komplett platt war. Der Fahrer entschuldige sich, aber für uns war es ja kein Problem, ausser, dass wir das Gepäck noch den Rest bis zum Flughafen schleppen mussten, was etwas mühsam, weil sehr schwer, war.

    Am Flughafen gaben wir unser Gepäck auf. Ich musste nochmals umpacken, weil ein Koffer 2.5kg zu schwer war. Sowas finde ich jedes Mal lächerlich, wenn die anderen Koffer wesentlich leichter sind. Solange der Koffer nicht über 32kg ist, könnte man meiner Meinung nach auch einfach das Gesamtgewicht betrachten und fertig…

    Nach dem Einchecken gönnten wir uns einen Kaffee und die erste Portion Sandwiches. Um 11.20h konnten wir schlussendlich einsteigen. Die letzten Passagiere kamen äusserst knapp und ich dachte schon, wir würden deshalb am Ende den Flug in Vancouver verpassen. Leider war die Sicherheitskontrolle in Whitehorse wohl für alle etwas mühsam und dauerte ewig. Ich musste auch noch irgendwelche Abstrichests über mich und mein Gepäck ergehen lassen…

    Wir kamen schlussendlich doch pünktlich in Vancouver an, wo wir jedoch lange auf unser Gepäck warten mussten. Auch das Einchecken dauerte ewig, weil sich irgendwelche Asiaten vor uns gedrängt hatten und am Schalter 20min lang wegen irgendwas diskutierten. Wir wurden schlussendlich an einen anderen Schalter gewinkt, wo wir auf die netteste CheckIn-Dame aller Zeiten gestossen sind.

    Nach dem CheckIn gingen wir direkt durch die Sicherheitskontrolle, welche nochmals eine Weile dauerte. Es reichte dennoch, um am Flughafen noch was zu trinken und einen Happen zu essen, bevor wir einsteigen konnten.

    Der Flug verging sehr schnell. Es gab leckeres Essen und ich schlief nur kurz danach tief und fest, bis alle rund um mich am Frühstücken waren. Trotz 1-2h Schlaf waren wir bei der Ankunft in Zürich nun wirklich komplett am Ende. Hinter uns parfümierten sich mehrere Personen kurz vor der Landung ein. Ich glaube, wir beide waren nahe dran, das ganze Flugzeug vollzuk****n, weil es so penetrant und grässlich stank.

    Das Gepäck kam glücklicherweise äusserst schnell und Simi brachte und trotz Müdigkeit sicher nach Hause, wo wir uns gleich nochmals 2h hinlegten. Eigentlich hätten wir arbeiten wollen, aber wir konnten keinen klaren Gedanken mehr fassen, weshalb wir uns schlussendlich doch noch umentschieden.
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