Regenwald light
December 28, 2025 in New Zealand ⋅ ⛅ 18 °C
Um 6 Uhr konnte ich nicht mehr schlafen und ich verspürte den Drang, nach draussen zu gehen. Trotz der vielen Leute auf dem Campground war es einfach nur herrlich ruhig. Nichts als Vogelgezwitscher, das Plätschern eines kleinen Bachs und in der Luft lag der Duft von feuchter Erde und Regenwald. Gibt es etwas Besseres, als so in den Tag zu starten?
Als Simi auch aufgewacht zu sein schien, machte ich uns Kaffee und wenig später Crêpes. Ein gutes Frühstück musste vor der langen Fahrt drinliegen. Nach dem Zmorge sind wir gleich losgefahren in Richtung Taranaki-Gegend. Die Fahrt dauerte eine gefühlte Ewigkeit. Unterwegs hielten wir nur einmal kurz zum noch ein paar Dinge besorgen und ein zweites Mal, um kurz ein Sandwich zu essen.
Gegen 15.00h kamen wir am Ort an, den Google Maps als den richtigen hielt. Leider völlig falsch. Wir bogen in Richtung Strand ab, wo viiiele Einheimische den sonnigen Tag genossen, badeten und grillierten. Von einer Wanderung in Richtung Taranaki war nichts zu sehen.
Ich stellte fest, dass Google Maps und ich uns wohl missverstanden hatten und unser Zielpunkt ein Dorf weiter lag. Wir nutzten die Pause, um kurz auszusteigen und zu entscheiden, wo wir denn jetzt genau hinwollten.
Ich fand in einer der vielen Apps einen Freedom-Campingplatz irgendwo in einem Regenwald oder zumindest in einer solchen Gegend und so beschlossen wir, diesem eine Chance zu geben, zumal es aussah, als gäbe es auch da ein paar Wanderwege.
Die Strasse dorthin wurde als sehr eng und kurvig beschrieben. Anfangs war alles ok, aber die letzten 3km sollten aus unserer Sicht eher als Einbahnstrasse deklariert werden. Ausweichmöglichkeiten bei Gegenverkehr? Fehlanzeige! Einmal rückwärts zurück bis zum nächsten Pullout..
Wir hatten Glück und kreuzten im engsten Bereich nur ein Fahrzeug. Glücklicherweise mussten wir nicht allzu weit rückwärts zurückfahren. Wenig später parkten wir unseren Camper und wanderten los ins Ungewisse.
Der Weg startete ziemlich langweilig, weil er praktisch bis zur Kinderwagentauglichkeit hergerichtet war. Wir fanden schlussendlich eine Abzweigung, die etwas abenteuerlicher aussah. Es handelte sich erneut um einen Mountainbike-Trail, der allerdings sehr rutschig und aus meiner Sicht schwierig zu befahren war.
Der Weg wurde immer enger und wir mussten uns durch die grossen Farne kämpfen. In etwa so musste sich Indiana Jones gefühlt haben, als er durch den Jungle lief :-P Ich fand es toll, ich mag Regenwälder mit all ihren Düften und Geräuschen weiterhin sehr, Simi war gespaltener Meinung.
Da das Ende ziemlich früh kam, entschieden wir uns, noch zum Summit eines Hügels hochzuwandern. Leider stellte sich schlussendlich heraus, dass man keinerlei Aussicht hatte. Früher hätte man einen wunderbaren Blick aufs Meer gehabt, inzwischen haben sie die Tafeln, welche einst vermutlich ein Panorama gezeigt hätten, jedoch entfernt. Ohne auf den Bank vor Ort zu klettern, sah man nichts als Pflanzen.
Den Rückweg schafften wir relativ schnell, wodurch wir bei unserem Campingplatz noch jede Menge Sonne geniessen konnten. Wir hatten unseren Camper extra umgeparkt, an eine erhöhte Stelle, damit wir von allen Leuten vor Ort am längsten Sonne abbekommen würden und erst noch etwas abgelegen waren. Unsere Berechnung ging auf und wir stellten fest, dass wir weise entschieden hatten. Alle anderen Camper haben wirklich laute Schiebetüren und das hätte nachts echt genervt.
Wir machten es uns vor dem Camper gemütlich, assen einen Apéro und tranken leckeres Feijoa-Cider, welches beinahe schmeckt, als würde man in eine frische Frucht beissen. Wirklich, wirklich gut..
Nun sitze ich noch draussen, die Sonne ist zwar inzwischen hinter den Bäumen verschwunden, aber es ist immer noch angenehm warm. Simi ist drinnen am Kochen.
Was bringen nur die nächsten Tage? Für morgen ist Regen pur gemeldet.. Ich hoffe, wir finden dennoch einen schönen Platz, bzw. Regenwald, den wir erkunden können.Read more









