• Viele Menschen und Sandflies

    January 4 in New Zealand ⋅ ☁️ 12 °C

    Vor der Abfahrt in die Fiordlands gönnten wir uns eine Portion Crêpes, bevor wir im Dorf noch kurz unser WC leerten. Die Schlange dort war riesig, da es für gefühlte 3 Millionen Camper genau eine Dumping-Station gibt. Ich war diesmal jedoch so frech, nahm unsere Kassette mit, sagte kurz und ohne Widerrede zu akzeptieren „Machts was aus, wenn ich mich schnell reindränge und innert. 10s meine Kassette leere?“. 30s später waren wir wieder unterwegs.

    Die Strasse in Richtung Milford Sound glich einer Autobahn. Sooo viel Verkehr! Bei einigen Punkten hatte man keinerlei Chance zu parken, es war alles so zuparkiert, dass man das Auto nicht mal mehr hochkant hätte hinstellen können. Wir hielten kurz bei einem Parkplatz, wo glücklicherweise kein Mensch war, um ein paar Wasserfallfotos zu schiessen, dann verzogen wir uns so rasch als möglich auf die wesentlich ruhigere Seitenstrasse, die wir letztes Jahr entdeckt hatten.

    Inzwischen war es bereits Mittag und so stoppten wir irgendwo in der Sonne, um Sandwiches zu essen und die Gegend etwas zu erkunden. Am Nachmittag fuhren wir dann bis ganz nach unten zu Strasse, wo wir einen Powernap machten und uns, bzw. vor allem Simi, dabei einmal rundum von Sandflies stechen liessen. Die Stiche werden jeweils riesig und jucken wirklich übel, also keine gute Sache so ein Stich..

    Nach dem Powernap fühlten wir uns wieder wesentlich fitter. Wir machten einen Abstecher zu den Humboldt-Falls, die jedoch nicht wirklich fotogen sind und wanderten wieder zurück zum Auto.

    Bei der Weiterfahrt entdeckten wir dann ein wunderschönes Bächlein mit kristallklarem Wasser. Meine Beschreibung der Szenerie: Als hätte man irgendwo in einer Art Zoo versucht, einen möglichst schönen Ort zu erschaffen.
    Es sah wirklich toll aus. Das Bächlein, moosbewachsene Bäume, Palmen, Farne.. Ein kleines Paradies auf Erden.

    Etwas später wanderten wir eine Weile dem Deadmen Track entlang. Es war sehr abschüssig und ausnahmsweise war ich diejenige, die es für besser hielt, nicht mehr weiterzugehen, weil ich dachte, wir müssen hier auch wieder runter. Der Wald an sich wäre auch sehr schön gewesen. Tolle Belichtungssituation, schöne Pflanzen, irgendwo sahen wir unseren ersten Kea, der von einem Baum herunterkrähte.. schön.

    Auf der Fahrt in Richtung Camping hielten wir noch hier und dort, fanden jedoch nichts. Der Parkplatz beim Lake Marian Trail war nun beinahe menschenleer, weshalb wir da noch unser Glück versuchten. Der Weg führte uns bis zu einem Aussichtspunkt beim Marian Creek. Es sah schön aus. Ein relativ wilder Bach, der nach unten donnerte, rundherum Urwald und moosbewachsene Steine.

    Es war schon etwas spät, weshalb wir nach dem Aussichtspunkt umdrehten und weiterfuhren. Beim Mirror Lake machten wir erneut Halt. Tagsüber keine Chance, jemals einen Parkplatz zu bekommen, weil die Leute mit Bussen dorthin geschafft werden.

    Die kleinen Seen spiegelten ihre Umgebung wirklich perfekt. Das Wasser war so klar, dass man den ganzen Tauchgang der kleinen Ente, die dort badete, bis an den Grund verfolgen konnte. Das war mal eine spezielle Beobachtung. Es sah süss aus, wie sie mit ihren Flossen-Füsschen paddelte, um den Grund zu erreichen und wie sie wenig später galant wieder nach oben schoss. Auch sonst war es am See zu dieser Tageszeit sehr friedlich. Einfach ein stilles Bild, mit Vogelgezwitscher und ab und zu ein Plätschern, wenn die Kormorane sich erschreckten und sich von den Bäumen ins Wasser fallen liessen, was ebenfalls lustig mitanzusehen war.

    Gegen 21.30h fuhren wir dann doch noch zum Campingplatz, welcher bereits wesentlich mehr Autos als die eigentlich zugelassenen 20 Stück beherbergte. D.h. wir waren gestern eigentlich wieder mal die beschissenen, weil wir uns an Regeln halten. Dabei haben wir uns sogar einen Pass gekauft, damit man unlimitiert campen kann ohne jedes Mal einzeln zahlen zu müssen, was man vermutlich von einigen anderen überzähligen Fahrzeugen hier nicht behaupten kann. Ganz abgesehen von den vielen illegalen Freedom-Campern überall in den Fiordlands verteilt.. Wir mussten uns schlussendlich mit dem letzten Platz, direkt neben dem stinkigen Plumpsklo, bei welchem die Türe bei jedem Toilettenbesucher 2x laut zuknallte, begnügen. Naja.. wir machten es uns sowieso einfach drinnen gemütlich und wollten nicht mehr nach draussen. Die bestehenden Sandflystiche sind vorerst genug.

    Wir kochten uns ein regelrechtes Festmahl aus den indisch-Resten. Jeder Inder hätte uns wohl verwunschen, weil wir 4 verschiedene Saucen zusammengemischt hatten, um Gas zu sparen. Wir waren uns jedoch einig, die Kombination der Saucen war sogar noch besser, als jede einzeln.

    Pappsatt musste ich dann den riesigen Berg an Geschirr und Behältern in unserer grossen Luxusküche von 1m2 abwaschen. Es war echt nicht leicht, aber irgendwann hatte ich es tatsächlich geschafft.
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