• gross und dick - klein und rund

    January 4 in New Zealand ⋅ ☁️ 11 °C

    Unser beider heutiger Tag startete mit einer sehr tiefen Body Batterie. Ich dachte eigentlich, ich hätte ok geschlafen, aber meine Uhr meinte „Nö!“. Simi schlief noch eine gute Stunde länger als ich, aber hatte eine ähnliche Meldung auf der Uhr.. Das kann ja heiter werden heute..

    Als Simi seine Sandfly-Stiche abcheckte, nachdem ich mich über juckende Stiche beschwert hatte, traf uns fast der Schlag! Einer seiner Stiche hatte einen Durchmesser von ca. 10cm, der andere vielleicht 5cm, aber ragte gross und dick aus seinem Arm heraus, wie irgendein Geschwür.. Ein bisschen erschreckend. Es sah echt fies aus.

    Leider kann man gegen die Mistviecher kaum was tun. Inzwischen nützt nicht mehr Doctan dagegen und mit diesen Fliegen meinte es die Evolution gut. Sie wurden so entwickelt, dass sie durch die kleinen Löchere von unserem Mückennetz passen…

    Nach dem gestrigen Festmahl waren wir noch nicht allzu hungrig und so bereitete ich uns lediglich Spiegeleier und Kaffee vor.

    Nachdem alles wieder an Ort und Stelle war, fuhren wir los in Richtung Milford Sound. Unterwegs hielten wir bei einigen Bächlein, wo wir ein paar Fotos schossen, assen unsere Sandwiches, dann ging es ab durch den Tunnel an einen der touristischsten Orten Neuseelands: Milford Sound

    Der Ort wäre grundsätzlich schön, aber das finden leider auch Millionen anderer Menschen und so strömen Tag für Tag zig tausende Leute an diesen kleinen Ort. Wir parkten für einen Stunde und liefen ein wenig herum. Beim Mitre Peak, das ist der Berg dort unten, regnete es rundherum, wodurch es ein interessantes Bild abgab, wir entschieden uns jedoch nur für ein Handyfoto.

    Nachdem unsere teure Parkzeit abgelaufen war, nutzten wir die Gelegenheit und tankten unser Fahrzeug auf. Ich erwartete horrende Preise, aber wurde eines besseren belehrt. Trotz abgelegenem Ort, kostet Diesel in etwa gleich viel wie in den touristischen Orten, die wesentlich zugänglicher sind. Das Gute an diesem Tankvorgang ist, dass wir uns morgen einen unnötigen Ausflug nach Te Anau sparen können, welcher uns, ausser Verlust von Zeit und (Tank-)Geld nicht viel gebracht hätte.

    Nach unserem Besuch in Milford Sound entschieden wir, den Grave Talbot Trail zu machen. Bei diesem Wanderweg steht nie ein Auto und offensichtlich wird er auch nicht oft begangen.

    Der Weg führt durch einen wunderschönen Regenwald, leider mit vielen schlammigen Stellen. Ähnlich wie der Tutoko Trail, nur leider ohne Bächlein. Kurz vor Trailende erwartete mich eine supertolle Überraschung. Zu diesem Zeitpunkt lief ich vor Simi, als ich etwas sah. Ich dachte, es sei ein Wiesel, weil es dunkelgrau und irgendwie fellig aussah. Als ich etwas weiterging, sah ich es nochmals. Ich bin der Meinung, das war ein Kiwi, obwohl die eigentlich nachtaktiv sind. Jedenfalls sah es kuschelig weich aus, wie ein kleiner, Baby-Kaiserpinguin mit der Figur eines Schokobons (klein und rund).

    Simi sah das Vögelchen leider nicht mehr. Wir haben nebenan an „nur“ einen wenig scheuen, braunen Vogel gesehen, welcher eher wie ein Huhn aussah.

    Wir wanderten noch etwas weiter, aber irgendwann gaben wir auf, da vermutlich eine Überschwemmung die Markierungen hat verschwinden lassen. Unser letzter Punkt war dafür umso toller. Es sah erneut, wie eine von Menschenhand gemachte Kulisse aus. Das Wasser schimmerte blau, war jedoch völlig klar, es hatte Steine, die aussahen, als hätte man sie extra so angefertigt. Sie hatten eine wirklich eigenartige Form und Struktur. Für mich sah es nach einem weiteren paradiesischen Ort aus.

    Es hatte leider ziemlich viele Sandflies und so blieben wir nicht lange. Den Rückweg schafften wir wesentlich zügiger, da wir inzwischen geübter waren, im Schlamm-Ausweichen, aber wir waren bei der Ankunft beim Auto komplett fertig. Das viele Klettern und schauen, wohin man tritt und hohe Schritte machen, hatte uns ausgelaugt, dabei waren es nur etwas mehr als 6km.. Peinlich..

    Nachdem wir uns wieder etwas erholt hatten, fuhren wir in Richtung Campingplatz, hielten jedoch an einem Punkt an, wo es einige Bächlein hatte, welche fotogen aussahen. Ich schoss einzelne Fotos, Simi liess sich Zeit. Offenbar hat die F.O.M.O. ihn bereits fest im Griff. Recht hat er. Mit seinen Watstiefeln kam er an gute Orte, das muss man hier echt ausnützen. Während seiner Fotosession stand er unter der Beobachtung eines neugierigen Keas, der uns schon auf unserem Spaziergang zum Auskundschaften längere Zeit gefolgt war.

    Abends beim Campingplatz war es erwartungsgemäss sehr voll. Bereits bei unserer Ankunft hatte es wesentlich mehr Autos, als die 120 buchbaren Sites. Wir mussten uns erneut mit irgendeinem Platz begnügen, der noch übrig blieb, fanden jedoch einen ziemlich ebenen. Wir waren sowieso erledigt und wollten nicht mehr raus, zudem windete es und es war recht frisch draussen.

    Wir waren so müde, dass wir weder Interesse am wunderschönen Lupinenfeld neben uns noch am glühenden Abendhimmel zeigen konnten. Wir kochten unser Essen, machten den Abwasch und gingen schlafen.
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