Lazy day
January 7 in New Zealand ⋅ ☀️ 18 °C
Am Morgen prasselte der Regen auf unser Dach. Perfekter Tag, um diesen Ort zu verlassen. Die letzten Tage hatten wir super Glück mit dem Wetter. Man muss hierzu den Fakt beachten, dass Milford Sound gemäss eigenen Angaben, einer der nässesten Orte der Welt ist. Offenbar soll es hier an ganzen 200 Tagen pro Jahr regnen😱
Die Fahrt nach Wanaka dauerte eine gefühlte Ewigkeit. Bis zurück nach Te Anau hatten wir bereits um die 2h. Eigentlich wollten wir da eine Pizza zu Mittag essen, aber leider öffnen sämtliche Italiener erst am Nachmittag. Wir liessen uns von einem vielversprechenden Schild mit „Miles better pies“ locken und kauften uns je einen Pie. Leider gab es auch hier keine mit Spinat, wie ich es mir schon länger wünsche und so bestellte ich für mich einen Steak-Pie und Simi bestellte einen mit Hackfleisch. Letzterer wurde leider falsch rausgegeben und Simi bekam einen mit Wild und Pflaumen, den er so furchtbar fand, dass er ihn wegwerfen wollte. Schlussendlich haben wir unsere Pies getauscht, da ich ihn als essbar befand.
Nach dem Essen fuhren wir weiter und weiter und weiter. Irgendwann musste ich mich ans Steuer setzen und fuhr den restlichen, kurvigen Weg bis nach Wanaka. Schade, dass ich Simis angstverzerrtes Gesicht auf der Fahrt nicht fotografieren konnte. Die Strasse war auf seiner Seite ziemlich abschüssig und er hatte ständig Angst, dass wir hinunterpurzeln, obwohl ich meines Erachtens nicht wirklich halsbrecherisch fuhr..
Das übernächste Auto vor uns war jedoch ziemlich ablenkend auf der Fahrt. Der Fahrer hatte zwei Velos irgendwie am Auto befestigt und je ein Rad drohte bei jeder Bodenwelle den Boden unter sich zu berühren. Ich sage nur „Final Destination“..
Irgendwann kamen wir bei strahlendem Sonnenschein in Wanaka an. Wir suchten unseren Campingplatz, der wortwörtlich am Ende des Dorfs gelegen ist. Vor dem Platz kam ein anderer Campground und bei diesem war ein Schild, der nochmals 1km weg vom Dorfkern zeigte: unser Campground.
Wir checkten ein und bekamen einen echt merkwürdigen Platz. Ich meine, wir fahren nicht irgendeinen Toyota Landcruiser, sondern einen Camper.. Wir mussten den Hügel hochfahren, dann rückwärts auf einem recht schmalen Bereich in die Mitte von zwei anderen Campsites fahren, die glücklicherweise beide noch frei waren. Falls aber jemand neben uns parken sollte, wäre das Rausfahren kaum mehr möglich.
Auf unserem Platz tummelten sich drei Häschen, ein weiteres hatte offenbar das zeitliche gesegnet und lag tot neben unserem Platz. Armes Ding.
Wir parkten unseren Camper und gingen duschen. Hier ging es weiter mit dem merkwürdigen Campground. Wir mussten irgendwo quer zwischen anderen Plätzen und ein paar Cabins durchgehen, bis ein Häuschen kam, das seine besten Tage auch schon hinter sich hat. Es gab ein Zeichen mit „Unisex Shower / WC“. Nennt mich verklemmt, aber spätestens bei der Dusche hört dieses Unisex-Zeug auch bei mir langsam auf. Die WCs gehen ja noch, aber Duschen.. Wenigstens gab es Kabinen, aber sie hatten unten sicher 20cm Bodenfreiheit und gegen oben waren sie auch offen. Naja..
Nach dem Duschen schmierten wir uns im Camper erstmal eine fette Schicht Desinfektionsmittel an die Füsse. Der Boden in der Dusche war uns nicht so geheuer..
Am späteren Nachmittag spazierten wir die 3km ins Dorf, wo wir im Speights Alehouse unsere Pläne für die nächsten Tage über den Haufen warfen, weil das Wetter echt schlecht vorausgesagt war. Nicht nur ein bisschen Regen, sondern so um die 100mm pro Tag waren an unserem eigentlichen Zielort für den nächsten und übernächsten Tag angesagt. Nein danke.. Wir entschieden uns, am Tag darauf nach Queenstown zu fahren, sofern wir einen Campingplatz reservieren können. Die „guten“ waren leider alle schon komplett ausgebucht, ich fand schlussendlich noch einen freien Platz auf einem, der nicht allzu gute Bewertungen hatte.
Nach dem Ale House spazierten wir noch ein wenig in Wanaka herum. Wir hatten festgestellt, dass das Indische Restaurant Spice Room in Queenstown offenbar nicht mehr existierte und wollten nachschauen, ob das Restaurant in Wanaka noch da ist. Offenbar muss es kurz vor Weihnachten geschlossen worden sein, denn es stand nur noch „permanently closed - but the spirit lives on“. Obwohl ich mich die letzten Male jedes Mal geärgert hatte über das Restaurant… Es hat mir trotzdem einen kleinen Stich ins Herz gegeben. 2014 waren wir das erste Mal da, als wir auf Weltreise waren. Damals war es das leckerste Indisch-Restaurant überhaupt und wir waren mehrmals dort. Die letzten Male war es leider immer etwas mühsam, weil es immer eiskalt war dort oder die Bedienung dort nicht die beste war (30min warten, bis man etwas zu trinken bekommt ist schon grenzwertig..). Trotzdem.. wir haben irgendwie eine gemeinsame Vergangenheit.
Es wurde langsam Zeit, dass wir ins Steakhouse gingen. Auch dieses Restaurant kannten wir von früher bzw. das Vorgänger-Exemplar.
Wir liessen es uns gutgehen. Tintenfischringe und Shrimps zur Vorspeise, 300g butterzartes Rindsfilet auf dem heissen Stein mit Pommes und einem guten Wein zur Hauptspeise.. Sehr lecker!
Nach dem Essen wanderten wir glückselig zurück zum Camper, wo wir uns noch über den Cheesecake im Kühlschrank hermachten. Moment mal?!? Das schmeckt doch wie Joghurt! Tja, wer lesen kann, ist klar im Vorteil! Hätten wir uns nicht vom wunderbar aussehenden Bild auf der Verpackung blenden lassen, hätten wir vielleicht gelesen, dass da steht „inspiriert von Cheesecake“. Im Endeffekt war es einfach ein etwas fester, griechischer Joghurt mit Beerenmus. Hätte schlimmer sein können, aber war enttäuschend, weil wir uns auf Cheesecake gefreut hatten.Read more











