• Wo selbst die Kühe määähckern

    January 12 in New Zealand ⋅ ☀️ 14 °C

    Ausnahmsweise klingelte am Morgen der Wecker, weil wir eine lange Fahrt vor uns hatten. Wir genehmigten uns nur einen Kaffee und fuhren dann schon los.

    Der Himmel war nun strahlend blau, Mount Cook ragte in seiner vollen Pracht aus dem Boden, das viele Wasser von gestern war verschwunden. Wir fuhren los, die Bäche hatten alle wieder zu ihrem normalen Stand zurückgefunden.

    Nach einer Stunde erreichten wir Twizel, wo wir Tanken und unser WC leeren wollten. Da wir die Ausfahrt zur Dumpingstation verpasst hatten, nutzten wir die Gelegenheit, um kurz im Dorfladen ein paar Dinge zu besorgen.

    Simi war alles andere als gut gelaunt und ich schob es auf Hunger, weshalb wir in der Bäckerei ein Gipfeli holen wollten. Leider handelte es sich wohl um eine spezielle Bäckerei, die sich mehr oder weniger nur auf Salzige Snacks wie Pies und Sandwiches konzentrierte. Es hatte ein paar Süssgebäcke und so assen wir beide mit schlechtem Gewissen einen Nutella-Berliner bzw. einen Apfel-Rhabarber-Küchlein.

    Nachdem sich die Laune ein klein wenig verbessert hatte, fuhren wir zurück zur Dumpingstation, wo bereits anderere grosse Camper waren. Ich nahm dennoch schon mal das WC raus, weil ich dachte, dass es evtl. ein zweites „Loch“ hatte, wo ich das schnell erledigen konnte. „Camping-Karen“ belehrte mich, dass ich nun warten müsse.

    Ja… Camping-Karen, dann mach mal schön. Camping war wohl keine regelmässige Tätigkeit von den beiden. Sie konnten kaum ihren Tank leeren und schütteten die Hälfte daneben, probierten immer andere Varianten aus.. Als sie endlich fertig waren und in einer Seelenruhe ihren Kram zusammenpackten, rief ich dem Camper hinter ihnen zu, der sowieso nichts unternehmen konnte, solange Karen da stand, ob er mir kurz 20s geben würde, um das Klo zu leeren. Er stimmte zu und 15s später war ich wieder weg und er konnte noch gar nicht erst bis zum „Loch“ fahren. Fuck you Karen!

    Nun ging die lange Fahrt los. Wir fuhren erneut bei Omarama vorbei, über den Lindis Pass, der übrigens von dieser Seite herkommend viel besser aussieht. Irgendwann erreichten wir den Haast-Pass, wo wir kurz ein Sandwich assen und dann nochmals ewig weiterfuhren.

    Irgendwann erreichten wir endlich Fox Glacier, wo es ein Verbot nach dem anderen gab. Wir liefen schnell einmal um den Lake Matheson, der leider bei dieser Tageszeit nicht so schön still war, als dass sich etwas gespiegelt hätte. Zudem waren neue Wolken aufgezogen, die den Blick auf die umliegenden Berge versperrten.

    Mein Highlight war, als zwei Asiatinnen vor einer Kuhwiese standen, die Kühe filmten und freudestrahlend ein paar „määähää..“ in die Kamera riefen 🤭😅😂

    Eigentlich hatten wir einen Platz auf einem Camping in der Nähe des Meers gebucht. Da waren wir vor langen 12 Jahren schon mal mit unserem Juicy-Camper, als Neuseeland noch etwas weniger Regeln festlegen musste, als heutzutage.
    Wir fuhren bis zu einem Ort, wo man den schwindenden Gletscher von sehr weit weg anschauen konnte und warfen dann den heutigen Übernachtungsplan über den Haufen.

    Stattdessen fuhren wir weiter in Richtung Franz Josef, wo wir hofften, irgenwo ein schönes Bächlein oder sonst was zu finden und dann auf dem Platz von letztem Jahr zu übernachten.

    Leider fanden wir nichts und gaben irgendwann frustriert auf. Wir setzten uns in die Sonne und versuchten, irgendeinen Plan für die nächsten Tage zu schmieden, doch der sehr schwache Internetempfang verunmöglichte es weitgehendst. Das einzige, was wir sahen, war eine neue, riesige Regenmasse, die sich in Richtung nördlicher Südinsel drängte und auch unseren Plan B vernichtete.

    Aktuell ist der Plan, alles wieder zurück in den Süden zu fahren, um dort unser Glück zu versuchen. Im Fiordland kann man auch bei Regen Fotos schiessen und vielleicht liegt ja mal noch ein Haifisch-Tauchen drin. Wir sind gespannt auf die Pläne D-Z..

    Ich bin echt ein bisschen frustriert. So viel gefahren - für nichts! Nun alles wieder zurück und dies, wenn es halbwegs schönes Wetter wäre.. Aber hier gibt es leider wirklich nicht so viel zu tun. Zu viele Hängebrücken für Simi, sodass die schönen Wanderungen wegfallen, zu wenig Aussicht auf Gletscher, dafür zu viele Touristen.
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