offtrail
January 22 in New Zealand ⋅ ☁️ 14 °C
Traurig nahmen wir ein weiteres und vorerst letztes Mal Abschied vom Fiordland. Wir haben tolle Tage da verbracht, viel gesehen und sind viel gewandert.
Auf ging es auf die endlose Fahrt in Richtung Mount Cook, wo wir noch eine letzte Wanderung machen wollten und der Weg nach Christchurch am nächsten Tag nicht mehr allzu lange sein würde.
Wir fuhren und fuhren, die Wetteraussichten wurden immer schlechter für die Mount Cook Region. Irgendwann tankten wir, dann hielten wir kurz an, assen die Spaghettireste und fuhren weiter. Gegen 16.00h kamen wir endlich in die Nähe des Ziels.
Alles war wolkenverhangen, erst als man beinahe beim Zielort war, gab es glücklicherweise Aufhellungen. Alles war über und über voller Touristen und meine Laune sank.
Wir versuchten, einen bestimmten Fotowinkel zu erreichen, der jedoch nur über einen Weg erreichbar ist, der nirgends eingezeichnet ist. Der Weg führte steil nach oben und war teilweise recht rutschig. Als wir kurz anhielten, konnte Simi anschliessend keinen Meter mehr weiter nach oben gehen, weil er zu viel Zeit hatte, um sich zu überlegen, wie steil es doch ist.. Also kletterten wir wieder nach unten.
Wir dachten daran, einfach aufzugeben und zu einem Campingplatz zu fahren, entschieden schlussendlich jedoch, doch noch einen zweiten Versuch zu starten, diesmal von einer anderen Seite.
Wir gingen zum Startpunkt und mussten über einen Zaun klettern, wobei ich mich super illegal fühlte und mir bereits Gedanken über unsere Verhaftung machte. Ich hatte keine ruhige Sekunde. Oben am Hügel sahen wir eine Gämse. Die wird uns bestimmt verpfeifen!
Nach einer Weile kamen wir an dem Punkt an, wo man etwas nach oben klettern musste. Nun wurde es mir irgendwann zu steil, weil zu steinig und ich blieb wo ich war, währenddem Simi in der Gegend herumirrte und Fotos schoss. Ich blieb ruhig sitzen und sah mir den Gletscher auf der gegenüberliegenden Seite des Tals an. Bereits als wir nach hinten gewandert waren, hörte man immer wieder ein Donnergrollen. Nun sah ich, dass der Gletscher massiv an Eis verlor und irgendwann kollabierte ein echt grosser Teil und stürzte nach unten. Es war eindrücklich und traurig zugleich dabei zuzusehen.
Irgendwann kam Simi wieder zu mir und wir wanderten zurück zum Camper. Der nächste Campingplatz war ca. 1h entfernt und die Strecke in der Dunkelheit echt mühsam zu fahren, weil es überall Hasen und Opossum hat, die auf der Strasse sitzen.. Die Fahrt wurde noch erschwert, weil es regnete und man kaum mehr aus der Scheibe sah. Hinter uns waren zwei andere Fahrzeuge, die recht nah auffuhren.
Simi bremste für alle Hasen souverän und die Fahrer hinter uns merkten mit der Zeit, dass sie besser etwas Abstand halten sollten, wenn sie keinen Unfall haben wollen. Bei einem besonders grossen Hasen mussten wir erneut einen Vollstopp machen und wollten dem Hasen dann ausweichen, aber da stand plötzlich das andere Fahrzeug neben uns und musste feststellen, dass wir nicht aus Spass abrupte Bremsmanöver an den Tag legen, sondern um nicht die halbe Hasenpopulation zu vernichten.
Irgendwann spät kamen wir endlich beim Campingplatz an und suchten uns in der Dunkelheit ein Plätzchen. Wir kochten gemütlich unsere Vorspeisen und Hamburger, Simi schaffte es, den Rauchmelder noch ein letztes Mal wütend zu machen und gegen Mitternacht kamen wir dann endlich ins Bett. Ich war hundemüde und der Gedanke an den nächsten Tag stresste mich. Wir mussten noch packen, 4h fahren, Wasser ablassen, WC leeren, recyclen, Abfall entsorgen, putzen und um 14.30h bei der Vermietungsstation sein.Read more













