• Wer hatte nur diese blöde Idee?!

    August 26 in Canada ☁️ 26 °C

    Wir wanderten weiter, fanden dabei haufenweise Pilze am Wegesrand, süsse Eichhörnchen (die Pilze assen, wtf?!) und sangen sogar freudig vor uns hin. Das erspart nämlich das ganze "Hey-Bear"-Gerufe.
    Der Weg führte uns irgendwann an eine Gabelung: rechts zum unteren Teil des Wasserfalls, links zum oberen Teil des Wasserfalls. Wir dachten uns, den Wasserfall von unten zu sehen und evtl. sogar noch kurz ins Wasser zu springen, ist eh viel cooler und mit der Drohne können wir dann hochfliegen.
    Auf dem weiteren Weg entdeckten wir auf einem Tannenbaum in etwa zwei Metern Höhe einen Pilz. Der lag da einfach. Total seltsam. Ein paar Meter weiter lag da schon wieder ein Pilz in luftiger Höhe. Unsere Theorie: Die Eichhörnchen. Die schleppen sich bestimmt die Pilze auf den Baum hoch, damit sie ihn später gemütlich futtern können. Aber es sieht schon echt sehr creepy aus und wie aus einem schlechten Horrorfilm, wenn da überall so Pilze auf den Bäumen sind.
    Der Weg begann sich langsam aber sicher zu ziehen. Auf Googlemaps entfernten wir uns immer weiter vom Wasserfall. Irgendwann kam ein Schild, man solle doch noch etwa 200 Meter den in den Boden geschlagenen Holzpfählen (sie waren etwa 25 cm hoch, wie soll man die erkennen?!) folgen, um dann wieder auf dem Trail zu sein.
    Einen Trail entdeckten wir nicht mehr. Aber es war irgendwie logisch, dass wir einfach dem Bachlauf folgen müssen, um zum Wasserfall zu kommen. Leider waren wir noch auf der falschen Seite des kleinen Flusses, und so suchten wir eine Stelle, an der wir trockenen Fusses den Strom überqueren konnten. Etwas weiter unten habe ich einen Baumstamm entdeckt. Sven versuchte sich daran. In der Zeit habe ich etwas weiter oben viele grosse Steine in den Fluss geworfen um eine Art Brücke zu bauen.
    Da Sven irgendwann drüben war und meine Brücke erst ein Hauch von einem passierbaren Weg, wählte ich ebenso den Baumstamm und kam so auf die richtige Seite.
    Nur: den richtigen Trail haben wir damit immer noch nicht gefunden. Je weiter wir dem Flusslauf folgten, desto enger und überwucherter wurde alles.
    Sven hatte schon gar keine Lust mehr und ich suchte weiter nach Anzeichen eines Weges. Plötzlich fanden wir den richtigen Weg, folgtem diesem etwa 200 Meter. Irgendwann die letzten Tage muss es hier übel gestürmt haben, und grosse Bäume lagen kreuz und quer über unserem Trail. Dieser war mittlerweile nur noch zu erahnen.
    Wir beschlossen wieder umzukehren und den Weg hoch zum Wasserfall zu nehmen. Als Sven irgendwann zwischen den ganzen Bäumen erkannte, wie hoch die Schlucht hier ist und wie weit wir noch hinaufkrackseln mussten, war es vorbei mir dem "unsere Füsse fliegen nur so über den Weg". Wir waren demotiviert, litten an Wasserknappheit und hatten keine Ahnung, wie weit dieser mittlerweile blöde Weg sich noch hinzog.
    Meter für Meter windeten wir uns den Hang hinauf, kamen immer höher und höher und fanden dann einen riesigen Wasserfall, und knapp daneben zwei weisse ziegenähnliche Viecher, die dort gemütlich chillten. Zumindest war das meine Auffassung vom Gemütszustand der beiden. Sven hatte vielmehr die Theorie, dass diese beiden Dinger völlig entkräftet in Schockstarre verfallen neben dem Wasserfall kauern und sich keinen Meter mehr wegbewegen trauen. Wir werdens wohl nie erfahren :)

    Nach insgesamt 19 Kilometern fanden wir Horny endlich wieder, gefühlt ab Kilometer 12 träumten wir von der eiskalten Coca-Cola, die wir zurück bei Horny dann trinken werden. Und im Ernst: sie war fantastisch!
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