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Canada: Endless North

Une aventure de 34 jours par TS - travelling the world. En savoir plus
  • Wer hatte nur diese blöde Idee?!

    26 août, Canada ☁️ 26 °C

    Wir wanderten weiter, fanden dabei haufenweise Pilze am Wegesrand, süsse Eichhörnchen (die Pilze assen, wtf?!) und sangen sogar freudig vor uns hin. Das erspart nämlich das ganze "Hey-Bear"-Gerufe.
    Der Weg führte uns irgendwann an eine Gabelung: rechts zum unteren Teil des Wasserfalls, links zum oberen Teil des Wasserfalls. Wir dachten uns, den Wasserfall von unten zu sehen und evtl. sogar noch kurz ins Wasser zu springen, ist eh viel cooler und mit der Drohne können wir dann hochfliegen.
    Auf dem weiteren Weg entdeckten wir auf einem Tannenbaum in etwa zwei Metern Höhe einen Pilz. Der lag da einfach. Total seltsam. Ein paar Meter weiter lag da schon wieder ein Pilz in luftiger Höhe. Unsere Theorie: Die Eichhörnchen. Die schleppen sich bestimmt die Pilze auf den Baum hoch, damit sie ihn später gemütlich futtern können. Aber es sieht schon echt sehr creepy aus und wie aus einem schlechten Horrorfilm, wenn da überall so Pilze auf den Bäumen sind.
    Der Weg begann sich langsam aber sicher zu ziehen. Auf Googlemaps entfernten wir uns immer weiter vom Wasserfall. Irgendwann kam ein Schild, man solle doch noch etwa 200 Meter den in den Boden geschlagenen Holzpfählen (sie waren etwa 25 cm hoch, wie soll man die erkennen?!) folgen, um dann wieder auf dem Trail zu sein.
    Einen Trail entdeckten wir nicht mehr. Aber es war irgendwie logisch, dass wir einfach dem Bachlauf folgen müssen, um zum Wasserfall zu kommen. Leider waren wir noch auf der falschen Seite des kleinen Flusses, und so suchten wir eine Stelle, an der wir trockenen Fusses den Strom überqueren konnten. Etwas weiter unten habe ich einen Baumstamm entdeckt. Sven versuchte sich daran. In der Zeit habe ich etwas weiter oben viele grosse Steine in den Fluss geworfen um eine Art Brücke zu bauen.
    Da Sven irgendwann drüben war und meine Brücke erst ein Hauch von einem passierbaren Weg, wählte ich ebenso den Baumstamm und kam so auf die richtige Seite.
    Nur: den richtigen Trail haben wir damit immer noch nicht gefunden. Je weiter wir dem Flusslauf folgten, desto enger und überwucherter wurde alles.
    Sven hatte schon gar keine Lust mehr und ich suchte weiter nach Anzeichen eines Weges. Plötzlich fanden wir den richtigen Weg, folgtem diesem etwa 200 Meter. Irgendwann die letzten Tage muss es hier übel gestürmt haben, und grosse Bäume lagen kreuz und quer über unserem Trail. Dieser war mittlerweile nur noch zu erahnen.
    Wir beschlossen wieder umzukehren und den Weg hoch zum Wasserfall zu nehmen. Als Sven irgendwann zwischen den ganzen Bäumen erkannte, wie hoch die Schlucht hier ist und wie weit wir noch hinaufkrackseln mussten, war es vorbei mir dem "unsere Füsse fliegen nur so über den Weg". Wir waren demotiviert, litten an Wasserknappheit und hatten keine Ahnung, wie weit dieser mittlerweile blöde Weg sich noch hinzog.
    Meter für Meter windeten wir uns den Hang hinauf, kamen immer höher und höher und fanden dann einen riesigen Wasserfall, und knapp daneben zwei weisse ziegenähnliche Viecher, die dort gemütlich chillten. Zumindest war das meine Auffassung vom Gemütszustand der beiden. Sven hatte vielmehr die Theorie, dass diese beiden Dinger völlig entkräftet in Schockstarre verfallen neben dem Wasserfall kauern und sich keinen Meter mehr wegbewegen trauen. Wir werdens wohl nie erfahren :)

    Nach insgesamt 19 Kilometern fanden wir Horny endlich wieder, gefühlt ab Kilometer 12 träumten wir von der eiskalten Coca-Cola, die wir zurück bei Horny dann trinken werden. Und im Ernst: sie war fantastisch!
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  • Dinosaur Gallery

    27 août, Canada ☁️ 16 °C

    Wärmstens empfohlen wurde uns auch das Tumbler Ridge Museum. Macht ja Sinn, so etwas zu haben, wo doch überall hier Dinospuren und -knochen gefunden wurden.
    Haben uns gleich heut morgen nach dem Verlassen des Campgrounds voll gespannt und grossen Erwartungen dorthin auf den Weg gemacht.
    Nach einer kleinen Dorfrundfahrt waren wir Punkt 9 zur Öffnungszeit da.
    Am Empfang eine junge Frau, die mir zugleich freudig interessiert und völlig lustlos erschien. Alles fand sie irgendwie aufregend. Woher wir kämen: "Switzerland." - "Oh, exciting!".
    Wie auch immer. Merchandise können sie! Im Shop gab's alles Mögliche mit Museums-Logo bedruckt, bestickt usw. Hoodie, Basecaps, Taschen, selbst Logo-Sticker und -Aufnäher. Man könnte meinen, die Besucher kämen busseweise 🚌 🚌 🚌.
    Wir waren die einzigen.
    Mein erster Gedanke war: irgendwie vermisse ich die 'Jurassic Park' Titelmelodie. Würde voll passen.
    Das Museum hatte einen grossen Raum. Das Schreiben dieses Footprints dauert länger, als unser Aufenthalt dort.
    Footprints gab's dort auch. Und versteinerte Abdrücke von Pflanzen, Fischen, Muscheln und natürlich Dinos.
    Alles war aussen an den Wänden des Raumes in Schaukästen drappiert.
    In der Mitte war eine Szenerie aufgebaut, wie es ausgesehen haben könnte, wenn ein grosser Raubsaurier Jagd auf zwei Pflanzenfresser gemacht hätte und zwei kleine weitere auf die Reste warten. Siehe Fotostrecke.
    War eine nette Abwechslung und herzig gemacht. Auch wenn man sämtliche WC-Geräusche mangels Türen bis zum Raubsaurier gehört hat. /S
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  • Weiterfahrt und Auffüll-Tag

    27 août, Canada ☁️ 22 °C

    Heute verlassen wir Tumbler Ridge. Der Abschied von Dean war fast schon herzlich, auch wenn wir hier nur drei Nächte verbracht haben. Er kam extra morgens nochmal auf den Campingplatz um Tschüss zu sagen und sich zu bedanken, was für nette, unkomplizierte und "always-smiling-guys" wir sind.
    Das Wetter ist heut mal wieder trist und trüb. Deshalb unser Tagesplan:
    - Dino-Museum Tumbler Ridge besuchen
    - Walter Wright Dörfchen anschauen
    - Kühlschrank füllen
    - Vorratsschrank füllen
    - Alkohol-Vorräte füllen (muss man separat im Bottle-Shop kaufen)
    - Benzintank füllen
    - Propangas auffüllen lassen
    - Wassertank füllen
    - Über Dawson Creek nach Grande Prairie fahren
    - Hornys Uhren umstellen

    Da es in der Nacht (für mich) überraschenderweise geregnet hat, sind unsere Campingstühle klatschnass. Ich versuch sie in der Zeit bevor wir losfahren noch einigermassen zu trocknen, aber leider müssen sie feucht in den "Kofferraum" von Horny.
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  • Sulphur Gates und Eaton Falls

    28 août, Canada ⛅ 8 °C

    Auf unserem Weg durch Alberta immer weiter südwärts in Richtung Rocky Mountains halten wir nahe der Kleinstadt Grande Cache, die am Fuss der Rockies gelegen ist. Einmal mehr einmalige Landschaften.
    Wir starten unsere Wanderung bei den Sulphur Gates, wo zwei Flüsse ineinanderlaufen. Da sie aus anderen Regionen kommen, sind sie mit unterschiedlichen Mineralien angereichert und haben deshalb zwei ganz unterschiedliche Farben.

    Danach wandern wir zum Eaton Falls.
    Natürlich wieder mit klimperndem Bärenglöckchen am Rucksack und griffbereitem Bärenspray.
    Da es kürzlich geregnet hat, sind auf dem Weg einige kleinere Schlammpfützen entstanden. Mühsam für Wanderer, jedoch perfekt um nach Bärenspuren zu suchen 🐻👣.
    Nach der Wanderung wärmen wir im Camper noch Reste auf zum Mittagessen, ehe wir uns entlang der Rockies zum Pierre Grey's Lakes Provincial Park machen. /T
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  • Dawson Creek

    28 août, Canada ☁️ 14 °C

    Nein, nicht die TV-Serie aus den Neunzigern. Es geht um das kleine Städtchen im Nordosten British-Columbias mit ca. 12.000 Einwohnern.
    Bis in die 1930er Jahre eine eher unbedeutende Pioniersiedlung. Zeitzeuge davon ist das 'Walter Wright Pioneer Village', welches mit Gebäuden, wie Wohnhäusern, Schulen, Kirchen, Geschäften (alles originalerhalten) inklusive sämtlicher Einrichtungsgegenstände eindrücklich zeigt, wie das Leben damals war.
    Ab 1942 begann der Bau des 2.400 km langen Alaska-Highways, damals noch als Versorgungsstrasse im zweiten Weltkrieg und somit entwickelte sich Dawson Creek zum Tor des Nordens.
    Mitten im Stadtzentrum befindet sich die berühmte Mile 0, der Startpunkt des Highways. /S
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  • Canada as Its Best

    28 août, Canada ☁️ 16 °C

    5 Seen, Wald, soweit das Auge reicht. Ein Platz für die Hängematte. Fehlt nur noch Holz für ein schönes knisterndes Lagerfeuer. Doch in zwei Stunden solls leider regnen.

    Einer der schönsten Flecke, die wir bisher gesehen haben.
    Gute zwei Wochen sind wir schon unterwegs und nochmal etwa so lange haben wir vor uns.
    Nach einem ersten Erkundungstrip rund um den "Island-Trail" chillten wir erstmal gemütlich an unserm Platz.
    Als sich ein erstes Hungergefühl meldete, schnippelten wir umgeben von verschiedenen Eichhörnchen Rüebli, Zwiebeln und Kartoffeln. Ich mache mich ans Anbraten und Kochen der verschiedenen Bestandteile, und benutzte heute sogar mal alle drei Gasflammen unseres Kochherdes. Es gab Svens Lieblings-Campingessen Bratkartoffeln mit Speck, gedämpfte Rüebli und mariniertes angebratenes Fleisch.
    Nach dem Essen machten wir uns auf einen Verdauungspaziergang zu den Überbleibseln eines Handelspostens aus dem Jahr 1890. Dort konnten Reisende zu Pferd damals notwendige Erneuerungen an Sattel / Zaumzeug / Transport-Kisten vornehmen, bevor sie bspw. Felle weiter transportierten. Weder Elch noch Bär haben sich auf unserem Abendspaziergang gezeigt. Aber natürlich begegneten wir wieder einem freundlichen Eichhörnchen. /T
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  • bitter bitter kalt

    29 août, Canada ☀️ 5 °C

    Ich traue meinen Augen kaum: Es soll 2 Grad sein heute früh. Und kaum aus dem mukkelig warmen Bett geschlüpft spüre ich die Kälte. Es ist bitter böse kalt heute früh. Sofort steige ich in die langen Outdoorhosen und meinen warmen Kuschelpulli, setze Kaffeewasser auf (die Gasflamme heizt bestimmt etwas mit auf) und drehe die Heizung von Horny auf. Ein übler Geruch nach verbranntem Staub dringt aus ihr in den Camper. Aber lieber es stinkt, als dass ich friere 🥶.
    Wir machen uns bald auf einen Morgenwalk, damit uns warm wird. Und bald müssen wir wohl Wollmützen kaufen, denn morgen gehts ab in die Rocky Mountains.
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  • Paddelgedaddel auf dem Gregg-Lake

    29 août, Canada ☀️ 15 °C

    Wir verbringen den heutigen Tag im William A. Switzer Park, zu welchem der Gregg-Lake gehört.
    Vorgängig buchen wir uns online ein Kanu bei einem Boots-Verleih, der völlig ohne Personal vor Ort arbeitet. Wir erhalten online den Code für das Zahlenschloss, mit welchem unser Kanu befestigt ist. Beim Zurückgeben muss man dem Verleih einfach Bilder der zurückgebrachten Rettungswesten, Paddel und des Kanus per Whatsapp schicken. Total easy und offensichtlich funktionierts ganz gut. Für ungefähr 35 Franken dürfen wir 3 Stunden auf dem See rumpaddeln. /TEn savoir plus

  • Gregg Lake Campground

    29 août, Canada ⛅ 17 °C

    Waren nach unserer Kanu-Paddelei zu früh dran zum Einchecken. Da haben wir grad noch Zeit, unser Abwasser zu leeren, das uns bis zum Hals steht (nur das vom Geschirrspülen 😜), uns im Shop des Campgrounds Feuerholz und Anzündhilfen und zwei Glace zu holen. Dann fahren wir nochmal zum See, geniessen die Ice Cream und planschen noch n bissl im zu kalten Wasser.

    Unser Stellplatz liegt ganz hinten in einer Sackgasse. Mitten im Wald. Es gibt Strom, eine Sitzgarnitur und einen Feuerkorb. Wir schauen uns noch bissl um, wollen WCs ausfindig machen und die Duschen. Duschen... hmm. Laut Plan gibt es nur ein Gebäude mit Duschen. Für alle? Wir laufen und laufen. Noch ein Wegweiser, noch eine Kurve. Wir laufen auf der Schotterstrasse gefühlt tiefer in den Wald und immer weiter weg. Wir entscheiden uns, zurück zu gehen, Duschkram zu holen und bei diesem absurd langen Weg auch gleich zu duschen. Zwei Kurven später sind wir da und können nach drei Tagen mal wieder duschen. 😆

    Liegen grad draussen in Hängematte und Stuhl mit Apero, Chipsli und Schoggitafel.
    Sind kurz ne Minute drin um neue Getränke zu holen und sehen beim Zurückkommen gerade noch ein Eichhörnchen mit einer halben Tafel Schokolade im Maul abhauen. Sowas freches! Direkt hinterm Camper sind einige Löcher im Boden, wo es wohl seine Vorräte hat. Na dann, en guete! /S
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  • Unser Kuschelnest

    29 août, Canada ⛅ 16 °C

    ...ist jetzt noch kuscheliger. Da die nächtlichen Temperaturen der nächsten Tage immer so um die 2 Grad liegen werden und die Kälte zu unserem Nest über der Fahrerkabine aus 5 von 6 Seiten kommt, habe ich die Dämmung von unten verstärkt.
    Und weil wir jetzt in einer neuen Zeitzone sind, müssen wir besonders gut schlafen können, um uns umzugewöhnen. ☺️ /S.
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  • Biber (nicht Justin)

    30 août, Canada ☀️ 8 °C

    Wir haben uns vorgenommen, heute richtig früh aufzustehen, um im Dörfchen Hinton Biber schauen zu gehen.
    Leider wurde aus "richtig früh" nur "früh". Am Morgen war es wieder bibber-kalt, sodass ich uns mit Hornys Heizung das Aufstehen etwas angenehmer gemacht habe.
    Wir fuhren also nach Hinton und gingen schnurstracks zu den Biber-Dämmen und haben geschaut, geguckt und beäugt. Doch irgendwie sehen wir hier in Kanada immer nur Eichhörnchen. Es ist wie verhext.
    Irgendwann entdeckte ich links hinter dem Biberdamm eine Bewegung, habe Sven völlig aufgeschreckt auf den Biber dort hinten aufmerksam gemacht. Bei näherer Betrachtung war es dann doch eine Ente...
    An dieser Stelle Spoileralarm: Im Laufe des Tages wird der Eichhörnchen-Fluch gebrochen und wir sehen endlich was grosses Braunes (und von den meisten Tieren, die wir im Laufe des Tages gesehen haben, konnten wir Bildmaterial sicherstellen).
    Wir stiefelten also durch diesen Biberteich und bewunderten die Werke dieser kleinen braunen Nager. Echt beeindruckend, wie die ihre Dämme bauen.
    Im Anschluss füllten wir unsere Vorräte auf und machten uns eeeeeeendlich auf den Weg in die Rocky Mountains! /T
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  • Hallo Rocky Mountains

    30 août, Canada ☁️ 13 °C

    Wir sind auf dem Weg nach Jasper am Eingang der Rocky Mountains, wo wir zwei Nächte verbringen werden.
    Wir sind beeindruckt von den Felsen, den Seen und den vielen Wäldern.
    Kaum sind wir im Jasper Nationalpark sehen wir direkt am Strassenrand schon die ersten Bergziegen herumspringen.
    Wir stoppen an den Jasper Lake Sand Dunes, mit schönem Sandstrand vor toller kanadischer Kulisse. /T
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  • 2024: ein Drittel von Jasper brennt

    30 août, Canada ☁️ 12 °C

    Wir haben um 17.30 Uhr eine Bootstour auf einem fast 0 Grad kalten Gletschersee. Die Zeit davor nutzen wir für eine Wanderung durch abgebranntes Gebiet.
    2024 wüteten schlimme Waldbrände in und um Jasper. Ein Drittel aller Häuser wurde zerstört, die Fläche von 40% des Kantons Thurgau oder 20% vom Kanton St. Gallen sind verbrannt.
    Bei unserer Wanderung sehen wir fast soweit das Auge reicht nur abgestorbene Bäume. Irgendwann taucht wie eine Fata Morgana ein kitschig grüner Golfplatz zwischen den abgebrannten Bäumen auf. Es ist kaum zu glauben wie der Kampf gegen die Flammen hier vor zwei Jahren gewesen sein muss. /T
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  • Endlich sehen wir Kanadas Riesen

    30 août, Canada ☁️ 8 °C

    Um 17.30 Uhr starten wir unsere Bootstour auf dem Maligne Lake, welcher seit gut 100 Jahren zum Nationalpark von Jasper gehört. Das erklärt auch, dass es um den gesamten See nur grad etwa 4 Gebäude gibt.
    Nach ca. 5 Minuten Fahrt auf dem Wasser entdecken wir rechts am Ufer eine Elchkuh. Sie steht im eiskalten Wasser, den Kopf ins Wasser gestreckt um nahrhafte Algen zu fressen. Elche sind hervorragende Schwimmer und ausgezeichnete Taucher. Und sie sind riesig!
    Wir fahren den Gletschersee entlang, die Berge um uns herum werden immer höher und wir können verschiedene Gletscher erkennen. Auch hier bietet sich dasselbe Bild wie in der Schweiz: sie schmelzen.
    Wir machen einen kurzen Halt um ein paar schöne Fotos zu schiessen und tuckern wieder mal bei Regen zurück.
    Auf dem Heimweg lassen wir uns viel Zeit und suchen links und rechts am Wegesrand nach wilden Tieren.
    Wir entdecken zwei junge Hirsche.
    Ein paar Kilometer weiter hält das Auto vor uns am Strassenrand an. Davor steht ebenfalls ein Auto. Wir suchen den rechten Waldrand nach einer Bewegung ab.
    Das Auto direkt vor uns gehört einer Parkrangerin, die uns ungeduldig vorbeiwinkt.
    Langsam lassen wir Horny anfahren und entdecken doch tatsächlich einen Grizzlybären etwa 30 Meter von uns.
    Der Parkrangerin gefällt unser gemächliches Tempo gar nicht und sie motiviert uns mit ihrer Hupe weiterzufahren. Leider kriegte ich den Bären so nicht vor die Linse.
    Kurz bevor wir ins Dörfchen Jasper kommen, haben wir nochmal Glück.
    Auf jeder Seite der Strasse steht ein Hirsch. Anmutig, mit riesigem Geweih. Was für schöne Tiere! Wir können uns kaum losreissen von dem wunderschönen Anblick. /T
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  • Ausschlafen und nächste Tage planen

    31 août, Canada ☁️ 7 °C

    Ich lasse Sven heute mal Ausschlafen, da wir kein grosses Programm haben. In der Zwischenzeit mache ich schon mal ein schönes Lagerfeuer bei etwa 5 bis 6 Grad Aussentemperatur und fange an, die nächsten Tage zu planen. Das Wetter wird leider ab übermorgen Mittag schlechter, was mir definitiv einen Strich durch die Rechnung zieht.
    Ab morgen sind wir in Lake Louise, das vielleicht dem einen oder anderen aus den bekannten Skirennen ein Begriff ist.
    Ich versuchte also einen Shuttle zu einem gewissen See zu buchen, den man mit dem Auto nicht erreichen kann. Das hat hinten und vorne nicht funktioniert, zumal ich diesen Shuttle entsprechend dem Wetter buchen wollte.
    Svens Ausschlafen hat bis 08.10 Uhr wunderbar geklappt, doch mitten in meinen unfruchtbaren und etwas frustrierenden Recherchen klackerte und klimperte es aus Horny.
    Das weitere Planen wird jetzt nix mehr. Manchmal hilft es, eine Sache ein paar Stunden ruhen zu lassen, und eine Lösung kommt scheinbar wie von selbst. /T
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  • Pyramid-Lake

    31 août, Canada ☁️ 14 °C

    Wir besprechen nach dem Aufstehen unsere Möglichkeiten für den Tag. Wir wollen mit der Gondelbahn auf den Whistler-Mountain. Nachmittags zwischen 13.00 und 17.00 Uhr soll die Sonne etwas durchdrücken, weshalb wir die Reise auf den Berg auf den Nachmittag legen. Eine Gondelfahrt hier in Jasper ist nicht ganz so einfach und geschmeidig wie bei uns beispielsweise auf den Hohen Kasten oder auf die Alp Sigel.
    Hier muss man vorgängig einen Zeitslot buchen, mindestens 20 Minuten vorher fürs Check-in und Boarding bereitstehen und natürlich vorgängig auch schon die Gondel nach unten buchen. Was für ein Humbug. Aber mein ganzes Gezeter und Gemaunze bringt hier keinem was, und es bringt uns erst recht nicht innerhalb von 7 Minuten auf diesen Berg. Also füge ich mich brav dem Schicksal und buche für heute Nachmittag um 14.00 Uhr die Gondel hoch und um 16.15 Uhr die Gondel runter *daumendück*.
    Die Zeit bevor wir auf unsere gebuchte Gondel müssen, verbringen wir bei einer Wanderung auf der nicht abgebrannten Seite von Jasper, beim Pyramid-Lake und einem 2-stündigen Walk auf den nahegelegenen Berg mit wunderbarer Aussicht auf Jasper und Umgebung.

    Etwa 500 Meter vor Ende unserer Wanderung höre ich einen Aufschrei hinter mir: Sven ist mit seinem linken Fuss umgeknickt (genau davon kann ich ein 28-strophiges Lied singen).
    Er beisst die Zähne zusammen und marschiert munter weiter. Im Camper angekommen gebe ich ihm meine Knöchelstütze, die ich für meinen ebenfalls linken Schwachmaten-Fuss kurz vor unserer Kanada-Reise bekommen habe, weiter. /T
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  • Hoch hinaus auf 2470 Meter

    31 août, Canada ☁️ 15 °C

    Wir fahren weiter zu unserem gebuchten Gondel-Bahn-Slot.
    Als die erste Gondel uns entgegenkommt sehen wir eine uralte, doch sehr heruntergekommene rote Kabine, vollgestopft mit fremden Menschen, deren Tür nicht mehr aufgeht. Alles sehr vertrauenserweckend. Die Mitarbeiter nehmens mit Humor und meinen, dass man die Türen hier nicht aufmachen sondern manchmal halt eher aufschlagen muss.
    Wir vertrauen mal drauf, dass das Ding nicht gerade heute den Geist aufgibt oder abstürzt und uns heil hinauf und natürlich um Punkt 16.15 Uhr auch wieder hinunter bringt.
    Die Aussicht, die sich uns auf dem Berg bietet, ist phänomenal. Gerade weil wir schon einiges hier in Jasper unternommen haben, erkennen wir von weit oben herab verschiedene Seen und Berge (und sogar unsere Campingplatz), an denen wir schon gewesen sind.
    Eine kleine Fotosession auf dem Berg liegt auch noch drin, und beim Zurückwandern läuft uns sogar ein herziges Pika über den Weg.
    Wir haben noch etwas Zeit und trinken im Restaurant was. Sven, das kleine Schleckmaul, nimmt zudem einen NewYork-Cheesecake.
    Svens angeknackster Fuss kann somit zum ersten Mal eine gute halbe Stunde ruhen.
    Und als wir in die gebuchte Gondel steigen sollten findet sein Fuss das ziemlich blöd. Er hat Schmerzen und leidet. Kurzerhand entschliessen wir uns, in Jaspers Apotheke ein Cold-Pack und Voltaren zu kaufen. /T
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  • Umweg zur Apotheke von Jasper

    31 août, Canada ☁️ 17 °C

    Svens Fuss fordert seinen Tribut: wir fahren zur Apotheke von Jasper um einen Coldpack zum Kühlen und Voltaren zu kaufen.
    Auf dem Weg sehen wir vor uns einen kleinen Stau. Entweder ein Unfall, oder was hier in Jasper wahrscheinlicher ist: irgendein Wildtier am Strassenrand.
    Wir lassen es uns natürlich nicht nehmen und fahren beim Parkplatz raus. Eine grosse Herde Hirsche chillt hier direkt am Rand der Strasse. Was für tolle Tiere!
    Ohne Svens Fussverletzung hätten wir das so nicht gesehen. /T
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  • Ein bisschen Luxus - wir sind keine 20 mehr

    31 août, Canada ☁️ 16 °C

    Auch in Australien und Neuseeland schon, haben wir immer mal wieder was zu unserer regulären Camper-Ausstattung dazugekauft. Wir improvisieren gerne und machen aus Wenig das Beste, doch gerade wenn wir fast fünf Wochen mit dem Camper unterwegs sind, dann wollen wir vernünftige Pfannen und Messer, etwas mehr Gewürze als nur Salz und auf den ein oder anderen Luxus nicht verzichten. In der Bildstrecke haben wir alles fotografiert, was wir für diese Reise zusätzlich gekauft haben. /TEn savoir plus

  • Lecker Essen und Frage an euch

    31 août, Canada ☁️ 16 °C

    Wenn man so im Camper unterwegs ist, muss man manchmal die Menüs so zusammenstellen, dass sämtliche Reste irgendwie aufgebraucht werden. Das gelingt mir seit fast drei Wochen relativ gut und wir mussten noch gar nix wegschmeissen. Eine Sache schiebe ich bei jedem Mal Kochen jedoch zur Seite und habe noch keinen Plan, wie ich dieses Etwas gekonnt in ein Menü einbauen könnte. Jetzt seid ihr gefragt. Was könnte ich mit diesem Etwas anfangen?
    Bei der Camperübernahme hatten wir von anderen Reisenden einen Sack voller originalverpackter Lebensmittel bekommen. Darunter die Dose in der Bildstrecke.
    Hinterlasst mir eure kreativen Ideen gerne als Kommentar, sodass ich die Dose irgendwann die nächsten zwei Wochen gekonnt in ein Menü einbauen kann.
    Falls sie bis zum Schluss übrig bleibt, schenke ich sie halt dann anderen Campern weiter :)) /T
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  • Kreative Abendphase

    31 août, Canada ☁️ 12 °C

    Was heute morgen noch so gar nicht funktionieren wollte bei der Planung, hat der Abend total wettgemacht.
    Wir haben uns gemeinsam eine Route für die nächsten Tage überlegt, sodass wir am Schluss unserer Reise so ziemlich durch die gesamten Rockies durch sind.
    Wir können alle gespannt sein wie das wird. Feinplanung folgt nach und nach.
    Jetzt liegen wir brav in unserem Bett, Sven hat seinen Fuss nochmal ordentlich mit Voltaren eingeschmiert und versucht schon loszuschlummern.
    Ich werd noch ein paar Zeilen lesen und dann auch mal ein Gemisch von hier und Zuhause träumen, gell Veli 😃.
    Gute Nacht aus Kanada und guten Morgen nach Switzerland. /T
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  • Unterwegs zu den Eisfeldern

    1 septembre, Canada ☀️ 8 °C

    Bereits am Morgen um 7:00 Uhr verlassen wir den Whistlers Campground und den Jasper Nationalpark und fahren auf dem Icefields Parkway Richtung Lake Louis. Haben für 10:00 Uhr eine Tour gebucht, die uns auf die Columbia Icefields mitnimmt. Unterwegs machen wir an einigen kleineren Spots halt, die echt sehenswert sind.
    Am Horseshoe Lake, zum Beispiel, der wie ein Hufeisen geformt ist, an tosenden Wasserfällen des La Biche und des Sunwapta Rivers und an Aussichtspunkten mit fantastischen Blicken auf die beeindruckende Bergkette der Rocky Mountains inklusive Schnee- und Gletscherkuppen. /S
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  • Columbia Icefield

    1 septembre, Canada ⛅ 8 °C

    Um 10.15 Uhr startet unsere Tour auf den Columbia Gletscher. Wir fahren erst mit einem normalen Reisebus etwa 5 Minuten relativ nahe an den Gletscher heran. Dort steigen wir um auf eine Art Bus auf Traktor-Rädern, nur viel breiter :)
    Dieses Monsterteil könne Steigungen bis 36 Grad bewältigen. Und das braucht es auch, denn es geht steil abwärts.
    Irgendwann erreichen wie einen kleinen Fluss, der vom Schmelzwasser stammt und direkt danach fahren wir auf den Gletscher.
    Die Bedeutung der Gletscher im Bereich des Wasserspeichers für unsere Welt ist enorm. Letztes Jahr war das Jahr der Gletscher-Erhaltung. Ein Teil des letzten Jahres formulierten Ziels ist die Aufklärung über die Wichtigkeit der Gletscher für unser Klima und vor allem auch für unser Wasser. Auf den Gletscher gibt es hier jedes Jahr rund drei Meter Schnee, was ebenfalls als Schmelzwasser über die Flüsse ins Tal fliesst.
    Durch die vielen Waldbrände hier in Kanada schmelzen die Gletscher noch schneller als üblich. Russpartikel von den Bränden steigen in die Luft auf und sinken auf die Gletschermasse ab. Die dunklen Partikel fördern die Schmelze, das gleiche Prinzip wie ein schwarzes Shirt im Sommer.
    Zurück zu uns. Nach ungefähr 20 Minuten Fahrt halten wir an und dürfen aus unserem Gletscherfahrzeug aussteigen. Wir stehen auf dem Gletscher und dürfen uns ungefähr 20 Minuten umsehen. Teilweise ist der Boden eisig, teilweise rinnen kleine Bäche über das Eis, und teilweise ist es wie Crushed-Eis. Es herrscht grosser Andrang, ungefähr vier solcher Busse sind gleichzeitig da. An den beiden Kanada-Flaggen, die tief im Eis stecken, herrscht ebenso grosser Andrang. Wir stellen uns brav an und lassen uns fotografieren.
    Auf dem Weg weiter den Gletscher hinauf, macht Sven einen unglücklichen Schritt und tritt mit seinem rechten Fuss knöcheltief in die Eis-Wasser-Matsche-Pampe und sein ganzer Schuh saugt sich voll Wasser. Eiskaltem Wasser natürlich. Wie ungünstig.... Denn wir müssen noch etwa 15 weitere Minuten hier verbringen.
    Wir schiessen noch ein paar Fotos und machen uns dann auf den Rückweg.
    Insgesamt ein Erlebnis, dass wir uns im Nachhinein aus meiner Sicht hätten sparen können. Wir hatten bisher trotz Hauptreisezeit immer Glück und kaum andere Menschen. Wie sehr ich das schätze wird mir heute gleich mehrfach bewusst.
    Wir machen uns schleunigst auf den weiteren Weg Richtung Lake Louise, worauf ich schon sehr gespannt bin. /T
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