• Auf nach Hikkaduwa

    December 19, 2025 in Sri Lanka ⋅ 🌧 28 °C

    Heute geht es in Richtung Beach! Aber dazu müssen wir erst einmal von 1.800 m auf 0 kommen. Und dazu braucht es Kurven. Viele, sehr viele Kurven. Bestimmt mehr als 1.000. Obwohl ich die Straße gut im Blick habe, rebelliert mein Magen dagegen. Als sich der Speichel im Mund sammelt, heißt es ablenken, ablenken, ablenken. Ich versuche mir alle Ziffern, die ich im und vor allem außerhalb des Autos sehen kann innerlich in verschiedenen Sprachen vorzulesen. Bald gehen mir die Sprachen und dann auch die Zahlen aus. Mich überfällt eine tiefe Müdigkeit, gegen die ich anzukämpfen versuchen, da ich Angst habe, wenn ich die Augen schließe, dass mir noch mehr übel wird. Ich muss an Bruno denken, wie er, im wahrsten Sinne des Wortes, hundemüde ist, aber dennoch versucht, wach zu bleiben, da er ja irgendwas Wichtiges verpassen könnte – wurde da nicht eben in der Küche Käse aus dem Kühlschrank geholt? Irgendwann kann er vor Müdigkeit nicht mehr stehen, dann liegt der Kopf, dann schließen sich seine blauen Augen. So mache ich es jetzt auch und schließe meine Braunen. 20 Minuten später wache ich wieder auf. Die Kurven sind deutlich länger und die Berge nur noch Hügel. Geschafft. Manchmal sollte man seinem Körper einfach vertrauen, in der Regel weiß er schon selbst, was ihm gerade gut tut. Wir halten am nächsten Supermarkt, ich möchte eine Cola. Ist für mich Medizin. Auf dem Weg zum Eingang erleiden wir fast einen Hitzeschlag in unseren langen Klamotten. Es gibt keine Cola, die Lieferung blieb aus wegen der Unwetter. Wir finden Woodapple Juice – eine dicke, braune, nicht unbedingt gut riechende Flüssigkeit. Rein damit. Schmeckt überraschend gut. Ein Klassiker auf Sri Lanka.

    Hikkaduwa ist ein typischer Touristen-Ort mit vielen russischen Gästen, weshalb fast alles auch auf kyrillisch geschrieben steht. Trotz Hochsaison ist es verhältnismäßig leer, aber immer noch laut genug. Daher sind wir froh, ein Appartement 10 Minuten zu Fuß vom Beach entfernt im Grünen zu haben.

    Abends besuchen wir ein kleines Restaurant in einer Seitenstraße. Ich bestelle Krabben in Curry.  Auf dem Teller, den man vor mich hinstellt, liegen 4 handtellergroße Krabben umgeben von safrangelber Currysauce. Äh ja. Eine Zange und ein lange dünne Gabel, sowie eine Schüssel Wasser werden daneben platziert. Ok, auf gehtˋs. Es wird eine Schlacht und das mit Abstand beste Essen, das ich seit langem hatte, und ich gehe (bekanntlich) gern gut essen. Zum Glück sitzen wir durch große Pflanzen verdeckt etwas abseits, so dass kaum einer mitbekommt, wie ich glücklich grinsend dasitze mit verschmiertem Mund, Händen, bekleckertem Tisch und Fußboden. Ich liebe es! Als ich nach der Toilette frage, eigentlich eine Dusche benötigend, verneint man, die gibt es hier nicht. Aber für mich wird hektisch hinter dem Tresen aufgeräumt, und ich werde an das einzige Waschbecken geführt. Die Bedienung grinst auch. Und wir grüßen uns im Verlauf der kommenden Woche, wann immer wir uns sehen
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