Wale, nichts als Wale
Dec 24–26, 2025 in Sri Lanka ⋅ ☀️ 28 °C
Der Frauentausch am 23.12. hat hervorragend geklappt. Morgens ist die eine abgereist. Ich habe einen laaaangen Strandspaziergang gemacht, und als ich in das Appartement zurück kam, war die andere schon da! Willkommen auf Sri Lanka, Jö.
Was gibt es Schöneres, als an Heiligabend 4h morgens aufzustehen und in Richtung Süden nach Merissa zu fahren, um dort ein Boot zu besteigen und Wale zu beobachten. Weihnachtsbaum schmücken kann jeder. So dachten wir. Auf dem Boot waren ca. 40 Leute. Es gab eine kurze Einführung. Und wer wollte, konnte eine Seesick-Pille nehmen. Ich war einer der wenigen, die sofort zuschlugen. Kenne mich. Und wir schauen mal, wer hier am Ende milde mitleidig lächeln wird. Es ging los, die Sonne tauchte über dem Ozean auf. Es dauerte nicht lang, da gab es auch die ersten Delphine zu sehen. Sie waren um diese Tageszeit auf Nahrungssuche und legten Strecke zurück. Besonders die großen Tümmler glitten mit einer Eleganz und Synchronität durch das Wasser, so dass sie wie eine einzige Welle wirkten, welche die Wasserwellen schnitten. Das hatte eine unglaublich beruhigende Wirkung auf mich. Weiter hinaus ging es auf den Ozean. Wir kreuzten die Schifffahrtslinie der großen Frachter und erreichten nach etwas mehr als einer Stunde die Tiefsee. Hier geht es 2.500 m weit runter, bevor der Grund erreicht wird. Wenn es Wale gibt, dann hier. Aber hier gab es vor allem wuchtige Wellen, die das Boote gehörig ins Schlingern brachten. Das fanden doch recht viele der Passagiere nicht so lustig. Reihenweise kippten sie um. Und das meine ich wörtlich. Sie lagen am Boden, die gefüllten Kotztüten in der Hand. Das Boot setzte seine Suche unbeirrt fort, schließlich war das hier mit Ansage. Jö füllte auch ein Tütchen und dann ging es ihr zum Glück wieder gut. Anderen half das leider gar nicht. Wale oder Anzeichen davon waren leider nicht zu sehen. Infolge der zunehmenden Schifffahrt, unerlaubten Tauchgängen und Annäherungen, ändern die Tiere ihre Routen. Schade, aber ich kann es ihnen nicht verübeln. Aber es beeindruckte mich schon der Gedanke, dass hier nichts weiter als Wasser war, nach vorn und nach unten, unendliches blaues Schwarz. Nach erfolglosem Kreuzen der Gewässer, was nur zu noch mehr gefüllten Tüten führte, machten wir uns auf den Rückweg. Nachdem wir aus der Tiefsee heraus waren, ließen sich wieder Delfine blicken. Plötzlich war das ganze Boot von einer großen Gruppe von an die 50 Spinnerdelphinen umgeben, die sichtlich Spaß hatten und auch aus dem Wasser schnellten, um sich mehrfach um ihre Achse zu drehen. Nach einem Badestopp fuhr das Lazarettschiff wieder im Hafen ein. Milde mitleidig lächelnd beobachtete ich, wie die meisten immerhin aufrecht stehend, dennoch wankend, den rettenden Schiffssteg erklommen.
Abends dekorierten wir mit den von Jö mitgebrachten Mitteln ein wenig weihnachtlich und sahen eine mittelmäßig und vorhersehbare Weihnachtskomödie. Ein wenig Tradition muss dann doch sein.Read more















