• Zimmer mit Aussicht

    Dec 28–30, 2025 in Sri Lanka ⋅ ☁️ 19 °C

    Am nächsten Morgen geht es weiter nach Ella, zurück in die Berge. Unsere Unterkunft für die nächsten zwei Nächte ist nicht so einfach zu finden. Irgendwann wird die Straße so schmal und steil, dass unser Fahrer aufgibt. Ein TuckTuck wird organisiert, um zumindest das Gepäck zu transportieren. Der Aufwand lohnt sich. Unser kleiner Bungalow, ein Zimmer mit Bad hat auch eine Terrasse und genau auf die kommt es an, da wir vom Berghang aus in das Tal blicken. Herrlich. Noch ist der Bungalow aber nicht bezugsfertig, also auf zur Nine-Arche-Bridge, über die der Zug fährt und die (leider) zum absoluten Instagram-Hotspot geworden ist. Später erkunden wir etwas den Ort, der sehr touristisch aber irgendwie nett ist und trinken einen guten Cappuccino im Avocado-Café, das ein Schild aufgestellt hat, dass sie gar keine Avocados haben. Macht nichts. Für den Abend hat Jö einen Kochkurs gebucht – Currys im Sri Lanka Style. Die junge Frau, die den Kochkurs leitet, erklärt und zeigt uns, wie eigentlich ein Curry-Pulver entsteht. Spannend sind auch die neuen Kenntnisse zum Öffnen einer Kokosnuss samt Rausschälen der Kokosraspeln. Jetzt weiß ich endlich, wie Bounty hergestellt wird. Das Kochen macht Spaß, das Essen ist super lecker.

    Am nächsten Morgen gibt es erstmal ein ausgiebiges Frühstück auf unser Terrasse, bevor wir uns auf den Weg zum Kleinen Adamˋs Peak machen, einem Berg nicht weit von uns. Da es warm ist, kommen wir gut ins Schwitzen, aber auch hier lohnt sich die Aussicht. Wenn man den Berg auf der anderen Seite wieder ein ganzes Stück steil nach unten und dann den nächsten wieder hinauf klettert, verspricht das noch mehr Aussicht. Ich wage es. Auf diesem Weg ist kaum noch jemand. Kurz hinter mir ist nur ein junges Pärchen, denen die Lockerheit und Coolness schon aus den Gesichtern springt. Er mit ausgezogenem T-Shirt und Sixpack. Ich beschwere mich nicht. Der Weg ist nicht ganz ohne, aber die Ruhe und Landschaft belohnen die Mühe. So sitze ich auf einem Felsen und genieße. Bis mich der Typ anspricht und fragt, ob er ein Foto von mir machen soll? Auf mein fragendes Gesicht meint er weiter, dass sähe gerade so toll aus, wie ich da auf dem Felsen sitze. Ich hätte niemals diesen Typen angesprochen, bin ich doch weit entfernt, cool zu sein (oder etwa doch nicht?). Das Foto wird gemacht, die Freundin schneidet eine frische Mango auf, die wir uns teilen und kommen ins quatschen. Sie sind aus UK und erkunden auf eigene Faust die Insel. Sie überlegen, auch den nächsten Bergvorsprung noch zu erklimmen. Ich lehne ab, man sollte wissen, wann gut ist, und es gibt immer einen scheinbar noch besseren Punkt, den man erreichen kann, oder es eben lässt.

    Die Nacht wird leider für Jö und mich ein abwechselndes Aufsuchen des Bades, da alles aus unserem Körper herausdrängt. Das ist bis zum Morgen auch geschafft, wir allerdings auch, so richtig. Ich versuche unserem Vermieter verständlich zu machen, dass wir Magenprobleme haben und nur wenig zum Frühstück möchten. Er nickt verständnisvoll und bringt dann doch alles auf den Tisch. Ich schaue das Essen nur traurig an und überlege, ob mir übel wird. Leider können wir heute nicht einfach rumhängen, es ist Reisetag. Erst mit dem TuckTuck, dann 3 Stunden mit dem Zug, dann noch gute 2 – 3 Stunden mit dem Auto. Am Bahnhof hängen wir in den Seilen. Jö schafft es irgendwie, unseren Waggon ausfindig zu machen. Sitzen. Immerhin bekommen wir ein wenig zwischen dem Schlafen von der schönen Landschaft mit. Es geht langsam besser. Der Fahrer, der uns abholt, ist total nett und will uns die Wasserfälle der Gegend näher bringen. Er hält an jedem Aussichtspunkt. Bei den ersten beiden steigen wir noch höflich aus, dann nicht mehr. Wieso gibt es so viele Wasserfälle hier? Und hier werden schon nur die mit wenigstens 50m Höhe überhaupt beachtet. Unterwegs sehen wir noch Asiaten, die aufgeregt Kühe fotografieren. Irgendwann am späteren Nachmittag sind wir an unserem nächsten Hotel angekommen, wo wir 4 Nächte bleiben werden.
    Read more