Einmal Kampfjet bitte!
6 febbraio, Bhutan ⋅ ⛅ 14 °C
Bhutan, Bhutan, Bhutaaaan. Ja, wie soll ich anfangen. Vielleicht in Kathmandu? Dort war man sehr interessiert an meiner weiteren Reise und als Bhutan immer konkreter wurde, wuchs auch bei allen anderen die Neugier und sogar ein wenig der Neid. Spannenderweise beseht in Bhutan wiederum ein großes Interesse an Nepal. Beide Länder sind fast Nachbarn, aber wissen so gut wie nichts voneinander. Und was weiß ich über Bhutan? Auch nichts. Und das sollte sich gefühlt auch die ersten Tage im Land des Drachengottes nicht groß ändern. Ich kann es nicht richtig beschreiben, was da das Hindernis war. Meine Erwartungen hatte ich versucht, nicht hochzukochen, was angesichts des zu bezahlenden Preises und meines aufgeregten Umfeldes nicht ganz so einfach war.
Aber vielleicht erzähle ich einfach der Reihe nach und dann wird sich sicherlich ein Bild aus Puzzlesteinchen ergeben.
Vor drei Jahren haben Thomas und ich schon mal den Versuch unternommen, dieses kleine Königreich zu bereisen. Es scheiterte an den hohen Preisen, die damals vom Touristikministerium aufgerufen wurden. Jetzt sind sie etwas moderater, aber es ist zu erwarten, dass sie wieder steigen, und eine Obergrenze von ca. 300T Touristen im Jahr eingeführt wird. Ebenso, dass man von nur 5 Flughäfen dieser Welt und nur mit der Königlichen Fluglinie selbst in das Land kommt, macht es nicht einfacher und damit noch geschichtenumwobener, als es eh schon ist. So flogen wir mit DurkAir nach Paro. Der Flug dauert nur eine Stunde, ist aber sensationell. Wir fliegen entlang der Bergkette der Achttausender des Himalaya. Wir sitzen zwar auf der falschen Seite, aber die Berge sind hier so hoch, dass wir sie problemlos gegenüber durch das Fenster sehen können. Der wirklich spannende Teil des Fluges ist aber das Ende, wenn das Flugzeug durch die Wolkendecke nach unten stößt und in das Tal einsinkt, welches sich bis zum Flughafen Paro einem Fluß entlangschlängelt. Es wurde plötzlich klar, warum hier nur auf Sicht geflogen wird, und die Piloten eine eigene Prüfung und Lizenz für diese Landung ablegen müssen. Das Flugzeug ging immer tiefer, folgte den Windungen der Berge, indem es sich schräg stellte. Ich kam mir vor wie Tom Cruise im Düsenjet bei Top Gun. Sehr geil. Und plötzlich setzten wir auf der Landebahn auf.
Dass die Uhren hier anders, vor allem langsamer ticken, merkten wir bereits, als wir gemütlich über die Landebahn schlurften und in das schöne Flughafengebäude durften. Selbst die Gepäckbänder waren hier schön anzusehen. Am Ausgang wartete unser Guide auf uns, Dorji. Er brachte uns zum Auto samt Fahrer. Wir 4 sollten für die nächsten 10 Tage zusammen reisen.
Wir begannen auch gleich mit der Besichtigung eines Tempels auf dem Weg zur Hauptstadt Thimphu. Dies ist mit Abstand die größte Stadt des Landes mit etwas mehr als 100.000 Einwohnern. Warum sie als hektisch und laut beschrieben wird, verstand ich, der alte Kathmanduer, erst auf der weiteren Reise durch das Land. Wie immer eine Frage der Perspektive. Wenn der Rest einfach nur Natur und Stille ist, dann sind mehr als 5 Autos auf einmal schon ein lärmender, stinkender Stau. Aber fürˋs erste wirkte es wie ein größerer Skiort in den Bergen. Alle Häuser sahen auch mehr oder weniger gleich aus, was an den rigiden Bauvorschriften liegt. Aber da es für uns eine neue Architektur war, war es alles andere als langweilig. Zum Mittagessen ging es in das scheinbar verfallenste Haus der Stadt. Nicht so richtig einladend von außen, eiskalt von innen. Wir gruppierten uns mal wieder um den Heizstrahler. Das Essen war dann um so besser. Sollte uns aber auch die nächsten 10 Tage in leichten Varianten begleiten: Datshi, eine Käsesauce mit verschiedenen Zutaten von Pilzen über Kartoffeln bis hin zu Paprika und Chilli, der Klassiker; Jasha Maru, ein scharfer Eintopf, Phaksha Paa – Schweinefleich mit Rettich und Chili. Und natürlich der rote Reis, der nie fehlen durfte. Schmeck alles überall wieder etwas anders und ist doch das Gleiche. Das einzige, was wir nur hier probierten, war der Buttertee. Hierzu wird Schwarztee mit Wasser, Butter und Salz kräftig gemischt, will sagen, aufgeschlagen und heiß serviert. Hm, bin nicht so der Butterfan. Und in Schwarztee, äh, mein Magen sagte mir den ganzen Tag, dass er das nicht mehr möchte. So lehnten wir in den kommenden Tagen dieses immer wieder offerierte Getränk höflich ab, was oft zu langen Gesichtern führte. Aber neben dem Geschmack, der uns von weiteren Kostproben abhielt, sind wir auch selten mit Schwerstarbeit in den Bergen konfrontiert worden, so dass wir keine flüssige Butter zu uns nehmen mussten.
Erwähnenswert in Thimphu ist auf jeden Fall noch die einzige Verkehrsampel des Landes. Das ist sie, zum einen, weil sonst alles über Kreisverkehr läuft oder sowieso nur zwei Autos maximal an einer Kreuzung sind und man sich schon einig wird. Zum anderen, weil sie sehr persönlich ist. Will sagen in der Mitte der größten Kreuzung der Stadt ist ein kleines, buntes, rundes Häuschen und in diesem Häuschen steht ein junger, adretter und uniformierter Mann und tanzt. Ja, anders kann ich es nicht beschreiben, wie er den Verkehr regelt. Seine Bewegungen sind so fließend und elegant, dass ich als Autofahrer glatt verpassen würde, wenn ich mit Fahren an der Reihe bin. Sollte der eine junge Mann erschöpft vom Tanzen ist, dann wartet schon ein zweiter, um ihn zu ersetzen. Ich hätte stundenlang zuschauen können. Aber irgendwann mussten wir ja auch mal in unser Hotel. Es begann, dunkel zu werden.
Was haben wir gesehen?
- Tachog Lhakhang: Tempel aus dem 14 Jhd.
- Buddha Point: 50 m hoher Buddha, der weitere 100.000 kleine Buddha Statuen in seinem Bauch hat
- Simple Bhutan: ein Art Volkskundemuseum. Hier durften wir uns auch im Nationalsport des Landes probieren, dem Bogenschießen. Ich verfehlte das Ziel knapp, Krugi traf es knapp. Es reichte, damit die Jungs als Preis für sie singen und tanzen mussten.Leggi altro
























Viaggiatore
Was hatte es mit den Wassergefässen auf sich?
Torsten_Dus.PaIn den Schalen wird Wasser geopfert. Neben vielen anderen Gaben symbolisiert das Wasser die Reinheit, Transparenz und den Fluss des Lebens. Es sollten idealerweise mindestens 7 Schalen sein, je mehr, desto besser.
ViaggiatoreAha. Vielen Dank für die Erläuterung. LG C.