• Besser ohne die Deutsche Bahn

    15 febbraio, Bhutan ⋅ ☁️ 14 °C

    Auf Reisen lernt man ja die verschiedensten Menschen kennen. Überraschenderweise, na ja, vielleicht eigentlich auch nicht, Typen mit ähnlichem Mindset. Manchmal finde aber auch ich, dass sie hart drauf sind. Am Flughafen von Paro machten wir kurz die Bekanntschaft eines Holländers. Er ist selbst immer wieder erstaunt, wieviele Holländer so in der Welt unterwegs sind. Ich behaupte ja, dass doppelt soviele Niederländer immer außerhalb der Landesgrenzen als innerhalb zu sein haben, damit in dem kleinen Land Platz genug ist. Jedenfalls hat er beschlossen, gar nicht mehr in Holland zu leben, sondern nur auf Weltreise zu sein. Sein Ziel ist es, bevor er die allerletzte Reise antritt, alle Länder dieser Welt bereist zu haben. Das stelle ich mir in mehrfacher Hinsicht als äußerst schwierig vor. Bhutan war nun sein 100. Land. Wir machten die Bekanntschaft, weil wir zusammen fast das falsche Flugzeug bestiegen hätten. Eigentlich sollte das an einem so kleinen Flughafen kein Problem sein. Aber zu unserer Ehrenrettung sei gesagt, dass es am Flughafen Paro keine, wirklich gar keine Anzeigen gibt. Und die Ansagen sind absolut unverständlich. Hinzukommt, dass irgendwann die Schiebetür aufgemacht wird, und jeder zu seinem Flugzeug läuft. Man kann zur Not die Tür auch selber öffnen. Zum Glück schaute dann doch noch mal jemand auf das Ticket, als wir es hinhielten. Dich Chance lag übrigens bei 50/50 das Falsche zu erwischen.

    Der heutige Tag sollte komplett mit Reisen drauf gehen. Das Ziel war Hanoi. Aber so umständlich man Bhutan erreicht, so schwierig ist es auch wieder raus. Man musste eines der fünf Länder wählen, um dort erst einmal einzureisen. Ich wählte dazu Nepal, da hier unsere Visas noch Gültigkeit hatten. Auf dem Weg dahin flogen wir wieder, dieses Mal auf der richtigen Seite sitzend, an der Kette der Achttausender vorbei, einschließlich des Mount Everest. Ich habe ihn nun schon öfters aus verschiedenen Perspektiven gesehen. Aber es nutzt sich nicht ab, ganz im Gegenteil, von diesen Bergen geht ein Sog aus.

    In Kathmandu gelandet schnappten wir unser Gepäck, immigrierten, rannten einmal um den Block, checkten ein und emigrierten wieder. Dann bestiegen wir das Flugzeug nach China, nach Chengdu. Es gab unterwegs interessantes Essen und Kimchi aus der Folientüte. Diese waren wir leider unfähig zu öffnen. Auch das Abschauen von den Nachbarn (wir waren die einzigen Westler im Flugzeug) brachte keine Erkenntnisse. Ich fragte meine Nachbarin. Die brauchte dazu genau eine Sekunde. An einer unscheinbaren Stelle, die man kennen muss, gab es einen kleinen Einschnitt in der Folie. Leider war das die gesamte Interaktion mit meiner Nachbarin. Ich sah, wie sie das chinesische WhatsApp nutzte und fragte mich, wie das bei einigen tausend Schriftzeichen im Chinesischen wohl sinnvoll zu gebrauchen ist. Soweit ich sah, gab es nur ein Feld von vier mal vier Zeichen. Ich glaube, die Schriftzeichen wurden aus Bausteinen zusammengesetzt. Ich werde wohl mal nach China müssen. Shengdu, eine Millionenstadt, hat einen riesigen, ultramodernen und gesichtslosen Flughafen. Man wird auf Schritt und Tritt überwacht, erneut überprüft und weitergereicht. Ich bin sicher, dass auch genau registriert wurde, wie oft ich an dem Wasserautomaten herumhantierte. Weiter ging es nach Vietnam, Hanoi. Wieder in den Zeitzonen zurück. Dabei fragte ich mich, wenn es doch am gleichen Tag dann zweimal in Deutschland 10h morgens war, hat dann Thomas den Bruno auch zweimal 10h morgens Gassi geführt? Diese Frage verwirrte mich kurz. Jedenfalls landeten wir nach 14h Reisezeit mit einer Minute Verspätung in Vietnams Hauptstadt. Habe ich mir umsonst Sorgen gemacht, dass das nicht klappen könnte, über 4 Länder hinweg an sein Ziel zu kommen. War ja keine Deutsche Bahn beteiligt.

    Was haben wir gesehen?

    -       4 Flughäfen

    -       Etliche Passkontrollen

    -       Kimchi in Tüten
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