Im Nest des Tiegers
February 14 in Bhutan ⋅ ☁️ 15 °C
Flups, schon ist der letzte Tag angebrochen. Das Tigernest steht auf dem Programm. Darauf freut sich Krugi ganz besonders. Das es dabei gut 1.000 m nach oben auf eine Höhe von 3.120 m geht, schreckt sie erstaunlich wenig ab. Unterwegs ändert sie dann doch etwas die Meinung. Aber hilft nichts. Rauf da. Am Morgen ist es noch bitter kalt. Nach und nach wird es schnell wärmer. Dorji zeigt sich beeindruckt über mein Layering System, bei dem ich eine nach der anderen ausziehe und damit drohe, auch die letzte Hülle fallen zu lassen. Die Drohung verfängt nicht, es kommt nur ein Schulterzucken mit dem Signal, dann tuˋs doch. Wir nähern uns dem Nest, das beeindruckend an der Felswand hängt. Guru Padmasambhava ist im 8. Jahrhundert hierher auf dem Rücken eines Tigers geflohen. Dann meditierte er ewig in einer Höhle und fand, was er suchte. Nun ist diese Höhle das Zentrum von mehren Tempeln und einem Kloster. Wie in allen Tempeln, so ist auch hier das Fotografieren verboten. Die Handys durften noch nicht mal mit reingenommen werden.
Runter geht es deutlich schneller und dann weiter zum Hot Stone Bath, das wir uns verdient haben. Hierzu werden große Steine aus dem Fluss im wild lodernden Feuer über Stunden erhitzt. Dann wird eine Wanne mit Wasser gefüllt und im vorderen Teil diese Steine reingelegt. Das Wasser ist in Sekunden heiß. Zusammen mit Kräutern ergeben die Minerale der Steine ein gesundes Bad. So wurde wohl samstags immer gebadet. Auch in Deutschland war Samstag mal der Badetag. Nach ein wenig Eingewöhnung in der Holzwanne genießen wir das Bad und lassen noch ein paar mal einen heißen Stein nachlegen. Bevor ich aber meine Haut so ganz aufgeweicht in der Wanne liegen lasse, verlasse ich diese. Das tat gut!
Abends laden wir unsere beiden Begleiter auf ein Getränk in die Bar ein, welche ein extra kleines Haus auf dem Gelände ist. Da wieder niemand in die offiziellen Räume zum Essen darf, bietet man uns, wieder des Komforts wegens, an, in der Bar zu essen. Also essen wir vier auch zusammen. Und endlich, nach gemeinsamen Wandern, unzähligen Tempeln, wildem Karneval im Phobjikha Valley und Liebesliedern ohne Ende – Dorji öffnet sich. Ein wenig zumindest. Und auch erst, als der Hotelangestellte aus der Bar war, gab es ehrliche Antworten auf all meine Fragen. In einer Kurzfassung: Bhutan hat auch darunter zu leiden, dass die Jugend keine Perspektive im Land sieht und es verlässt. Internet und Social Media geben hier eine starken Anstoß und beschleunigen das Ganze enorm. Die Jugend sieht überall, was sie scheinbar verpasst und geht vorwiegend nach Australien oder Indien. Einige kommen wieder, viele nicht. In der Tat wird von der Regierung sehr viel getan, um das zu stoppen, aber die Mittel wie kostenloser Bildung und Krankenversorgung sind auch nur begrenzt, denn was macht man dann hier mit seiner Bildung. Auch der Tourismusbereich, am florierendsten, bringt zwar viel Geld, aber auch nicht für alle. Es dürfen ja auch nicht alle ins Land. Über das Für und Wieder dieser Regelung diskutieren wir eine Weile. Aber was ist schon ein idealer Weg, um Massentourismus zu vermeiden und dennoch offen für die Welt zu sein. Auch die Ukraine und die Bedeutung des Krieges mache ich zum Gespräch. Es ist weniger, dass am Rande Europas ein Krieg herrscht - das ist dann doch zu weit weg. Aber die Reaktionen der Mächtigen – Russlands, vor allem der USA mit Trump und letztlich auch China, spielen dann doch wieder eine wichtige Rolle für das Königreich und seine Positionierung.
Das war ein spannender Abend, den ich mit einem leckeren Whisky aus lokaler Produktion ausklingen ließ.
Was haben wir gesehen?
- Taktsang Monastery (Tigerˋs Nest)
- Hot Stone BathRead more

























