Plötzlich allein.
29. marts, Taiwan ⋅ ☁️ 22 °C
Heute – ja, ich bin zum ersten Mal mit meinen Berichten à jour und habe mich nach 4 Monaten endlich selbst eingeholt – also heute sind wir mit dem Bus raus zum Nationalen Palastmuseum. Es beherbergt mehr als 700.000 Exponate aus der Verbotenen Stadt in Peking, wo es ursprünglich auch mal gegründet wurde und dann in den Dreißigern des letzten Jahrhunderts aus Sicherheitsgründen vom Festland nach Taiwan verlegt wurde. Zufälligerweise hatte gerade eine Sonderausstellung begonnen mit dem Thema „The return of Mythical Creatures“. Sie ging den Fragen nach, woher kommen eigentlich die Fabelwesen, Gottheiten und Wesen mit übernatürlicher Kraft, warum werden sie so und nicht anders dargestellt, was ist heute mit ihnen…? Das für mich faszinierende war, auf ganz viele alte Bekannte zu treffen: Mystische Drachen aus Nepal, Garudas aus Bhutan, die machtvolle Schildkröte aus dem See mitten in Hanoi und die Drachen von Taiwan – es schlossen sich überraschend so viele kleine Kreise. Irgendwie verbrachten wir fast den gesamten Tag mit Busfahren (dauert schon mal länger, wenn man sich verfährt), Museum und Essen. Und gerade habe ich Krugi verabschiedet, da sie zum Flughafen muss. Sie fliegt bereits heute nach Deutschland zurück. Das ist ein komisches Gefühl, nach fast zwei Monaten des gemeinsamen Reisens mit viel Neuem, etlichen Abenteuern, einigen Ärgernissen und jeder Menge Spaß, ist da erst mal keiner. Nun, wir werden uns bald wieder sehen.
Und Taiwan? Eine, wie ich schon immer sagte, völlig unterschätzte Insel, die zum Reisen einlädt. Man kommt einfach vorwärts und wenn man den Norden von Taipeh ein wenig umgeht, auch ohne die Massen an Touristen. Die Hauptstadt war auch die Hauptstadt des guten Essens. Im Rest des Landes musste man da fast schon ein wenig suchen. Aber wir waren auch von Vietnam verwöhnt, wo man an jeder Ecke was Leckeres finden kann. Die Städte, hm, nicht so mein Ding. Aber die Natur drumherum, besonders im Osten und Süden sind es mehr als Wert entdeckt zu werden. Wie beinahe üblich, habe ich nicht sonderlich viel über Taiwan gewusst. Peinlicherweise nicht mal, dass der offizielle Name eigentlich „Republik China“ ist. Von dem Konflikt mit der Volksrepublik China habe ich natürlich gehört, aber dass fast kein Staat offizielle diplomatische Beziehungen zu Taiwan unterhält, war wieder nicht auf meinem Schirm. Nun, dafür reise ich ja, um ein wenig mehr zu erfahren. Eine Kuriosität noch: Es gibt in Taiwan ein auch im Rheinland bekanntes System an Büdchen. Hier heißen sie 7 Eleven. Bisher waren die mir nur als i.d.R. überteuerte Supermärkte überall auf der Welt bekannt. Aber hier haben sie eine enorm wichtige Funktion. In den Städten sind sie nie mehr als 300 m voneinander entfernt und man macht einfach alles da – geht im Minirestaurant essen, auf Toilette, hebt Geld ab, packt Geld auf seine Easy-Card drauf, kopiert und telefoniert, gibt seine Steuererklärung ab und erfährt die News des Tages – ach ja, und das nötigste Einkaufen kann man auch noch. Rund um die Uhr. Jeden Tag im Jahr! A pro pos Einkaufen – hier gibt es jede Menge Glücksspielautomaten, die mit den Greifarmen, mit denen man meist vergeblich versucht ein Plüschhäschen auf dem Jahrmarkt zu grabschen. Das scheint hier schon fast eine Manie zu sein. Was das mit Einkaufen zu tun hat? In diesen Automaten findet man alles, absolut alles. Man kann auch eine Flasche St. Pellegrino oder Feuchttücher oder einen Plastikhocker oder Toilettenpapier zu greifen versuchen – also seinen Einkauf spielerisch erledigen. Dauert länger und wird teurer – aber wird gemacht! So, das warˋs aber, den Rest muss sich hier jeder selbst anschauen.
Morgen soll es auf die für mich letzte Etappe meiner Reise gehen. Auf nach Singapore.Læs mere



















