Das Hotel oder DAS HOTEL?
March 31 in Singapore ⋅ ☁️ 28 °C
Drei Tage Singapur. Der Abschluss. Finale. Und dafür wollte ich mir was gönnen. Eigentlich sollte hier gar nicht so ausführlich erwähnt werden.. Klingt schnell so großspurig, was es wirklich nicht sein soll. Aber es ist nicht möglich, es unter den Tisch fallen zu lassen, also mein ausgewähltes Hotel. Zum einen ist es viel zu groß und zum anderen spielt es für meinen Aufenthalt hier eine größere Rolle, als mir bewusst war. Dass ich gute Hotels liebe, dürfte sich wohl rumgesprochen haben. Es müssen nicht die mit den 5 Sternen sein, gut ist für mich oft nicht mit einem Stern zu bemessen. Aber gut bedeutet in Singapur für mich das etwas außergewöhnliche, und leider auch sehr teure. Aber was soll der Geiz! Auch wenn Taiwan teurer als gedacht war, der Spaß war bereits gebucht. In meinen Dunstkreis der Aufmerksamkeit zu gelangen ist für Hotels hier in Singapur gar nicht so einfach, gibt es hier doch lauer Superlativen. Aber genau die sind oft nicht das Spannende. „Mein“ Hotel punktet damit, dass es Wert auf eine gute Architektur und Inneneinrichtung legt, ohne dabei kalt zu wirken, und das Ganze mit ökologischen Leitlinien verband. Auf mehren Ebenen des Hochhauses gibt es grüne Etagen, auf einer kann der geneigte Gast einen Spaziergang über 250 m durchs Grün machen. Auf dem Dach werden das eigene Gemüse und Pilze gezüchtet neben den Solarpanelen. Und es liegt sehr gut, immer ein wichtiger Punkt. So war ich am ersten Tag schnell in Chinatown und im Financial District mit seinen schillernden Hochhäusern. Hier geriet ich gerade in die Lunchpause, so dass aus all den Türmen schwarz und weiß gekleidete Menschen strömten auf der Suche nach was zu Essen. Was hier aber anders war als in London oder Frankfurt, war ihre Geschwindigkeit. Sie schlenderten geradezu relaxt durch die Schluchten. Damit das Vorwärtskommen nicht zu schwierig wurde, musste ich meine Geschwindigkeit anpassen und verringern. Ich hatte wieder das Tempo von Krugi drauf. Eigentlich ganz gut, fand ich dann. Ich wurde zwangsgebremst und genoss es. Zu meiner Verteidigung für mein spätes Aufbrechen in die Stadt sei erwähnt, dass ich im Frühstücksraum, naja, eher Saal, weit mehr als eine Stunde verbracht habe. So viel Zeit habe ich noch nie allein beim Hotelfrühstück gebraucht. Aber um allein alle Frühstücksstationen abzuklappern, musste ich mehr als 200 m laufen. Einmal war ich solange auf Pirsch, dass der Service meinen Tisch komplett abgeräumt und wieder eingedeckt hatte. Dabei hatte ich mein Besteck doch extra so gelegt, dass klar sein musste, hier wird noch gegessen. War das etwa kein international gültiger Code? Ich musste von vorn anfangen. Was für ein Ärger. Gerade als ich dachte, dass einzige, was es hier nicht gibt, ist Eis, stand ich vor der Eistruhe. Ganz hinten in der Ecke. Ok, das war eine Einladung. Ich toastete mir ein Brot, lies aus dem Nutella-Automaten dick die dunkelbraune Creme drauflaufen und krönte das ganze mit zwei Kugeln Eis. Nachdem ich mit diesem Kampf fertig war, aß ich genüsslich eine kleine Pflaume, als eine Servicekraft zu mir kam und fragte, ob das alles sei? „Bitte?“ „Ja, für Sie nur diese Pflaume, das genügt?“ „Ja, das genügt.“ Wir grinsten beide. Tja, und so kam es, dass ich mitten in den Lunchstrom von Singapur geriet. Hier bemerkte ich, dass es überall so gut roch. Sehr angenehm. Aber schon merkwürdig, rochen alle gleich, was ich hier nicht ausschließen möchte, oder, ebenfalls im Bereich des Möglichen, wurde was versprüht? Ein paar Kreuzungen weiter bemerkte ich, dass ich das war. Ich hatte endlich mal wieder eine Lotion benutzt, die vom Hotel. Ich Schnellchecker!
Mein weiteres Ziel war die Marina. Dort befindet sich u.a. das Marina Bay Sands, dieses riesige Luxushotel mit dem Swimmingpool, der oben auf dem Dach über drei Gebäude hinweg geht. Die Aussichtsplattform war aber wegen Gewittergefahr geschlossen. Das Hotel ist mit Abstand das teuerste und dabei für mich noch nicht mal schönste. Wer sich gefragt hat, wie bei diesem breiten Gebäude jedes Zimmer ein Fenster haben könnte – die Antwort ist: es ist hohl. Also die Gebäude sind von innen einfach bis, keine Ahnung, zur 15. Etage innen unbebaut, also hohl. Soviel ungenutzter Platz hat seinen Preis.
Genug gesehen, diese ganzen Shops gibtˋs auch der Kö. Gardens by the Bay, diese großen Riesenblumen und den Flowerdome gab es noch zu bestaunen. Dazu auch noch den Cloud Forest, auch unter einer riesigen Glaskuppel. Der Forest war gerade mit einer Jurassic Parc Show verbunden. Naja, ist im Preis mit drin, was soll ich machen. Als ich dien Dom mit dem Cloud Forest betrat, stand ich plötzlich vor einer ca. 100 m hohen Wand aus Bäumen, Blumen und Farnen, von der mehrere Wasserfälle nach unten rauschen. Gerade hatte auch die Benebelung der gesamten Anlage angefangen, so dass überall Dampf aufstieg. Dazu gab es Jurassic Parc Musik und links von mir schrie mir ein lebensechter Dino ins Ohr. Ok, Leute, Iˋm realy impressed. Erst mal zurück zum Hotel, das heiße Klima, das viele Laufen, die Dinos…das schlaucht.
Außerdem gab es noch einen Programmpunkt. Ja, genau, die schon fast obligatorische Foodtour. Die wurde geleitet von einem älteren Mann, der in Singapur geboren und aufgewachsen war. Auch eher selten. Ein sehr symphytischer Typ, aber irgendetwas irritierte mich an ihm. Nach satten 10 Minuten hatte ich es rausgefunden – er hatte als Asiate doch tatsächlich blaue Augen. Da war er schon wieder, der Schnellchecker. Es waren komischerweise wieder nur Nativ-Speaker dabei. Es liefen in Singapur so viele Deutsche rum, wo waren die? Nicht, dass ich sie vermisste. Und an diesem Abend sollte das Hotelthema wieder aufgegriffen werden. Eine Station unseres Weges war das Fullerton Hotel, ein tolles, altwürdiges Hotel. Die ehemalige Post der Stadt. Hier gingen wir aber nur aufˋs Klo. Das hätte meine Idee sein können. Ein älteres Ehepaar aus den Staaten erwähnte, dass sie im Maina Bay abgestiegen seien. „Aha.“ „Jaaaa, ganz tolles Hotel.“ „Ja, ich weiß.“ Die Ehefrau ließ nicht locker und zeigte mir ein Video von dem Pool. Ich blieb weiter unimpressed und meinte nur: „Das ist doch schön, für jeden Geschmack gibt es etwas.“ Ups, sie zog das Handy weg und ging schnurstracks zu einem anderen, dem sie es zeigen konnte. Hier war verbrannte Erde. Damit aber immer noch nicht genug. Die Obsession an Hotels ging weiter, als mich die Ehefrau des britischen Paares fragte, wo ich denn nächtige. Ich nuschelte den Namen des Hotels. Sie blickte mich wie vom Donner gerührt an. Oh je, mein nächstes Fettnäpfchen? Nein, sie war nur impressed. Da wollten sie auch unbedingt hin, da sie aber hier so lange in Singapur sind, können sie sich das nicht leisten. Was soll man darauf sagen? „Äh, ja, schon teuer.“ „Aber waren sie denn schon im Pool?“ „Äh, nein, noch nicht.“ „Aber das müssen sie unbedingt machen!“ „Äh, ja, bestimmt noch.“
Können wir uns jetzt bitte einfach mal wieder um das leckere Essen hier kümmern. Oder um Berufe, wenn es schon so ein Kram sein muss. Der obligatorische Kanadier der Food-Gang arbeitet in Saigon bei einer Bank und kam zur Erholung einmal im Monat nach Singapur. Kann ich verstehen, ist nicht weit und beruhigt. Er hat unter anderem mit dem Cirque du Soleil zusammengearbeitet und ihm in Asien Finanzpartner gesucht. Wir waren beide Fans dieses Zirkusses. Aber es sollte nicht sein, das Hotelthema kam nochmal – dem britischen Ehemann schuldete ich einen SP Dollar Wechselgeld für ein Getränk. Seine Frau kicherte: „Ach, macht doch nichts, dafür nehmen sie mich morgen mit zum Pool.“ „Äh, ja, kein Problem.“ „Hi, hi, für einen Dollar, hi, hi.“ „Äh, ja, wirklich, ich nehme sie da auch beide mit rein.“ Ich stopfte mir den Mund voll Essen.Read more

























