Satellite
Show on map
  • Day254

    Cusco & Salkantay Trek nach Machu Picchu

    June 15, 2017 in Peru ⋅ ☀️ 20 °C

    In der knappen Woche, die ich in und um Cusco verbringe, erlebe ich so extrem viel. Auch wenn es sich wahrscheinlich etwas verrückt anhören wird, nach über 8 Monaten auf meiner Reise wird das Neue oft schon zur Routine und man nimmt es gar nicht immer so wahr, aber die Woche ist voll von Highlights meiner gesamten Reise.

    Cusco an sich gefällt mir schon mal wirklich gut, etwas touristisch, aber auch irgendwie niedlich...wenn da Nachts nur nicht diese blöde Kälte wäre. Ich bin an einem Punkt schon so genervt, dass ich am liebsten meine Sachen packen würde und sofort weiter reisen will - wer will denn schon Matchu Picchu sehe?!?n 😜🙈
    Zum Glück aber folge ich nicht immer all meinen Gedanken und bleibe bei meinem Plan 4 Tage lang den Salkantay Trek nach Machu Picchu zu machen (der Trek war schließlich eine der wenigen Sachen die von Anfang an auf meiner Bucket-List standen). Da die ersten beiden Nächte im Zelt allem Anschein nach so richtig schön kalt sein sollen (-5 bis -10 Grad) muss ich noch mal ein bisschen shoppen, auch wenn ich das bei meinem vollen Rucksack eigentlich nicht machen sollte, aber wenn ich an Tot durch Erfrierung denke, geh ich dann doch besser shoppen 😂 (unglaublich, ich muss krank sein, aber ich geh mal wirklich ungerne shoppen)

    Als "Warm up" für die 4 Tage, mach ich noch einen Tages Trek zum Rainbowmountain. Ich habe davor immer gedacht, die Bilder seien etwas bearbeitet, aber er sieht in echt tatsächlich so unglaublich aus. Der Weg dahin war allerdings nicht zu unterschätzen, die letzten Meter musste ich alle paar Schritte Pause machen. Ich glaube der Mensch ist einfach nicht für solche Höhen gemacht, auf 5.000m ist jeder Atemzug schwer. Aber die Gruppe mit der ich unterwegs war, hat es alles etwas erträglicher gemacht. Es hätte auch die Möglichkeit gegeben bis kurz vor dem Ende ein Pferd zu nehmen, deswegen ist es da oben auch überhaupt nur so voll, der Großteil würde es zu Fuß nie schaffen.

    Nach einem Tag Erholung ist es dann so weit und das Trekking geht um 04.30 Uhr los. Ich frag mich manchmal schon, wie ich auf solche Ideen komme...ich hätte auch einfach mit dem Zug nach Machu Picchu fahren können 🙈
    Als ich aufwache gehts meinem Magen leider zum ersten mal nicht ganz so gut und mir ist etwas schlecht, vielleicht war im Essen am Vorabend doch Avocado 🥑 oder es ist einfach nur in meinem Kopf, weil er nicht in die Kälte möchte...🤔

    Nach ein paar Stunden Fahrt kommen wir am Startpunkt an, jeder darf genau 5kg Gepäck abgeben, welches die Pferde dann schleppen müssen (der Rest muss selbst getragen werden). Ich schaffe es als eine der wenigen in der Gruppe auf anhieb auf 5kg zu kommen - vielleicht hab ich doch schon zu oft meine Sachen gepackt, ich brauch gar keine Wage mehr 😁
    Der Weg bis zu unserem Zeltplatz ist leichter als erwartet und in der Sonne ist es extrem warm, aber in meinem Kopf spuken nur die Gedanken an die bevorstehende kalte Nacht. Nach dem Mittagessen kommt dann der anstehenden Teil des Tages und wir müssen oder besser dürfen zu einer Lagune aufsteigen - und was für ein Weg. Ich denke nicht nur einmal daran einfach umzukehren, aber oben angekommen ist der Anblick auf jeden Fall beeindruckend. Was ich beim nach oben gehen auch nicht bedacht habe, dass ich den gleichen losen Weg wieder nach unten muss. Zum Glück gibt mir ein netter älterer Amerikaner einen seiner Wanderstöcke ab, ich glaube sonst wäre ich einfach ausgerutscht und nach unten gerollt 😂

    Die Nacht wird kalt und ungemütlich. Trotz meiner mit heißem Tee gefüllten Trinkflasche in meinem Schlafsack ist es unglaublich kalt und die super dünne Matratze, die wir bekommen ist auch alles andere als bequem, mir tut mal wieder schön meine Hüfte weh. Auch wenn ich nachts aufwache und eigentlich aufs Klo muss, bekommt mich nichts und niemand aus dem Schlafsack - die Nacht ist eh kurz 🙈. Nach wenig Schlaf, werden wir am nächsten Morgen um 04.30 mit einer Tasse Tee geweckt - daran könnte ich mich gewöhnen, aber definitiv nicht an die Uhrzeit oder die Temperatur.

    Nach einem kurzen Frühstück beginnt der härteste Teil und wir laufen die nächsten Stunden nur bergauf, bis wir mittags endlich den Salkantay Pass auf 4.600m erreichen. Oben angekommen schüttet man definitiv eine ganze Menge Glückshormone aus, vor allem auch weil man weiß, von jetzt an geht es eigentlich nur noch bergab und die Temperaturen gehen nach und nach nach oben. Die Landschaft verändert sich komplett von Schnee und Bergen geht es auf einmal in den Jungle. Nach dem Essen geht es noch einmal für 3h weiter bis wir unseren nächsten Zeltplatz erreichen. Immerhin ist es etwas wärmer und es gibt sogar eine Dusche mit warmem bzw. richtig heißem Wasser (kostet natürlich extra und ein Zwischending zwischen heiß und kalt gibt es nicht). Immerhin dürfen wir am nächsten Morgen auch 30 Minuten länger schlafen bevor wir wieder aufbrechen. Der Tag wird etwas "einfacher", es geht an einer Straße bzw. am Ende an Bahnschienen eigentlich immer nur gerade aus bzw. leicht bergab. Am Ende des Tages und 28km später kommen wir in Aguascalientes (Machu Picchu Town) an und dürfen in einem Hostel schlafen, beim Anblick bin ich mir allerdings nicht sicher, ob das Zelt nicht doch besser war 🤔

    Am nächsten Tag der krönende Abschluss: Machu Picchu und noch einmal wird in aller Herrgottsfrühe aufgestanden und kräftig gelaufen (auch hier frag ich mich wieder, warum ich nicht einfach den Bus genommen habe?!?). Insgesamt lege ich an dem Tag über 1000 Höhenmeter über Treppen nah oben und das gleiche dann natürlich auch wieder nach unten zurück (soll man vom Treppensteigen nicht angeblich einen schönen Hintern bekommen? Irgendwie muss ich mich ja motivieren 😁)
    Aber alle Quälerei war es auf jeden Fall Wert, ein wirklich spezieller Ort...für den ich gar nicht die richtigen Worte finden kann.
    Am Abend geht es mit dem Zug und Bus erschöpft, stolz und glücklich zurück nach Cusco für eine letzte Nacht bevor es am nächsten Abend auch schon wieder weiter geht...langsam irgendwie raus aus der Kälte...
    Read more