Werkstattkampf in Cartagena
September 4, 2025 in Colombia ⋅ ☁️ 31 °C
Nach einer Nacht hinter dem Hilton Hotel der Stadt mache ich mich heute auf die Suche nach einer Werkstatt die mir die Getriebedichtung, die hintere Blattfederaufhängung verstärken und die Gummis der hinteren Blattfeder ersetzen kann.
Natürlich werde ich wie immer bei der offiziellen Ford Vertretung von Cartagena direkt abgelehnt. Die haben offensichtlich null bock an Schlumpf was zu machen...
Ich versuche also über einen Ford Teilehandel an eine geeignete Werkstatt zu kommen.
Ich werde an eine Firma verwiesen die nur Federungen und Stossdämpfer bearbeitet. Im Prinzip also ein Spezialist.
Also gut erst die Gummis und Aufhängung und dann Getriebedichtung.
Wir einigen uns auf einen für mich unschlagbar guten Deal aus meiner Sicht und die Arbeit beginnt gleich am Strassenrand.
Schon beim auseinandernehmen merke ich, dass die Arbeitsmentalität und wie die Sachen hier gehandhabt werden komplett anders sind. Es dauert gefühlt unendlich lange von Schritt zu Schritt und das obwohl eine Blattfeder auszubauen wirklich kein Hexenwerk ist.
Die bis zu 10 Mitarbeiter die ich mit dem Schlumpf beschäftige sind wirklich alle extrem freundlich, jedoch verzweifle ich als schweizer Arbeitsmaschine beim zuschauen schon fast.
Es dauert alles ewigkeiten und bei Regen wird einfach alles angehalten und die ganze Belegschaft wartet bis es vorbei ist...
Der Schweisser versteht sowohl meine wie auch die Instruktionen des Chefs nicht und die Schweissnähte, die die Aufhängung optimieren sollte lassen zu wünschen übrig.
Der Chef hatte mir versprochen, dass er heute mit beiden Blattfedern fertig wird, jedoch merke ich als es langsam Richtung Abend geht, dass dies unmöglich sein wird.
Ich bereite mich auf eine Nacht am Strassenrand in einer nicht allzu guten Gegend der Stadt vor. Als ich den Schweisser dann frage, ob man hier übernachten kann sagt er mir, dass dies für mich und das Auto in dieser Gegend viel zu Gefährlich wird.
Ich beginne im Stress dieser Nachricht also auszurufen und Arbeitsanweisungen zu verteilen. Ich sage dem Chef, dass niemand nachhause geht, bevor ich wieder fahrfähig bin.
Die Arbeiter arbeiten bis in die Nacht. Und ja immer noch nur an der einen Blattfeder. Der Chef der Werkastatt hat wohl gemerkt, dass ich ziemlich sauer bin und lässt mir als entschuldigung wenigstens einige Bier zukommen.
Nachdem die eine Seite endlich zu Ende ist, kann ich das Industriegebiet endlich verlassen und an einem sicheren Ort übernachten.
Trotz allem schlafe ich heute nicht gut, da ich weiss, dass mir morgen nochmals das selbe bevorsteht für die andere Blattfeder und Aufhängung...Read more














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