• Zurück nach Hause

    27 novembre 2025, Germania ⋅ 🌧 6 °C

    Nach unserer vertrauten Morgenroutine verlassen wir das Quartier der vergangenen Tage. Die Luft ist kühl, der Himmel gedrungen dunkel, als hätte sich irgendwo hinter den Wolken etwas zusammengezogen, das uns beobachtet. Als wir die ersten Kilometer rollen, meldet er sich: unser kleiner „Wohnmobiltroll“. Die gelbe Motorkontrollleuchte flackert auf – ein dünnes, unheimliches Glimmen, das aus der Tiefe des Armaturenbretts steigt wie ein Warnruf aus einem alten Keller.

    Ein Neustart schickt den Störenfried zunächst zurück in sein öliges Verlies, doch sein Wispern bleibt im Hinterkopf. Von nun an fährt die Sorge um eine reibungslose Heimreise wie ein unsichtbarer Beifahrer mit.

    Auf den kommenden rund fünfhundert Kilometern begleitet uns dieses geisterhafte Zeichen insgesamt sechsmal. Immer ein kurzer Moment, ein sekundenlanger Stich ins Bauchgefühl – dann geben wir dem Troll einen weiteren Stoß zurück in die Dunkelheit unter der Motorhaube. Doch man spürt: Er ist noch da, lauernd, unberechenbar.

    Zwischendurch bringt uns immerhin eine Nachricht etwas Ruhe. Die Werkstatt bestätigt telefonisch, dass sie den fälligen „Exorzismus“ im Rahmen der Gewährleistung übernehmen wird. Ein Termin für morgen steht bereits. Vielleicht reicht das Licht des Tages aus, um den Troll endgültig zu vertreiben. Bis dahin aber fährt er mit – irgendwo zwischen Kabelsträngen, Metall und unserer wachsenden Fantasie.
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