• Seinefahrt

    27 novembre 2025, Francia ⋅ ☁️ 5 °C

    Nach einem ausgedehnten Frühstück entscheiden wir uns heute dafür, ausschließlich mit dem Bus durch die Stadt zu fahren. Das dauert zwar etwas länger als die Wege mit der U-Bahn, eröffnet uns dafür aber einen breiteren Blick auf das alltägliche Leben in Paris.

    Die erste Fahrt führt durch den Bois de Boulogne bis zum Ufer der Seine. Von dort spazieren wir etwa einen Kilometer am Wasser entlang in Richtung Eiffelturm. Dabei entsteht der Eindruck, als sei ganz Paris unterwegs: Laufgruppen kommen uns entgegen oder ziehen an uns vorbei, sodass wir regelmäßig einen Schritt zur Seite machen müssen.

    Wegen der niedrigen Wolkendecke verzichten wir auf einen Aufstieg auf den Eiffelturm und entscheiden uns stattdessen für eine Bootsfahrt auf der Seine. Die gut einstündige Rundfahrt bietet viele bekannte Bauwerke aus ungewohntem Blickwinkel und lässt die Stadt in einem anderen Licht erscheinen.

    Anschließend schlendern wir durch die Umgebung. Ein kleiner Budenmarkt bietet vor allem Süßwaren zu eher ambitionierten Preisen an. Entlang der Straße reihen sich zahlreiche Cafés, und dabei meldet sich meine philosophische Ader: Wir Ruheständler bewegen uns irgendwo zwischen zwei Gegensätzen – auf der einen Seite die angenehme Wärme, in der Menschen entspannt in den angesagtesten Cafés sitzen, auf der anderen Seite die bittere Kälte, in der Obdachlose unter den unwirtlichen Brücken ausharren müssen.

    Wir wählen den Mittelweg und fahren zu einer Konditorei, die im Reiseführer empfohlen wird. Warum sie besonders hervorgehoben wird, erschließt sich uns zunächst nicht. Die Auswahl ist kleiner, als erwartet. Beim Nachmittagskaffee zeigt sich jedoch, dass die Qualität stimmt. Besonders ein Zitronentörtchen überzeugt mich.

    Von der Konditorei aus nutzen wir erneut verschiedene Buslinien, um weitere Facetten der Stadt aufzunehmen. Als es zunehmend dunkler wird, erreichen wir schließlich unser Wohnmobil und lassen den Tag ruhig ausklingen.
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