Das übliche Chaos am Anfang der Reise
November 23, 2025 in France ⋅ 🌧 2 °C
Wir hatten uns am Vortag gut auf unsere Reise vorbereitet. Die Idee, das vorweihnachtliche Paris zu genießen, motivierte uns zusätzlich. Kleidung, Verpflegung und der Wassertank waren vollständig aufgefüllt – wir fühlten uns startklar und bereit für die Fahrt. Zumindest dachten wir das.
Doch am nächsten Morgen hören wir im Wohnmobil plötzlich die Wasserpumpe laufen, und sofort stellt sich ein ungutes Gefühl ein. Der Verdacht bestätigt sich: Obwohl ich den Wasserboiler eingeschaltet hatte, war die vergangene Nacht so kalt gewesen, dass die Wärme nicht ausreichte, um das Frostschutzventil geschlossen zu halten.
Also beginnt der Tag mit einer Zwangspause. Rund hundert Liter Wasser müssen erneut eingefüllt werden. Währenddessen erwärme ich das störrische Frostschutzventil mithilfe eines Föhns, bis es endlich einrastet. Die Verzögerung ist erheblich – aber so ist das Leben im Winterhalbjahr: Jeder Start hat seinen eigenen kleinen Kampf.
Schließlich rollen wir los. Die Route führt uns über Köln, Aachen und Liège. Nach dem ersten Abschnitt gönnen wir uns eine Mittagspause, doch das Wetter macht uns zunehmend einen Strich durch die Rechnung. Aus ein paar vereinzelten Sonnenstrahlen am Vormittag wird ein Mix aus Regen, Sturm und grauem Himmel.
Der Nachmittag bringt uns durch mehrere Naturschutzgebiete, die bei besserem Wetter sicher idyllisch gewirkt hätten. Während der Fahrt fällt uns jedoch ein weiterer Punkt auf: Durch die Zwangsbelüftung der Dachluke zieht es spürbar. Ein Thema, das wir unbedingt noch vor unserer Winterreise nach Berchtesgaden angehen müssen.
Das Wetter bleibt weiterhin kalt und unbeständig, und die frühe Dunkelheit drückt zusätzlich auf die Stimmung. So beschließen wir, den Tag nicht unnötig in die Länge zu ziehen. Kurz nach Laon gönnen wir uns eine Kaffeepause und beenden die heutige Etappe dort – in einer Stadt, die mit ihrem mittelalterlichen Kern und der alten Burg eine Atmosphäre verbreitet, die perfekt zu einem ruhigen, frühen Abend passt.Read more
Eindrucksvolle Fahrt
Nov 24–27, 2025 in France ⋅ ☁️ 10 °C
Nach dem Frühstück machen wir einen kurzen Rundgang durch Laon. Die schmalen Gassen und die alten Häuser vermitteln einen guten Eindruck davon, wie viel Geschichte in dieser Stadt steckt. Bei besserem Wetter würden wir hier sicher mehr Zeit einplanen.
Unser Weg führt uns zur Kathedrale Notre-Dame de Laon https://de.wikipedia.org/wiki/Kathedrale_von_Laon . Schon von außen wirkt sie sehr eindrucksvoll, und im Inneren beeindrucken vor allem das lange Kirchenschiff und die hohen Gewölbe.
Auf dem Rückweg zum Wohnmobil kommen wir an mehreren Stellen vorbei, von denen aus man weit in die Landschaft blicken kann. Diese weiten Ausblicke runden unseren kurzen Besuch angenehm ab.
Der Speckgürtel um Paris begrüßt uns überraschend mit Sonnenschein, und auch die Temperaturen sind etwas gestiegen. Der Kontrast zur historischen Innenstadt könnte jedoch kaum größer sein: Wir fahren durch Gegenden mit nüchternen Zweckbauten, egal ob Wohnblocks oder Bürogebäude, die sich breit in die Landschaft drücken. Dazwischen liegt eine teils unübersichtliche Verkehrsführung, die volle Aufmerksamkeit verlangt.
Kurz darauf erreichen wir den Périphérique, der uns sofort mit seinen typischen Staus empfängt. Oft ist die Straße in jede Richtung vierstreifig, dennoch geht es nur langsam voran. Zwischen den stehenden Fahrzeugen schlängeln sich Motorradfahrer mit waghalsigen Fahrmanövern hindurch – ein Anblick, an den man sich erst gewöhnen muss.
Für die rund zweihundert Kilometer bis zu unserem geplanten Campingplatz südlich von Paris brauchen wir über vier Stunden. Wegen Lage und Umgebung entscheiden wir uns schließlich, noch eine halbe Stunde dranzuhängen. Unser endgültiges Quartier finden wir am Bois de Boulogne, direkt an der Seine. Dort lassen wir den Tag ausklingen und schmieden die Pläne für die kommenden Tage.Read more
Auf Enddeckungstour in Paris
Nov 26–27, 2025 in France ⋅ ⛅ 4 °C
Der Morgen begrüßt uns mit regnerischem Wetter, doch wir lassen uns davon nicht abhalten. Vom Campingplatz ist es nur ein kurzer Weg zur Bushaltestelle. Unser erstes Ziel ist heute Notre-Dame, und mit einmaligem Umsteigen in die U-Bahn erreichen wir die Stadtmitte problemlos. Spätestens im Tunnel nimmt uns das typische Pariser Großstadtgefühl voll ein.
Trotz des Gedränges und der Lautstärke bleibt der Eindruck vom U-Bahn-System positiv. Lange Treppen führen tief hinunter, und hat man erst einmal den Zugang hinter sich gelassen, bewegt man sich über hunderte Meter durch ein weit verzweigtes Netz unter der Erde. Die neueren Züge fahren fahrerlos, und an vielen Bahnsteigen schützen Plexiglasbarrieren vor dem Absturz ins Gleisbett.
Nach einer vergleichsweise kurzen Fahrt tauchen wir wieder an der Oberfläche auf und erreichen nach einem kleinen Fußweg Notre-Dame. Vor dem Eingang mäandert eine lange Reihe wartender Besucher, doch die Schlange bewegt sich zügig. Kurz darauf stehen wir im Inneren der Kathedrale. Von den schweren Schäden des Brandes 2019 ist kaum noch etwas zu sehen. Die Kirche wirkt grundlegend erneuert. Beeindruckend ist nicht nur die Architektur – auch dass alle dafür nötigen Handwerksbetriebe heutzutage noch verfügbar sind. Platz bietet die Kathedrale für rund zehntausend Menschen, und wenn man sich umschaut, scheint dieser Wert fast erreicht zu sein.
Von Notre-Dame aus gehen wir weiter in Richtung Quartier Latin und werfen einen Blick auf das Pantheon von außen. Anschließend führt uns der Weg in die Rue Mouffetard, eine lebendige Straße mit vielen kleinen Spezialitätenläden und internationalen Restaurants. Wir entscheiden uns für ein libanesisches Lokal. Die Küche kenne ich noch von einer Reise nach Beirut – eine Mischung aus arabischen und europäischen Einflüssen, die oft sehr gut harmoniert. Auch heute werden wir nicht enttäuscht.
Gut gestärkt besuchen wir die große Moschee und den dazugehörigen Garten. Beides wirkt schlicht, aber dennoch besonders, fast schon zurückhaltend prunkvoll. Von dort aus machen wir uns auf den Weg nach Montmartre und Sacré-Cœur. Die Kombination aus Bus und U-Bahn ist etwas umständlich, aber wir kommen dennoch recht zügig am Schrägaufzug an, der uns die letzten Höhenmeter abnimmt.
Oben erwartet uns erneut eine große Besuchermenge, und für den Eintritt ist auch hier eine Schlange samt Sicherheitskontrolle nötig. Im Vergleich zu Notre-Dame wirkt Sacré-Cœur schlichter, doch Größe und Höhe der Kuppel sind beeindruckend.
Vor der Kirche genießen wir den Blick über Paris. Leider ist die Sicht durch den Regen eingeschränkt, doch die Weitläufigkeit ist trotzdem erkennbar. Ein kurzer Abstecher zum Place du Tertre zeigt das übliche Bild: zahlreiche Künstler, die Porträts anbieten, und ein dichtes Gedränge. Danach treten wir den Rückweg an und machen noch einen Zwischenstopp an den Champs-Élysées, wo wir die kilometerlange Weihnachtsbeleuchtung bestaunen.
Am frühen Abend erreichen wir das Wohnmobil und lassen den Tag in Ruhe Revue passieren.Read more
Seinefahrt
November 27, 2025 in France ⋅ ☁️ 5 °C
Nach einem ausgedehnten Frühstück entscheiden wir uns heute dafür, ausschließlich mit dem Bus durch die Stadt zu fahren. Das dauert zwar etwas länger als die Wege mit der U-Bahn, eröffnet uns dafür aber einen breiteren Blick auf das alltägliche Leben in Paris.
Die erste Fahrt führt durch den Bois de Boulogne bis zum Ufer der Seine. Von dort spazieren wir etwa einen Kilometer am Wasser entlang in Richtung Eiffelturm. Dabei entsteht der Eindruck, als sei ganz Paris unterwegs: Laufgruppen kommen uns entgegen oder ziehen an uns vorbei, sodass wir regelmäßig einen Schritt zur Seite machen müssen.
Wegen der niedrigen Wolkendecke verzichten wir auf einen Aufstieg auf den Eiffelturm und entscheiden uns stattdessen für eine Bootsfahrt auf der Seine. Die gut einstündige Rundfahrt bietet viele bekannte Bauwerke aus ungewohntem Blickwinkel und lässt die Stadt in einem anderen Licht erscheinen.
Anschließend schlendern wir durch die Umgebung. Ein kleiner Budenmarkt bietet vor allem Süßwaren zu eher ambitionierten Preisen an. Entlang der Straße reihen sich zahlreiche Cafés, und dabei meldet sich meine philosophische Ader: Wir Ruheständler bewegen uns irgendwo zwischen zwei Gegensätzen – auf der einen Seite die angenehme Wärme, in der Menschen entspannt in den angesagtesten Cafés sitzen, auf der anderen Seite die bittere Kälte, in der Obdachlose unter den unwirtlichen Brücken ausharren müssen.
Wir wählen den Mittelweg und fahren zu einer Konditorei, die im Reiseführer empfohlen wird. Warum sie besonders hervorgehoben wird, erschließt sich uns zunächst nicht. Die Auswahl ist kleiner, als erwartet. Beim Nachmittagskaffee zeigt sich jedoch, dass die Qualität stimmt. Besonders ein Zitronentörtchen überzeugt mich.
Von der Konditorei aus nutzen wir erneut verschiedene Buslinien, um weitere Facetten der Stadt aufzunehmen. Als es zunehmend dunkler wird, erreichen wir schließlich unser Wohnmobil und lassen den Tag ruhig ausklingen.Read more
Zurück nach Hause
November 27, 2025 in Germany ⋅ 🌧 6 °C
Nach unserer vertrauten Morgenroutine verlassen wir das Quartier der vergangenen Tage. Die Luft ist kühl, der Himmel gedrungen dunkel, als hätte sich irgendwo hinter den Wolken etwas zusammengezogen, das uns beobachtet. Als wir die ersten Kilometer rollen, meldet er sich: unser kleiner „Wohnmobiltroll“. Die gelbe Motorkontrollleuchte flackert auf – ein dünnes, unheimliches Glimmen, das aus der Tiefe des Armaturenbretts steigt wie ein Warnruf aus einem alten Keller.
Ein Neustart schickt den Störenfried zunächst zurück in sein öliges Verlies, doch sein Wispern bleibt im Hinterkopf. Von nun an fährt die Sorge um eine reibungslose Heimreise wie ein unsichtbarer Beifahrer mit.
Auf den kommenden rund fünfhundert Kilometern begleitet uns dieses geisterhafte Zeichen insgesamt sechsmal. Immer ein kurzer Moment, ein sekundenlanger Stich ins Bauchgefühl – dann geben wir dem Troll einen weiteren Stoß zurück in die Dunkelheit unter der Motorhaube. Doch man spürt: Er ist noch da, lauernd, unberechenbar.
Zwischendurch bringt uns immerhin eine Nachricht etwas Ruhe. Die Werkstatt bestätigt telefonisch, dass sie den fälligen „Exorzismus“ im Rahmen der Gewährleistung übernehmen wird. Ein Termin für morgen steht bereits. Vielleicht reicht das Licht des Tages aus, um den Troll endgültig zu vertreiben. Bis dahin aber fährt er mit – irgendwo zwischen Kabelsträngen, Metall und unserer wachsenden Fantasie.Read more

































TravelerViel Spaß und bin gespannt auf eure Berichte. Wir werden im Mai dort sein.
TravelerEine schöne Zeit 🎄☀️🎄