• Mit dem Rad 🚴‍♀️ durch Paris

    March 7 in France ⋅ ☁️ 16 °C

    , das funktioniert heute erstaunlich gut. Vor zehn Jahren wäre das noch ein Abenteuer gewesen. Inzwischen hat die Stadt einen großen Teil ihrer Straßen neu verteilt. Autos mussten Platz machen, Radfahrer und Fußgänger haben ihn bekommen.
    Fast überall gibt es heute breite Radspuren. Manchmal sogar zwei – eine für jede Richtung –, während sich der Autoverkehr mit einer einzigen Fahrspur begnügen muss.
    Sind die Pariser mit dem Umbau ihrer Stadt zufrieden? Das kommt darauf an, wen man fragt.
    Besonders schön ist die Uferpromenade an der Seine. Früher rollte hier der Verkehr, heute ist sie autofrei.
    An diesem Samstagvormittag gehört sie den Joggern. Tausende laufen am Fluss entlang, andere fahren Fahrrad. Selbst die Polizei gleitet auf Inlinern vorbei.
    Überhaupt wirkt alles erstaunlich entspannt. Niemand beachtet rote Ampeln. Aber Radfahrer, Fußgänger und Autofahrer passen aufeinander auf, bremsen, weichen aus, lassen einander durch. Niemand drängelt, niemand belehrt.
    Die Stadt wirkt jung. Überall treffen sich Leute zum Laufen oder Skaten.
    Aber Paris zeigt mir auch seine andere Seite: Ich komme wieder an einem Obdachlosenlager vorbei.
    Ich halte ständig an, weil überall etwas zu sehen ist. Am Platz der Bastille erinnere ich mich daran, dass hier einmal das berüchtigte Gefängnis stand. Ich überquere eine der vielen Seinebrücken, höre die Glocken von Notre-Dame und rolle am Invalidendom vorbei.
    Schließlich stehe ich vor dem Eiffelturm. Influencerinnen, deren Wimpern noch länger als ihre Röcke sind, fotografieren sich gegenseitig.
    Weiter zum Arc de Triomphe. Napoleon ließ ihn bauen, um seine Siege zu feiern – etwas voreilig, wie sich später herausstellte. Einige Jahre danach bekam er in der Völkerschlacht bei Leipzig gründlich auf den Kopf. Aber das ist eine andere Geschichte. Und ein anderes Denkmal.
    Über die Champs-Élysées fahre ich zurück.
    Am Abend sitze ich schließlich in einem kleinen Imbiss in einer Fußgängerzone. In einer halben Stunde kommen mehr Menschen vorbei, als in Glindow überhaupt wohnen. Ich sehe alle Hautfarben, schwarze, blonde und grüne Haare, Gruppen von Freunden, Familien, Pärchen. Alle wirken wild entschlossen, das Wochenende zu genießen.
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