• Zürich

    20 Oktober 2023, Switzerland ⋅ ☁️ 16 °C

    Die Zeit bis zur Abfahrt unseres Zuges nutzen wir nach dem Frühstück für eine Stadtrundfahrt. Die öffentlichen Bereiche im Zentrum von Nimes wurden mit einem Blick für das Schöne gestaltet: Helle, breite Geh- und Fahrradwege, Bepflanzungen mit Platanen und Olivenbäumen, grosse Sichtachsen auf Sehenswürdigkeiten und Bahnhof. Wie in fast allen Städten die wir in Frankreich gesehen haben, wurden auch in Nimes die Gassen der Altstadt konsequent zu Fussgängerzonen umgestaltet. Das Argument, dass für den Autoverkehr gesperrte Innenstädte weniger Umsatz für den Handel bedeuten und somit zum "Aussterben" der Citys führen würden, hat man hier längst als Unsinn entlarvt. Die Bürger gehen gerne bummeln, sitzen in Strassencafès und auf Mauern und geniessen die etwas bessere Luftqualität und den Autolärm und die Bordsteinkanten vermisst auch niemand. Zudem steigt der Wohnwert für Vermieter und Mieter. Am besten gelöst hat man das Transportproblem in den Fussgängerzonen von Avignon. Dort verkehren die kleinsten Busse die ich je gesehen haben. Je nach Uhrzeit und Fahrstrecke haben die elektrisch betriebenen Busse nur 4-12 Sitzplätze und nur 3 Glasflächen auf jeder Seite. So kommen sie durch alle Gassen und stören kaum.
    Am Nachmittag geht es dann zunächst nach Lyon, von da aus Nach Genf und dann Richtung Zürich. In Biel ein Schreckmoment: nur 3 Minuten vor Einfahrt in den Bahnhof eine Durchsage, die kaum zu verstehen ist...was hat die Durchsage zu bedeuten?...Passagiere nach Zürich umsteigen?? Wohin umsteigen? Wir packen alles in Windeseile, totale Hektik, ein Passagier, der die Strecke kennt, sagt uns, dass wir zum Anfang der Zuges umsteigen müssen und wir sind im letzten Wagon! Fahrräder raus, Gepäck raus, Aufladen, losfahren, vier Bahnbeamte trillern auf ihren Pfeifen und schreien: "Los, los, jalla-jalla!" und wir schaffen es verschwitzt und mit pochenden Herzen gerade noch einzusteigen. Warum hat uns zuvor niemand darauf hingewiesen?
    In der Nacht sind wir zurück in der Heimat und bei der Familie.
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