• Perpignan

    3. januar 2024, Frankrig ⋅ ☁️ 18 °C

    Das Hotel heisst B&B - Bed and Breakfast - und macht seinem Namen Ehre: das Frühstück ist "all you can eat" und abwechslungsreich. Als wir wieder im Zimmer sind, versinkt Lanyu erneut in Schlaf, trotz 10 Stunden Schlafs in der Nacht. Deshalb übernehme ich bei der Abfahrt erstmal sein Gepäck. Gegen 11 Uhr sind wir on the road again. Unser Tagesziel ist Perpignan.
    Die Winde sind uns heute wohl gesonnen, der Himmel ist zwar bedeckt, aber es regnet nicht. Aber gleich hinter dem Ortsausgang springt Lanyus Kette zweimal ab und das gibt ölverschmierte Finger. Lanyus Rad hat nur einen Zahnkranz vorne und sieben hinten und im höchsten Gang springt dann die Kette ab und zu ab. Da heisst "aufpassen" und vorsichtig schalten.
    Ca. 15 km hinter Perpignan weht uns zwischen den Weinfeldern plötzlich ein warmer Wind entgegen und unsere Laune hebt sich. Und dann, plötzlich, unerwartet, im Nordwesten: die Pyrenäen mit schneebedeckten Gipfeln! Und ebenso unerwartet taucht linker Hand das Mittelmeer auf und jenseits einer riesigen Bucht eine Bergkette; das ist Spanien! Und am Fusse dieser Berge werden wir morgen entlangradeln und die spanische Grenze überqueren.
    Was uns schon Narbonne aufgefallen, war bestätigt sich leider auch auf unserem weiteren Weg: es wird immer schmutziger. Abfälle in Mengen rechts und links der Strasse, in den Gräben, an den Zäunen hängen Plastikabfälle, auf den kleinen Parkbuchten alles voller Toilettenpapier und es stinkt derart, das man es nicht aushält und schnell weiterfährt, wilde Müllkippen an den Waldrändern. Es könnten einem die Tränen kommen, wenn man diesen Umgang mit der Schönheit des Landes sieht, diese Respektlosigkeit, ja geradezu Verachtung der Natur. Das man im Jahr 2024 immer noch nicht eingesehen hat, dass man sich den Ast absägt, auf dem man sitzt...
    Wir haben uns entschieden heute ausschliesslich die Bundesstrasse zu befahren und auf jede Fahrradstrecke zu verzichten. Es geht zwar ständig rauf und runter, aber der Asphalt ist prima, meistens gibt es Standstreifen, die wir befahren können und es geht die ganze Strecke nur geradeaus, so dass wir keine Zeit durch Irrwege verlieren.
    Wir machen drei Pausen, essen in einem kleinen Restaurant Pizza und später genehmigen wir uns Kaffee und heissen Kakao. Gegen 14 Uhr brechen die Wolken auf und die Sonne scheint und die Temperatur steigt auf 17 Grad.
    Als der Standstreifen vor Perpignan aufhört und es zu gefährlich für uns wird, müssen wir notgedrungen auf eine Nebenstrecke ausweichen, aber das Tagesziel ist nur noch 15 km entfernt.
    Lanyu hat seine Gepäcktasche wieder übernommen und hält munter das Tempo mit und so erreichen wir schon gegen 16 Uhr die Stadt und bald auch unsere Unterkunft, ein Apartmenthotel gegenüber des Bahnhofs.
    Jetzt sind wir uns sicher, dass wir Barcelona in höchstens 4 Tagen erreichen werden, also rechtzeitig vor unserem Rückflug am 10. Januar.
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