Figueres
January 4, 2024 in Spain ⋅ ☁️ 13 °C
Trotz aller Müdigkeit hatte Lanyu eine unruhige Nacht und wirkt nicht wirklich regeneriert, weshalb ich sein Gepäck auch heute übernehme.
Wir verlassen Perpignan gegen 11.30 Uhr bei Sonnenschein und erreichen nach ein paar Kilometern die Stadtgrenze, als Lanyus Kette abspringt. Ich ziehe sie wieder auf, 100 m weiter das gleiche Spektakel. Das lässt nichts Gutes hoffen. Lanyu muss sehr vorsichtig schalten und antreten.
Auf einer leichten Anhöhe haben wir einen tollen Weitblick auf die schneebedeckten Gipfel der Pyrenäen, linker Hand ragt eine weitere Bergkette empor, die romantisch von einer Wolkendecke überzogen wird - da müssen wir irgendwo hinauf und drüber, um nach Spanien zu kommen!
Es setzt starker Gegenwind ein, der sich steigert, als wir zur Steigung in die Berge ansetzen, au Mann! Wir essen in Le Boulou zu Mittag und dann nehmen wir den Weg wieder zwischen die Beine. Rauf, rauf, rauf, in zahllosen Kurven schlängelt sich der Weg, mehrere Male muss ich absteigen, weil die Kraft nicht mehr ausreicht, der Atem keucht, die Beine wollen nicht mehr. Der Gegenwind von mehr als 20, 25 km/h raubt uns beiden die gute Laune, manchmal muss ich gar stehen bleiben, weil Böen mich fast umblasen. Jetzt zeigt sich, aus welchem Holz wir geschnitzt sind.
Lanyu ist den Tränen nahe, wir zählen die Kilometer, hoffen darauf das diese Bergkuppe da vorne die letzte ist, danach die nächste, nein, es geht immer weiter hoch, endlich bis zum Pass "Col du Perthus", 290 m über NN, der die Grenze zwischen Frankreich und Spanien markiert. Dort oben gibt es einen völlig abgelegenen Friedhof und eine verschlossene Polizeistation einer Kooperationseinheit von französischer und spanischer Polizei.
Dann erreichen wir die Stadt Perthus und dahinter die ehemalige Grenzstation, die heutzutage beidseits unbewacht ist. Danach geht es abwärts und es wird dunkel. Wir passieren La Jonquera und dann, endlich: Figueres, unser Tagesziel. Wir haben nicht aufgegeben, ich bin stolz auf meinen Sohn, der sich durchgekämpft hat.Read more










