• Girona

    January 5, 2024 in Spain ⋅ ☁️ 10 °C

    Figueres, 10.30 Uhr am Morgen: der Himmel bedeckt, es regnet ein paar Tropfen, es ist kalt, aber, Gott-sei-dank, windstill.
    Da wir ohne Frühstück gebucht haben, verlassen wir unsere luxuriöse Unterkunft nüchtern und kehren nach wenigen Kilometern in einem Cafe ein. Gestärkt nehmen wir unser Tagesziel Girona ins Visier. aber die N2, die Nationalstrasse 2, sollen es angeblich nur 44 km bis zum Ziel sein, aber am Ende sind es dann doch wieder 65 km.
    Schön ist es nicht, auf einer Schnellstrasse unterwegs zu sein, manchmal auch gefährlich, wenn sich z.B. die Fahrspuren an Brückenübergängen verengen und es keine Standspur oder Fussgängerwege mehr gibt. Dann sind wir auf die Rücksicht der Autofahrer angewiesen und mir den LKS`s ist das manchmal so eine Sache...die Herren der Landstrassen.
    Im Grossen und Ganzen kommen wir auf solchen Strassen aber gut voran und vor allem: wir verfahren uns nicht.
    Es beginnt zu regnen und wir müssen uns unter einer Brücke unterstellen. Als der Regen etwas nachlässt, fahren wir rasch weiter und kehren in einer Raststätte ein, essen zu Mittag, genehmigen und Tee und Kaffee, warten 2,5 Stunden, bis der Regen aufhört. Es ist 15.30 Uhr als wir endlich weiterfahren.
    Steigungen, kilometerlang. Unterwegs sehen wir immer die katalanische Flagge - nicht die spanische! Barcelona gilt als die Hauptstadt Katalaniens, aber die Sprache wird in Südwestfrankreich, auf den Balearen und in Andorra gesprochen und geschrieben. Die Katalanen wollen seit Urzeiten einen eigenen Staat, aber Spanien will sie nicht in die Unabhängigkeit entlassen.
    Strassenschilder versuchen die Autofahrer dazu zu bewegen, keinen Abfall aus den Fenstern zu schmeissen, aber offensichtlich vergebens oder mit geringem Erfolg, denn Müll liegt überall, teilweise ganze LKW-Ladungen voller Bauschutt, Kabeln usw.
    Wir sind immer noch über Wolkenhöhe unterwegs, ein erstaunlicher Anblick, wenn man auf dem Rad unterwegs ist.
    Mir geht langsam die Puste aus und jetzt macht Lanyu den Packesel und übernimmt beide Gepäcktaschen und meistert die letzten Anstiege bis Girona mit Bravour.
    In der Dunkelheit erreichen wir das Stadtzentrum, es regnet wieder. In einer Bäckerei machen wir es uns erstmal gemütlich und suchen uns online ein Hotel. Dann geht es nochmals 5 km durch die Stadt und an der Rezeption überrascht uns ein Spanier mit seinen ausgezeichneten Deutschkenntnissen, die er sich während drei Jahren als Rezeptionist in Magdeburg angeeignet hat.
    Wir haben ein tolles Zimmer und Höhepunkt des Tages ist für mich stets die heisse Dusche nach einem durchfrorenen Tag.
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