• Ein besonderer Ort

    August 14 in Sweden ⋅ ☁️ 22 °C

    „Unser Besuch in Astrid Lindgrens Näs in Vimmerby führt uns an den Ort, an dem alles begann. Hier wurde Astrid Lindgren 1907 geboren und verbrachte mit ihren drei Geschwistern eine glückliche Kindheit auf dem kleinen Bauernhof ihrer Eltern. Zwischen Apfelbäumen, Heuboden, Tieren und jeder Menge Freiheit wurde gespielt, getobt und erfunden – fast wie später bei den Kindern aus Bullerbü. Viele Menschen, Geschichten und Erlebnisse aus Näs fanden Jahrzehnte später ihren Weg in ihre Bücher.

    Besonders schön ist, dass ihr Elternhaus bis heute erhalten geblieben ist. Man versteht hier plötzlich, woher die Wärme, die Naturverbundenheit und vor allem das Gefühl von Freiheit und Geborgenheit kommen, das so viele ihrer Geschichten prägt.

    Erst als Erwachsene begann Astrid Lindgren ernsthaft zu schreiben. Ab Mitte der 1940er-Jahre entstanden in erstaunlicher Folge Figuren, die Kinderliteratur verändern sollten: Pippi Langstrumpf, Michel aus Lönneberga, Ronja Räubertochter, Karlsson vom Dach, Madita, die Brüder Löwenherz und natürlich die Kinder aus Bullerbü. Ihre Bücher nehmen Kinder ernst: Sie dürfen stark, eigenwillig, mutig und unbequem sein, aber auch Angst haben, traurig sein und über die großen Fragen des Lebens nachdenken. Ihre Werke wurden in mehr als 100 Sprachen übersetzt und erreichten Millionen Menschen auf der ganzen Welt - und auch uns!

    Doch Astrid Lindgren wirkte weit über ihre Bücher hinaus. Sie erhob ihre Stimme für Kinderrechte, Gleichberechtigung, Frieden und Tierschutz und wurde zu einer wichtigen gesellschaftlichen Stimme Schwedens. Dabei blieb sie ihrer Haltung treu: menschlich, mutig, humorvoll und mit großem Respekt vor Kindern.
    Eine bewundernswerte Frau.

    Die Ausstellung und die Gärten von Näs machen all das wunderbar greifbar. Für uns war es deshalb weit mehr als der Besuch eines Schriftstellerinnen-Museums. Hier begegnet man den Wurzeln einer Fantasiewelt, die uns geprägt hat – und merkt, wie viel vom echten Näs in Bullerbü, Lönneberga und all den anderen Orten ihrer Geschichten weiterlebt.“
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