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Reise in’s Ungewisse (Jobsuche mal anders)

Büroalltag und Gemütlichkeit und das war's jetzt?
Nein, da geht noch was. Wir sind auf der Suche nach einem kleinen Campingplatz oder B&B in das wir unser Herzblut stecken können. Dieser Reiseblog ist unsere Reise auf der Suche. Ideen? Melde dich.
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    🇫🇮 Puumala, Finnland

    Fährgeschichten

    1 ora fa, Finlandia ⋅ ☁️ 18 °C

    Tanger Med, Marokko - Fähre nach Barcelona, Spanien:
    Auf alles gefasst, sind wir um 16:30 Uhr am Hafen. Der nette gelb-gewestete Herr auf dem Parkplatz vor den Schaltern, verdreht ob unserem E-Ticket die Augen und schickt uns zum Schalter 7. Wir spekulieren zwischen fünf unnummerierten Schaltern und entscheiden uns wohl intuitiv für den Richtigen. Der Schalter-Beamte druckt unser (E-)Ticket aus und verweist uns zurück zum Gelbwestenherrn auf dem Parkplatz. Dieser drückt nun zufrieden seinen Stempel auf das ausgedruckte Ticket. Mit dem abgestempelten Formular dürfen wir wieder zum Schalter 7 um damit unsere Boardingkarten abzuholen. Jupie, der erste Schritt ist geschafft, wir dürfen nun weiter zur Sicherheitskontrolle.
    Um 19:00 Uhr haben wir die Passkontrolle, Fahrzeugscan (wie der Gepäckscan am Flughafen, einfach in Fahrzeuggrösse) und schnüffelnde Spürhunde erfolgreich bestanden, nun dürfen wir uns zum Einschiffen anstellen. Nach ein bisschen irrendem Umherfahren finden wir auch die Warteschlange für Barcelona. Geplante Abfahrt ist 23:59 Uhr - genau eine Minute vor Mitternacht.
    Gefühlt nur alle 5 Minuten verschwindet ein Fahrzeug aus der laaangen Warteschlange im riesigen Bauch des Schiffes. Auch unser rollendes Zuhause darf irgendwann vorwärts und wird vor der Rampe nochmals von zwei Zöllnern separat unter die Lupe genommen. Kurz vor der Geisterstunde sind wir endlich an Bord. Wohl alle europäischen Passagiere sind gelinde überrascht, als sich unsere Fähre um 00:30 Uhr mit nur 31 Minuten Verspätung vom Afrikanischen Kontinent löst. Beim Happy-to-be-on-board-Bier zeigt sich, welche Touristen es während ihrer Marokkoreise geschafft haben, sich die afrikanische Gelassenheit zueigen zu machen.
    PS: das abgestempelte ausgedruckte Ticket wollte keiner mehr sehen...

    Travemünde, Deutschland - Fähre nach Trelleborg, Schweden:
    Wir folgen der linken Fahrspur, welche mit Trelleborg angeschrieben ist. Am Check-in Schalter, einem personenlosen Drive-through-Automaten, scannen wir den QR-Code unseres E-Tickets und erhalten eine Boardingkarte mit den genauen Angaben zu welchem Dock und welcher Wartelinie wir fahren müssen. Wir sind fast ein wenig überfordert ob dem rationalen, klar strukturierten Ablauf.

    Kapelskär, Schweden - Fähre nach Åland, Finnland:
    Freundlich werden wir von der blonden Schwedin am Check-in Schalter begrüsst. Via automatischem Scan der Auto-Nummer hat sie unser Ticket bereits auf dem Bildschirm. Kurzum sind wir an Bord und begeben uns sofort auf Erkundungstour: Eine stylische, mit dunklem Holz und alten Whiskyfässern gestaltete Bar, freundlich helle Aufenthaltsbereiche mit gemütlichem Wohnzimmercharakter, raumhohe, saubere Fenster zum Bewundern der schönen Schärenlandschaft, wind- und regengeschützte Aussenbereiche, Yoga-Raum, Fitnesscenter, Saunalandschaft und im dampfenden Whorlpool auf Deck geniessen die Badenden die erfrischenden Regentropfen von oben während sie im heissen Wasser die Aussicht geniessen. Wir kommen aus dem Staunen fast nicht mehr raus.

    Via Inselhopping über die Åland-Inseln gelangen wir östlich des Bottnischen Meerbusens wieder ans Festland. Was uns bis jetzt an Finnland so gut gefällt? Such dir jemanden mit angenehmer Stimme zum Vorlesen der nächsten Zeilen und schliess mal die Augen:
    Fühle das weiche, sattgrüne Moos unter dir, dein Blick gleitet entlang zahleicher braun-oranger und weiss-grauer Baumstämmen nach oben in den mit Wattewölkchen durchzogenen blauen Himmel. Du wirst eingelullt durch das sanfte Rascheln des Windes in den Birkenblättern und das leise Plätschern des Wassers am steinigen Seeufer. Der ausdauernd, rhythmische Ruf des Kuckucks ist dir schon wohl bekannt, begleitet er dich doch gefühlt seit Wochen. Die blassen kleinen Glockenblüten an den üppigen Heidel- und Preiselbeerstäuchern erzählen von herbstlichen Nascheinheiten. Eine sanfte Brise kitzelt deine Nase mit warmem, harzigem Kiefernduft und dem frischen, klaren Geruch nach Moos. Ein Knacken im Unterholz lässt dich umsehen. Schleicht sich da wohl ein Elch durch den Wald? Nein, diese bekommt man leider kaum zu Gesicht. Dafür erhaschst du einen Blick auf eine anmutige Weisswedelhirschkuh. Sie entdeckt dich und sucht in grossen Sätzen das Weite, wobei sie dir mit ihrem hoch erhobenen weissen Schwänzchen zum Abschied winkt.
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  • Nordwärts

    26 maggio, Germania ⋅ 🌬 28 °C

    Wir verlassen Spanien, kurven durchs Hinterland im südlichen Frankreich und rauschen förmlich Richtung Norden. Wir fressen Kilometer um Kilometer; das will was heissen, sind wir doch mit max. 80 km/h unterwegs. Die Fahrtage sind lang, die Strecken eher kurz. Dem Bedürfnis nach einer Dusche müssten wir mal wieder nachgeben, übernachten wir doch mangels Alternativen wild. Zwar wird man auch mit Waschhuddel sauber, doch warmes Nass aus der Brause wäre schon ein Luxus, den wir uns gerne von Zeit zu Zeit gönnen. Im «Parc naturel régional des Grands Causses» (die Franzosen lieben nun mal lange Namen) steuern wir einen kleinen Campingplatz an. Welch Glückstreffer, wir geniessen eine sensationelle Aussicht auf den «Cirque Saint-Martin», eine halbrunde Felsarena, sehr ähnlich dem «Creux du Van». Beim Feierabendbierli schweift der Blick über die Felsen und bleibt bei ziemlich grossen Vögeln hängen. Was kreist da anmutig in der Thermik? Feldstecher hervorgeholt, Augen noch ein bisschen mehr zusammenkneifen (als ob es was nützen würde) und Fachsimpeln, auch als Rätseln bekannt. Bussard, Milan oder Raben fallen schon mal weg. Zur Unterstützung muss mal wieder Guugl weiterhelfen….. Aha, in der Gegend habe sich der Bartgeier angesiedelt. Unsere Freude darüber ist riesig. Schliesslich haben wir diesen seltenen Vogel in der Schweiz erst einmal in freier Natur gesehen. Das müssen wir uns doch wohl näher anschauen! Kurzerhand planen wir für den nächsten Tag eine kleine Wanderung hoch zu der Abrisskante.
    Die Wanderschuhe geschnürt, der Rucksack gepackt und mit voller Vorfreude nehmen wir den steilen Aufstieg unter die Füsse. Wir staunen über das üppige Grün, überall wächst und blüht es. Der Schweiss läuft und das angestrengte Schnaufen ist deutlich hörbar. Kondition? Eher Fehlanzeige. Doch es sind ja nicht sooo viele Höhenmeter zu überwinden und schon bald stehen wir oben. Unser Blick schweift gezielt den Felswänden entlang. Da es bewölkt ist, kreisen noch keine Piepmatze in der Luft. Da entdeckt Thes einen imposanten, ca. 80-90 cm grossen Vogel auf einem Felsvorsprung, ca. 100 m von uns entfernt. Anmutig sitzt er auf seinem Aussichtspunkt und tut – nichts. Wir schauen abwechselnd durch den Feldstecher und rätseln über das Alter. Es muss ein Jungvogel sein, denn irgendwie fehlen ein paar Federn für das typische Aussehen eines Bartgeiers (wo ist der «Bart»?). Unserer Freude tut dies aber keinen Abbruch. Irgendwann stürzt sich das Tier in die Tiefe und aus unserer Sicht. Weiter geht’s. An einem anderen Aussichtspunkt entdecken wir 3, 4, nein sogar 5 Vögel in den schroffen Wänden. Das gibt es doch nicht. 5 Bartgeier, einfach so. Wie selten ist das denn? Das ist doch gar nicht möglich! Wir können unser Glück kaum fassen. Inzwischen haben sich die Geier in die Lüfte erhoben und kreisen mal über, mal unter uns. Wir liegen in der Wiese und geniessen das Schauspiel. Irgendwann beschleichen Thes Zweifel ob unseren Vogelkenntnissen, etwas stimmt einfach nicht. Die Bildersuche im Netz löst die Zweifel in Luft auf. Oh je, wir staunen hier nicht über Bartgeier, sondern über Gänsegeier, die notabene keine Einzelgänger sind. Auch ein schöner Vogel, jedoch mit null Ähnlichkeit. Unser Vogelkundler-Ego schrumpft ob dieses Fauxpas auf realistisches Minimum zusammen.
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    Inizio del viaggio
    15 maggio 2026