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  • Day9

    Essaouira, der Hafen

    November 12, 2019 in Morocco ⋅ ⛅ 17 °C

    Entlang der Stadtmauer schlendern wir zum Fischerhafen, denn Essaouira ist zuallererst ein Fischereizentrum. Dort treffen wir einen „alten“ Fischer, der erst in Englisch und dann (wir sagten wir kommen aus Berlin) in Deutsch mit uns redet. Wie sich herausstellt, hat er von 1989 an vier Jahre in Deutschland gelebt und gearbeitet und die Wende und Währungsunion miterlebt. Allein seine Geschichte wäre interessant zu erzählen, doch hier und jetzt geht es um das Treiben im Hafen. Wegen des starken Windes konnten die Fischer die letzten Tage nicht raus und so führt er uns die nächsten zwei Stunden durch den Hafen und zeigt und erklärt uns alles. Überall präparieren Menschen Material, Boote und auch die Köder für die hoffentlich baldige Ausfahrt.
    Hier wird noch traditionell und im Wesentlichen per Hand gefischt. Mit den kleinen blauen Booten gehen sie mit Langleinen (60 - 90 m lang, alle 25 cm eine kurze Leine mit Haken) auf Schwertfische oder ähnlich große Fische. Mit den vielen Netzen auf Markrelen, Sardellen und andere, je nach Maschengröße. Alles wird per Hand an Bord gebracht und mit Hand bedient. Vier Mann werkeln auf einem solch kleinen Kahn. Die großen Trawler beherbergen 17 - 27 Mann Besatzung, die in Schichten über Stunden oder Tage auf See verbringen. Auch hier wieder meist Handarbeit. Er zeigt uns die tolle Aussicht von der Mole auf den Atlantik, die Motor- und Materiallager, wie die Köder an den Haken kommen und wie sie frisch gehalten werden (Salz oder Sand) und wird immer besser mit der deutschen Sprache. Wir finden, es ist ein Knochenjob und immer in Nachtarbeit. Nach Rückkehr heißt es verkaufen, wieder alles präparieren und wenig Schlaf. So ist unser „alter“ Fischer gerade mal so alt wie wir, sieht aber aus wie eine Generation älter.
    Zum Abschluss laden wir ihn zu einem marokkanischen Kaffee ein und verabschieden uns dann für die weitere Erkundung des Ortes.
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