• Lamanai, Belize

    April 18 in Belize ⋅ ⛅ 33 °C

    Zum Schutz des Korallenriffs liegen wir heute auf Reede und müssen nach Belize City tendern. Zwei große Katamarane vom Festland dienen als Shuttle. Wir nehmen gleich das erste Boot, denn der Weg nach Lamanai, wo wir heute nochmal in die Mayakultur eintauchen wollen, ist weit und wird die gesamte Liegezeit einnehmen. Zur Sicherheit haben wir daher den Ausflug auch direkt vom Schiff gebucht.
    Belize beheimatet mit die höchsten Maya-Tempel. Sie waren bis zu 14 Stockwerke hoch und damit die höchsten Ebenen ihrer Zeit in der Region. Belize war eine britische Kolonie und bis zu seiner Unabhängigkeit im Jahr 1981 als British-Honduras bekannt. Heute sind sie ein zum Commonwealth of Nations zugehöriger selbständiger Staat.
    Sie bezeichnen sich selbst als Schmelztiegel der Kulturen, wovon die Mayas ein wichtiger Bestandteil waren und sind.
    Es gibt insgesamt 15 Ausgrabungsstätten der Mayas, wovon wir eine besuchen: das 3.000 Jahre alte Lamanai - in der Sprache der Maya für untergetauchtes Krokodil 🐊, könnte aber auch ertrunkenes Insekt heißen 🤪.
    Nach langer Anfahrt mit Bus (1,2 h) und 40 km Speedboot auf dem New River (1 h) (keine wirkliche Wildtierbeobachtung möglich 😕), liegt die Ruinenstadt im tiefen Dschungel an eine Lagune des Flusses verborgen.
    Und was sollen wir sagen? Atemberaubend! Und ganz anders als Chacchoben. Zur Blütezeit gab es hier mehr als 700 Gebäude und bis zu 80.000 Einwohner. Es ist ein riesiges Gelände, von dem wir nur einen Bruchteil erleben. Lamanai ist bekannt als eine der am längsten durchgängig besiedelten Maya-Stätten (ca. 1.600 v. Chr. bis ins 17. Jh.) überhaupt. Sie haben hier noch beim Eintreffen der spanischen Eroberer gelebt und sich auch erfolgreich gegen sie verteidigt. Erst eine aus Europa eingeschleppte Seuche hat sie vertrieben und die Gebäude versanken im Blättergrün.
    Das höchste Gebäude, der „Hohe Tempel“ umfasst 11 Ebenen (33 m) und ist damit das dritthöchste Maya-Gebäude der Region.
    Ehrfürchtig besteigen wir diesen Tempel und haben einen traumhaften Blick über den Dschungel und die Lagune.

    Fun Fact:
    Poc-ta-Poc, ein Ballspiel, das eine beliebte Unterhaltung in ganz Mesoamerica (dem alten Mittelamerika) war, fand hier auf einem zentralen Spielfeld statt. Seine Wurzeln gehen zurück bis 3.000 BC. Für die Maya hatte das Ballspiel auch eine rituelle Funktion. Zwei Mannschaften traten in verschieden grossen Arenen gegeneinander an. Je nach Landesteil oder der Grösse der Arena, waren die Mannschaftsstärke unterschiedlich.
    Die meisten Arenen hatten zwei Parallele Wände zwischen denen das Spiel stattfand. Pro Spielfeld gab es 3 runde Scheiben, als Tore für den Ball. Alle Spiele waren gepolstert mit einem Lederschutz, um sie vor dem bis zu 4 Kilogramm schweren Kautschuk-Ball zu schützen. Gespielt wurde nur mit den Knien, Ellebogen und auf den Oberschenkeln.
    Die Gewinner wurden als Helden gefeiert. Bis Heute ist unklar, ob die Gewinner die Ehre hatten für die Götter geopfert zu werden, oder ob die Verlierer geopfert wurden. Die Maya glaubten in dieser Zeit, dass menschliche Opfer notwendig sind um Gesundheit, Wohlstand oder eine Gute Ernte zu erzielen.
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