Panamakanal - ein bisschen Geschichte
April 23 in Panama ⋅ ⛅ 28 °C
Die Idee eines Durchbruchs gibt es bereits seit den 1860iger Jahren. Den ersten wirklichen, aber leider erfolglosen Versuch, unternahmen die Franzosen 1888, deren Kanaleingang noch heute zu sehen ist. Man spart sich dadurch 8.000 sm Weg um das Kap Hoorn herum. Der Kanal wurde dann erfolgreich von den Amerikanern von 1904 bis 1914 unter der veranschlagten Zeit und mit weniger als dem geplanten Geld erbaut. Sowas gibt es eben auch noch. Die Umstände waren widrig, hohe Temperaturen, höchste Luftfeuchtigkeit, massiver Regen, Land- und Schlammabgänge, Malaria und Gelbfieber und undurchdringlicher Dschungel. Noch dazu muss man über einen Berg, um vom Atlantik zum Pazifik zu gelangen. Die Franzosen, die gerade den damals 164 km langen Suez-Kanal gebaut hatten, haben es Ende des 19. Jahrhunderts versucht, die 82 km zu graben. 1/10tel haben sie geschafft, 350 Mio USD verbrannt und 20.000 Menschen haben ihr Leben dabei verloren. Sie hatten sich vor den Planungen die Region garnicht angeschaut 😳.
Heute fahren durchschnittlich 14.000 Schiffe pro Jahr durch den Kanal, es ist eine der wichtigsten Wasserstraßen der Welt.
Der Panamakanal wurde in den 80igern von President Carter an Panama unter der Bedingung übereignet, dass er neutral bleiben muss, für jedermann geöffnet sein soll, nicht verkauft, beliehen oder verpfändet werden darf und die USA, wenn notwendig, limitiert militärisch eingreifen darf.
Wusstet ihr, dass Panama als Land nur wegen des Kanals existiert? Als die USA sich wegen eines Schiffsunglücks, zu dem sie zur Rettung zu lange brauchten, um dorthin zu kommen, mit einer Passage über Nicaragua liebäugelten, hat ihnen ein Franzose, „ihren“ Panamakanal zum Verkauf schmackhaft gemacht und es dabei sehr clever angestellt. Aktive Vulkane in Nicaragua, es gab gerade einen Ausbruch auf Martinique, beim 30.000 Menschen in wenigen Minuten ihr Leben ließen, unkontrollierte politische Konflikte, viel längerer Weg usw.
Panama war damals Teil Kolumbiens und nicht eigenständig. Der Franzose hat den USA auch gleich noch Revoltion Kit mitgeliefert und so wurde Panama innerhalb von 24 Stunden unblutig zu einen souveränen Staat. Die USA kauft das Land für den Kanal und der Rest ist Geschichte.
Eine Passage durch den Kanal kostet heute zwischen 0,5 bis 1 Mio US Dollar, je nach Gewicht des Schiffes. Ein kleine Kuriosität ist mit der günstigsten jemals gezahlten Passage verbunden. Am 23. August 1928 gelang es dem amerikanischen Reise-Schriftsteller Richard Halliburton, den Panamakanal vollständig schwimmend zu durchqueren. Er wollte als Schiff behandelt werden und hat gemäß seines Körpergewichts von 63-70 kg genau 36 Cent bezahlt 🙃.
Aus Sicherheitsgründen ist das Schwimmen im Kanal heute nicht mehr gestattet.
Zwei kleine Anekdoten am Rande:
Panama-Hut:
Als Präsident Roosevelt 1906 die Bauarbeiten am Kanal besuchte gab es auch ein Foto mit ihm auf einem der zu dieser Zeit größten Schaufelbagger der Welt. Eigentlich sollte es in der Berichterstattung um die tollen technischen Merkmale die Ingenieurleistung gehen, aber alle Welt sprach nur vom Hut, den er trug und nannte ihn Panama-Hut. Doch der stammt nicht aus Panama, sondern aus Ecuador 😎
Malaria + Gelbfieber:
Neben den Arbeitsunfällen oder Naturkatastrophen waren die karibischen Seuchen eine wesentliche Todesursache. Zur Bauzeit kannte man den Zusammenhang von Moskitos und der Übertragung der Erreger von Malaria und Gelbfieber durch sie noch nicht. Um sich vor den unzähligen Ameisen zu schützen, stellte man die Füße der Bettgestelle in Wassertöpfe. So hatte man zwar keine Ameisen im Bett aber die beste Brutstätte für Moskitos. Erst als ein kubanischer Arzt herausfand, dass Moskitos die Überträger von Malaria und Gelbfieber sind, wurden entsprechende Säuberungsmassnahmen in den Arbeitssiedlungen ergriffen und man hat so die Seuchen innerhalb von 18 Monaten gebannt 🫡 🤩 .
PS: Ein sehr schöner Bericht von TerraXHistory dazu: https://youtu.be/Sh_bNSOo_qs?is=bTHt4bcnyAl_iDkiRead more
























Peter MoedeSehr spannend!