Hamburg hat uns wieder
March 12, 2022 in Germany ⋅ ☀️ 10 °C
Hamburg hatte uns wieder. Die Gangway wurde ein letztes Mal für uns bereitgestellt, und langsam wurde aus unserer Reise Erinnerung.
Während sich die Kreuzfahrt-Profis samt Gepäck bereits frühzeitig in Stellung gebracht hatten, um das Schiff als Erste verlassen zu können, gingen wir das Ende unserer Reise gelassen an. Wir hatten keinen Grund zur Eile. Unser Rückflug nach Frankfurt hob erst am frühen Abend ab, also ließen wir die anderen ziehen und verabschiedeten uns in Ruhe von der AIDAsol.
Dann gingen auch wir von Bord, setzten uns in ein bereitstehendes Taxi und überließen dem Fahrer die sportliche Herausforderung, unsere Koffer zu verstauen. Nach 13 Tagen auf See hatten wir beschlossen, unsere Energie nicht mehr für Gepäck-Tetris zu verschwenden.
Am Flughafen ging es direkt in die Senator-Lounge. Dort nutzten wir die Wartezeit entspannt zum Ankommen. Nicht mehr ganz unterwegs, aber auch noch nicht ganz zuhause. Dieser Zwischenraum, in dem der Körper schon sitzt, die Seele aber noch irgendwo zwischen Nordkap, Polarlicht und Huskyfell herumstreunt.
Wir hatten eine fantastische Reise mit der AIDAsol. Besonders für die Nachtwölfin war ein lang gehegter Traum in Erfüllung gegangen — einer dieser Träume, die nicht einfach abgehakt werden, sondern lange weiterleuchten.
Ob wir nun echte Kreuzfahrtfans werden, wird sich zeigen. Das Konzept ist stimmig, und alle an Bord waren wirklich bemüht, uns eine tolle Reise zu ermöglichen. Die coronabedingte Zwei-Drittel-Belegung des Schiffes kam uns allerdings sehr entgegen. Noch mehr Menschen auf einem Fleck wären für uns vermutlich zu viel des Guten gewesen. Außerdem nimmt einem das straffe Programm ein Stück weit die Möglichkeit, spontan und flexibel zu sein. Und wer uns kennt, weiß: Ein bisschen Wolfsfreiheit muss schon sein.
Definitiv aber sind wir Norwegen-Fans geworden. Das Land, die Menschen, ihre Kultur und diese beeindruckende Gelassenheit haben uns tief berührt. Nicht zuletzt haben wir uns in die Huskys verliebt. Diese Fellraketen auf vier Pfoten haben sich direkt in unsere Herzen geschmust, geheult und getapst.
Wir werden sicher nicht das letzte Mal an diesem schönen Fleck der Erde gewesen sein.
Der Heimflug und die letzten Kilometer nach Hause verliefen unspektakulär. Fast schon erstaunlich normal nach all den Tagen voller Schnee, Meer, Nordlicht, Sauna, Glühwein, U-Booten, Trollen, Huskys und Schiffshorn.
Nach 14 Tagen und 3105 Seemeilen hatte die Heimat uns wieder.
Aber ein Teil von uns blieb dort oben im Norden. Irgendwo zwischen Schnee, Sternen und dem Heulen der Huskys.Read more







