• 21 Prozent und kein Weg zurück

    July 17, 2005 in Austria ⋅ ☁️ 25 °C

    Der GPS-Empfänger hatte die richtige Tour gespeichert, die Akkus waren geladen, und nach einem ausgiebigen Frühstück standen auch unsere Räder startklar vor dem Hotel. Unser Gepäck konnten wir glücklicherweise im Begleitbus verstauen – beste Voraussetzungen also, um die erste Etappe möglichst unbeschwert zu genießen.

    Pünktlich um 9 Uhr rollten wir los. Besonders weit kamen wir allerdings zunächst nicht: Nach kaum drei Kilometern musste bereits der erste Reifen geflickt werden. Die Reparatur war zum Glück schnell erledigt, und auch für den Rest des Tages hielten sich die Pannen erfreulich in Grenzen.

    Dafür sorgte die Landschaft immer wieder für ungeplante Stopps. Die Bergwelt um uns herum war schlicht zu schön, um einfach daran vorbeizufahren. Immer wieder hielten wir an, genossen die Aussicht und versuchten, wenigstens einen Teil davon mit der Kamera festzuhalten.

    Der Anstieg zum Dirstentrittkreuz, mit 1.840 Metern der höchste Punkt unserer heutigen Etappe, wurde schließlich zur ersten echten Herausforderung. Bereits auf den ersten zwei Kilometern schraubte sich der Schotterweg mit Steigungen von mehr als 21 Prozent bergauf. Da half kein Jammern – nur treten, atmen und hoffen, dass hinter der nächsten Kurve endlich ein flacheres Stück wartete.

    Für die Mühen wurden wir jedoch reichlich belohnt: mit herrlichen Trails durch saftige Almwiesen und immer neuen Ausblicken auf die umliegende Bergwelt. Grasende Kühe und weidende Pferde betrachteten unsere kleine Truppe zwar mit einer Mischung aus Verwunderung und stillem Zweifel, ließen uns aber unbehelligt weiterziehen.

    Vom Dirstentrittkreuz ging es über abwechslungsreiche Trails und anschließend in rasanter Fahrt hinunter ins Tal. Dort folgten wir dem Inn flussaufwärts bis nach Imst.

    Wer nun allerdings glaubte, das Tagesziel sei bereits erreicht, wurde eines Besseren belehrt: Bis zu unserer Unterkunft in Imsterberg warteten noch einmal rund 200 Höhenmeter auf müde Beine. Ein letzter Anstieg, bevor wir unsere erste Transalp-Etappe endgültig geschafft hatten.
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