• Wanderwolf
  • Wanderwolf

Über alle Berge – Transalp zum Gardasee

Sechs Etappen, 399 Kilometer und 7.981 Höhenmeter: Unsere erste Transalp führte von Ehrwald über steile Anstiege, rasante Trails und grandiose Alpenpanoramen bis zum Gardasee. Eine Woche voller Abenteuer, Teamgeist und unvergesslicher Momente. Baca lagi
  • Permulaan perjalanan
    16 Julai 2005

    Noch einmal Sauna, dann Alpen

    16 Julai 2005, Austria ⋅ 🌧 23 °C

    Im zehnten Jahr unseres Bestehens wagten wir uns erstmals an ein ganz besonderes Abenteuer: eine Alpenüberquerung mit dem Mountainbike.

    Am Samstagmorgen brachen wir gemeinsam zu einer Woche auf, die uns noch lange in Erinnerung bleiben sollte. Mit sechs Teilnehmern und einem Betreuer machten wir uns auf den Weg nach Ehrwald in Österreich, dem Ausgangspunkt unserer Transalp.

    Im Hotel Feneberg ließen wir es uns zunächst noch einmal richtig gut gehen. Nach der Anreise entspannten wir in der Sauna und stärkten uns bei einem üppigen Abendessen für das, was vor uns lag.

    Noch war alles angenehm ruhig. Doch am nächsten Morgen sollte unsere erste Etappe beginnen – und damit das eigentliche Abenteuer.
    Baca lagi

  • 21 Prozent und kein Weg zurück

    17 Julai 2005, Austria ⋅ ☁️ 25 °C

    Der GPS-Empfänger hatte die richtige Tour gespeichert, die Akkus waren geladen, und nach einem ausgiebigen Frühstück standen auch unsere Räder startklar vor dem Hotel. Unser Gepäck konnten wir glücklicherweise im Begleitbus verstauen – beste Voraussetzungen also, um die erste Etappe möglichst unbeschwert zu genießen.

    Pünktlich um 9 Uhr rollten wir los. Besonders weit kamen wir allerdings zunächst nicht: Nach kaum drei Kilometern musste bereits der erste Reifen geflickt werden. Die Reparatur war zum Glück schnell erledigt, und auch für den Rest des Tages hielten sich die Pannen erfreulich in Grenzen.

    Dafür sorgte die Landschaft immer wieder für ungeplante Stopps. Die Bergwelt um uns herum war schlicht zu schön, um einfach daran vorbeizufahren. Immer wieder hielten wir an, genossen die Aussicht und versuchten, wenigstens einen Teil davon mit der Kamera festzuhalten.

    Der Anstieg zum Dirstentrittkreuz, mit 1.840 Metern der höchste Punkt unserer heutigen Etappe, wurde schließlich zur ersten echten Herausforderung. Bereits auf den ersten zwei Kilometern schraubte sich der Schotterweg mit Steigungen von mehr als 21 Prozent bergauf. Da half kein Jammern – nur treten, atmen und hoffen, dass hinter der nächsten Kurve endlich ein flacheres Stück wartete.

    Für die Mühen wurden wir jedoch reichlich belohnt: mit herrlichen Trails durch saftige Almwiesen und immer neuen Ausblicken auf die umliegende Bergwelt. Grasende Kühe und weidende Pferde betrachteten unsere kleine Truppe zwar mit einer Mischung aus Verwunderung und stillem Zweifel, ließen uns aber unbehelligt weiterziehen.

    Vom Dirstentrittkreuz ging es über abwechslungsreiche Trails und anschließend in rasanter Fahrt hinunter ins Tal. Dort folgten wir dem Inn flussaufwärts bis nach Imst.

    Wer nun allerdings glaubte, das Tagesziel sei bereits erreicht, wurde eines Besseren belehrt: Bis zu unserer Unterkunft in Imsterberg warteten noch einmal rund 200 Höhenmeter auf müde Beine. Ein letzter Anstieg, bevor wir unsere erste Transalp-Etappe endgültig geschafft hatten.
    Baca lagi

  • Dem Regen entgegen nach Nauders

    18 Julai 2005, Austria ⋅ ☁️ 23 °C

    Die zweite Etappe führte uns fast ausschließlich über Asphalt. Bis auf die letzten zehn Kilometer ging es stetig, aber meist moderat bergauf. Deutlich wechselhafter als die Steigung zeigte sich allerdings das Wetter: Ein wenig Sonne, viele Wolken und zeitweise heftiger Regen begleiteten uns durch den Tag. Zum Glück sollte dies die einzige wirkliche Regenetappe unserer Transalp bleiben.

    Ein verlässlicher Begleiter war dagegen der Inn – auch wenn er uns in entgegengesetzter Richtung entgegenströmte.

    Von Imsterberg fuhren wir über Landeck weiter nach Tösens und Pfunds. In Tösens kehrten wir im Gasthof Wilder Mann ein. Allein die Wirtin, ein echtes Original, machte die Rast dort bereits zum Erlebnis und den Zwischenstopp beinahe zur Pflicht.

    In Pfunds legten wir im Hotel Kreuz eine weitere Pause ein und wärmten uns bei einem Cappuccino auf. Danach überquerten wir die Grenze zur Schweiz und fuhren von Martina aus über die Norbertshöhe hinauf nach Nauders.

    Als wir schließlich unsere Unterkunft erreichten, waren nicht nur unsere Beine müde, sondern auch unsere Kleidung vollständig durchnässt. Nachdem alles zum Trocknen aufgehängt war, erholten wir uns in der Sauna und ließen den Tag bei einem guten Abendessen gemütlich ausklingen.

    Der Regen hatte uns ordentlich erwischt – aber nicht aufgehalten.
    Baca lagi

  • Rückenwind im Apfelparadies

    19 Julai 2005, Itali ⋅ ☁️ 24 °C

    In der Pension Tirol starteten wir mit einem wirklich leckeren Frühstück in den Tag. Zur besonderen Stärkung vor der Etappe gab es sogar ein Glas Sekt – schließlich sollte man eine Alpenüberquerung nicht unnötig nüchtern angehen.

    Wir verließen Nauders, passierten die Grenze nach Italien und umfuhren den Reschensee auf seiner rechten Seite. Im Gegensatz zum Vortag ging es auf italienischer Seite nun fast durchgehend bergab. Dazu erlebten wir etwas, das Radfahrern nur selten vergönnt ist: Rückenwind.

    Unsere erste Rast legten wir in Glurns ein, natürlich bei einem original italienischen Cappuccino. Anschließend führte uns die Strecke durch den Vinschgau, vorbei an scheinbar endlosen Apfelplantagen. Links und rechts erhoben sich die Berge wie eine gewaltige Ansichtskartenkulisse.

    In Laatsch machten wir bei Käse und Speck erneut Pause. Gut gestärkt folgten wir danach unserem GPS-Navigator, der uns auf einen herrlichen Singletrail führte. Immer wieder öffnete sich der Blick weit über das Vinschgau – eine dieser Passagen, für die man eine Transalp überhaupt erst fährt.

    An der Pension Untermelz in Naturns endete unsere heutige Etappe. Bei warmem Sonnenschein erholten wir uns am Pool, bevor wir am Abend im Restaurant dafür sorgten, dass von den Nudeln möglichst wenig übrig blieb.

    Italien hatte uns empfangen, wie man es sich schöner kaum wünschen konnte.
    Baca lagi

  • 1.600 Höhenmeter bis zum Weiberhimml

    20 Julai 2005, Itali ⋅ ☁️ 26 °C

    Von Naturns aus ging es ohne langes Vorgeplänkel direkt bergauf. Auf den ersten 14 Kilometern kletterten wir hinauf nach Aschbach und bewältigten dabei bis zur Bergstation der Seilbahn stolze 1.342 Höhenmeter am Stück.

    Der Anstieg verlangte uns einiges ab, belohnte uns dafür aber immer wieder mit herrlichen Ausblicken hinunter ins Tal. Nach einer kurzen Rast fuhren wir weiter in Richtung Vigiljoch.

    An der Bergstation Lana legten wir eine längere Pause ein, bevor wir uns an die Abfahrt machten. Teilweise über schmale Singletrails ging es rund 750 Höhenmeter hinunter nach St. Pankraz.

    Doch damit war die Etappe noch nicht beendet. Zum Abschluss wartete die Straßenauffahrt nach St. Walburg im Ultental auf uns. Noch einmal mussten rund 350 Höhenmeter überwunden werden, bevor wir uns oben mit Eis und Cappuccino belohnen konnten.

    Anschließend brachte uns der Begleitbus direkt hinauf in den Weiberhimml.

    Der Weiberhimml ist ein Hotel auf rund 1.500 Metern Höhe oberhalb von St. Walburg. Himmlisch war allein schon die Tatsache, dass dort kein Handynetz funktionierte. Auch bei Ausstattung, Service und Gastfreundschaft fühlten wir uns wie im Himmel.

    Beim Abendessen gesellte sich Himmlvater Reinhard Tumpfer persönlich zu uns. Gemeinsam verbrachten wir einen ausgesprochen unterhaltsamen Abend, an den wir uns noch lange und gerne erinnern sollten.

    Nach mehr als 1.600 Höhenmetern war der Weg in den Himmel an diesem Tag allerdings durchaus verdient.
    Baca lagi

  • Vom Weiberhimml in die harte Wirklichkeit

    21 Julai 2005, Itali ⋅ 🌧 23 °C

    Nur schweren Herzens und erst nach einem ausgiebigen Frühstück verabschiedeten wir uns vom Weiberhimml. Mit dem Bus rollten wir hinunter nach St. Walburg, wo unsere heutige Etappe an der Staumauer begann.

    Zunächst führte uns ein breiter Schotterweg stetig bergauf. Unser Ziel war die Spitzneralm auf knapp 2.000 Metern Höhe. Dort angekommen, legten wir eine ausgiebige Pause ein und genossen die wohlverdiente Rast, bevor wir weiter in Richtung Gampenalm fuhren. Einige kurze Schiebepassagen deuteten bereits an, dass der fahrbare Teil des Tages langsam überschaubarer werden sollte.

    Hinter der Gampenalm wurde aus dem Radfahren dann endgültig Wandern mit Mountainbike. Über einen langen, äußerst unwegsamen Trail mussten wir unsere Räder schieben und teilweise mühsam über Stock und Stein bewegen.

    Als die Wege endlich wieder fahrbar wurden, folgte nach einer kurzen Abfahrt der nächste Anstieg. Ein Schotterweg mit wechselnden und zum Teil heftigen Steigungen verlangte uns noch einmal einiges ab. Oben angekommen, wartete zur Belohnung eine steile Schotterabfahrt.

    Im nächsten Ort erwies sich eine Tankstelle als einzige Möglichkeit zur Einkehr. Also legten wir dort kurzerhand Rast ein und füllten unsere Getränkevorräte auf. Nicht jeder Verpflegungspunkt einer Transalp hat schließlich Almhüttenromantik zu bieten.

    Den restlichen Weg nach Campodenno legten wir auf Asphalt zurück.

    Über unsere Unterkunft am Etappenziel lässt sich leider wenig Erfreuliches berichten. Deshalb belassen wir es bei einem gut gemeinten Rat: Nachfolgende Gruppen sollten bei ihrer Übernachtungsplanung vielleicht einen großzügigen Bogen um diesen Ort machen.
    Baca lagi

  • Die Alpen hinter uns, den Gardasee vor Augen

    22 Julai 2005, Itali ⋅ 🌧 23 °C

    Ohne Campodenno große Tränen nachzuweinen, dafür mit umso mehr Vorfreude auf den Gardasee, starteten wir zu unserer letzten Etappe.

    Auch der Schlusstag hatte es noch einmal in sich. Neben reizvoller Landschaft warteten weitere Höhenmeter und einige interessante Trails auf uns. Ein besonderes Highlight war der Molvenosee, den wir bereits von weit oben in seiner ganzen Pracht sehen konnten.

    Einige Kilometer später legten wir an einem kleinen Badesee eine ausgiebige Pause ein und nutzten die Gelegenheit für eine erfrischende Runde im Wasser. Hätten wir gewusst, dass gleich hinter dem See ein Restaurant auf uns wartete, wäre unser Aufenthalt vermutlich etwas kürzer ausgefallen.

    Anschließend folgten wir einem abwechslungsreichen Trail und machten erst kurz vor Arco in der viel empfohlenen Bar Parisi Rast. Unsere Erwartungen waren angesichts der Empfehlung – und vielleicht auch des klangvollen Namens – wohl etwas zu hoch. Immerhin bot uns die Bar Schutz vor einem kurzen Regenschauer.

    Danach wollten wir nur noch weiter. Der Gardasee war zum Greifen nah.

    Nach sechs Etappen, insgesamt 399 Kilometern und 7.981 Höhenmetern erreichten wir schließlich unser Ziel. Am See wurden wir mit einem Glas Sekt empfangen, verewigten den Moment auf einem gemeinsamen Gruppenfoto und nahmen anschließend den Pool unseres Hotels in Beschlag.

    Dort ließen wir die vergangenen Tage noch einmal Revue passieren und genossen vor allem eines: den Stolz auf das, was wir gemeinsam geschafft hatten.

    Die Alpen lagen hinter uns. Der Gardasee vor uns. Und dazwischen eine Woche, die keiner von uns vergessen würde.
    Baca lagi

  • Alpenkönige unter sich

    23 Julai 2005, Itali ⋅ ☁️ 22 °C

    Der Samstag stand ganz im Zeichen der freien Zeit. Jeder konnte den Tag so gestalten, wie es ihm gefiel. Wer noch nicht genug Höhenmeter gesammelt hatte, machte sich mit dem Mountainbike auf den Weg zum Tremalzo oder erkundete die Umgebung von Torbole. Andere spazierten gemütlich nach Riva, um dort ein Eis zu essen. Und wer einfach nur die Beine hochlegen wollte, fand am Pool der Villa Franca den perfekten Platz dafür.

    Bereits nach dem Abendessen am Vorabend hatte unser Guide Dietmar für eine besondere Überraschung gesorgt. Jeder Teilnehmer erhielt ein Alpenkönig-Trikot sowie ein Buff. Eberhard bekam als sichtbares Zeichen seines unermüdlichen Einsatzes das Betreuer-Shirt überreicht.

    Dietmar hatte auch diese Mountainbiketour, wie schon in den Jahren zuvor, hervorragend vorbereitet und souverän durchgeführt. Die Strecken waren anspruchsvoll, aber fahrbar und abwechslungsreich genug, dass weder Bergauffahrer noch Downhiller oder Liebhaber schmaler Singletrails zu kurz kamen. Und an den Ausblicken entlang des Weges konnten wir uns ohnehin kaum sattsehen.

    Einen ebenso großen Anteil am Erfolg unserer Transalp hatte unser großartiger Betreuer Eberhard. Er nahm uns nicht nur den Gepäcktransport ab, sondern hatte auch für alle kleinen und großen Sonderwünsche stets ein offenes Ohr. Mit viel Aufmerksamkeit bereitete er unsere Ankunft an den jeweiligen Unterkünften vor, sodass wir uns nach jeder Etappe direkt frisch machen und ohne Umwege zum gemütlichen Teil des Tages übergehen konnten.

    Zum Abschluss möchten wir uns außerdem bei unserem diesjährigen Sponsor Buff bedanken, der uns bei den Tourpräsenten freundlich unterstützt hat.

    So endete eine Woche voller Anstrengung, großartiger Landschaften, gemeinsamer Erlebnisse und vieler Momente, die uns noch lange in Erinnerung bleiben werden.
    Baca lagi

  • Abschied mit Wehmut – die Alpen im Rückspiegel

    24 Julai 2005, Itali ⋅ ☁️ 22 °C

    Schweren Herzens tauschten wir die harten Fahrradsättel gegen die deutlich weicheren Sitze unseres Transporters. Die Räder waren sicher hinter uns verstaut, die Taschen gepackt, und langsam machten wir uns auf den Weg nach Hause.

    Die Alpen lagen nun wieder hinter uns. Was blieb, waren müde Beine, viele Bilder im Kopf und unvergessliche Erinnerungen an eine besondere Woche.

    Mehr noch als die Höhenmeter, Trails und Ausblicke war es die starke Gemeinschaft, die diese Alpenüberquerung zu etwas Besonderem gemacht hatte. Gemeinsam hatten wir Anstiege bewältigt, Regen ausgehalten, Pannen gemeistert, gelacht und jeden einzelnen Tag miteinander geteilt.

    Wir fuhren nach Hause – aber ein Teil von uns blieb noch ein wenig zwischen den Gipfeln zurück.
    Baca lagi

    Tamat perjalanan
    24 Julai 2005