• Leinen los für die Unendlichkeit

    September 15, 2018 in Greece ⋅ ☁️ 24 °C

    Am frühen Nachmittag wurden wir im Hotel abgeholt und zu einem kleinen Hafen gebracht. Bis kurz vor der Abfahrt blieb allerdings eine Frage von existenzieller Tragweite ungeklärt: Welches der beiden neu erworbenen Kleider wollte die Dame nun tragen?

    Da Entscheidungen unter Zeitdruck bekanntlich selten zu nachhaltiger Zufriedenheit führen, löste ich das Problem auf bewährte Weise und erstand kurzerhand ein drittes Kleid.

    Ein Traum in Weiß.

    Es reichte bis über die Knie, wirkte elegant und war zugleich so offen gestrickt, dass der darunter getragene Bikini weniger modisches Detail als zwingend notwendige Sicherheitsmaßnahme war. Ohne ihn hätten vermutlich mindestens die männlichen Teilnehmer und Teile der Crew akute Stielaugen entwickelt. Und heute wollten wir schließlich nicht die Legende von der Loreley nachstellen, sondern einfach einen großartigen Tag auf dem Wasser verbringen.

    Am Hafen wartete bereits unser Katamaran. Sein Name hätte kaum passender sein können: Infinity. Gemeinsam mit einigen anderen Teilnehmern gingen wir an Bord, machten es uns bequem und hörten kurz darauf die schönsten Worte eines jeden Urlaubstages:

    Leinen los.

    Wir glitten an der Küste entlang, das Meer lag tiefblau vor uns, der Wind spielte mit Haaren, Kleid und Erwartungen. Nach einer kurzen Fahrt fiel der Anker, und die Crew lud uns zum Baden ein.

    Das ließen wir uns natürlich nicht zweimal sagen. Also raus aus den Kleidern und hinein ins erfrischende Meer. Wenige Augenblicke später schwammen wir um die Infinity herum und begutachteten unseren Katamaran aus jeder denkbaren Perspektive.

    Man sollte schließlich wissen, worauf man sich für den Rest des Tages eingelassen hatte.
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