• Als der Vulkan erwachte

    September 15, 2018 in Greece ⋅ ☁️ 23 °C

    Die Welt um uns versank langsam in Dunkelheit. Nur die Positionslichter der Infinity leuchteten über das Wasser und signalisierten den unzähligen anderen Booten, die inzwischen dasselbe Ziel ansteuerten: Auch wir waren hier.

    Vor dem Vulkan wurde es eng. Ausflugsschiffe, Segelboote und kleine Motorboote drängten sich auf dem dunklen Meer, jedes auf der Suche nach dem besten Platz. Unser Skipper führte den Katamaran mit beeindruckender Ruhe durch dieses schwimmende Nadelöhr. Meter für Meter schob er uns nach vorn, bis wir fast direkt vor Nea Kameni lagen.

    Dann fiel der Anker. Erste Reihe.

    Was danach geschah, war weit mehr als nur ein Feuerwerk. Der Vulkan schien tatsächlich wieder zum Leben zu erwachen. Rotes Licht flackerte über die dunklen Hänge, glühende Lavaströme schienen bis hinunter zum Meer zu fließen, und immer wieder zerrissen Feuer, Licht und Musik die Nacht. Die Küste leuchtete, der Himmel brannte, und für einen Moment wirkte es, als hätte Santorini beschlossen, uns noch einmal zu zeigen, wer diese Insel erschaffen hatte.

    Wir standen an Deck und staunten.

    Das war eindeutig der Höhepunkt unserer Katamarantour. Vielleicht sogar der Höhepunkt der ganzen Reise.

    Noch Stunden später, längst wieder im Hotel, saßen wir mit einem Cocktail an der Bar und ließen diesen Tag Revue passieren. Wir sprachen in Superlativen, überboten uns mit Bildern und versuchten doch vergeblich, das Erlebte vollständig in Worte zu fassen.

    Und das Verrückteste daran: Dieser Ausflug war vor unserer Reise überhaupt nicht geplant gewesen. Manchmal muss man offenbar nicht alles planen. Manchmal reicht es, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein – und den Mut zu haben, spontan Ja zu sagen.
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