• Kalaschnikow's, ein Sperrgebiet...

    31 de mayo de 2024, Turquía ⋅ ☀️ 27 °C

    ... und der Kommandeur🗣!

    Nach einer nochmals herrlich ruhigen Nacht im ausgetrockneten Flussbett geht es wieder in die Bergwelt.

    Über Komoot finden wir eine komplett entrückte Region. Diese ist von Bergen mit bis zu 3000m Höhe eingeschlossen. Auf dem Weg dorthin machen wir einem Stopp beim Bäcker und machen Handabdrücke. Zweimal hat er uns bereits Brot geschenkt. Super freundlich & herzlich. Handabdrücke daher ein Wunsch von uns. Da wir kein Brot benötigen möchte er uns diesmal Joghurt schenken. Das Kühlfach platzt aus allen Nähten. Tags zuvor gab es das übriggebliebene sehr sehr leckere Essen mit. Zudem einen großen Stapel Brot. Das würden wir gerne genießen & aufbrauchen. Wir sind also wirklich sehr gut versorgt😅.

    Es kommt noch ein Herr hinzu und macht ebenfalls einen Handabdruck. Er erklärt er benötige Maschinen. Gerne aus Deutschland. Er zeigt mir Bilder von Münzen aus Gold. Uralte Zeichen auf diesen. Er möchte Schätze bergen. Die Region ist völlig unerschlossen und historische Güter schlummern in Höhlen und im Erdreich. Ein paar Tage zuvor sprach mich bereits ein anderer Mann an. Er sprach von Gold und das wir reich werden würden. Die Bilder der sicher tausende Jahre alten Münzen rückten dies nun in ein neues Licht! Extrem spannend was hier offensichtlich noch schlummert!

    Weiter geht's und nach einigen Kilometern verlassen wir die Hauptroute nach Hakkari und nehmen einen Weg ins Gebirge. Normadenzelte begleiten den Weg. Die Sommerlager der Hirten sind bezogen. Ein Pass geht auf 2200m Höhe. Zwei Männer der Armee sammeln Blumen für die Herzensdamen. Sie laden zu Tee. Chips und Kekse folgen. Sehr herzlich die Männer. Der Ausblick zudem Fabelhaft. Einer fragt ob ich schießen möchte! Ich weiß nicht so recht ob ich richtig verstanden habe. Ah ja, die Kalaschnikow kommt ins Spiel. Er schießt und gibt sie mir. Wohin? Einfach in den Berg. So wie ich möchte. Okay, jede Kugel die ich verschieße wird niemanden töten😎! Höllisch laut, aber ohne unangenehmen Rückschlag so das Ergebnis. Recht erlebnisreich hinzu😅!
    Wir bekommen Tipps für den weiteren Verlauf.

    So geht es weiter. Wir machen einen kleinen Spaziergang an einem reißenden Gebirgsbach. Dann geht es über kleine Ortschaften in eine Straße die nur noch zu drei Dörfchen führt. Der Fluss ist völlig vermüllt. Und das in schönster Bergkulisse. Leute, dass ist furchtbar. Wie wir später erfahren gibt es keine Müllabfuhr. Löcher buddeln im massiven Fels geht nicht. Daher wirft jedes Dorf seinen sonst stinkenden Müll in den Fluss. Das oberste Dorf ist der Sieger, bzw. dort ist es sauber. Eine Katastrophe per Excellence😓!

    Unser Ziel ist der letzte eingezeichnete Straßenabschnitt. Dieser liegt verlockend an einem Fluss und sah bei Komoot wie ein sehr gutes Nachtquartier & Startpunkt für Aktivitäten aus. Ein paar Kilometer zuvor folgt dann jedoch ein Militärposten, welcher anders wirkt als alle zuvor. Ich erkläre unser Anliegen. Alle sind sehr freundlich & es wird telefoniert. Irgendwann halte ich dann deren Telefon in der Hand. Der Kommandeur persönlich. Ich erkläre wie schade es sei und wie gerne wir die augenscheinlich hervorragende Gegend bewandern wollen. Daraufhin sagt er wir sehen uns gleich persönlich. Ein Soldat steigt ein und zeigt zum Stützpunkt. Wir fahren hinein. Hier hat das Militär keine Kalaschnikow. Hier geht es hochmodern zu. Wir werden in einen Pavillon gebracht. Der Kommandeur kommt in kurzer Short und mit Armee Haarschnitt. Ein hellwacher Schäferhund an seiner Seite. Er ist entspannt. Es gibt Kaffee & Wasser. Zudem lädt er zum Abendessen ein. Letzteres lehnen wir dankend ab. Unser Kühlschrank ist voll😃! Wir unterhalten uns gut und es wird klar er hasst diesen Ort. Die Berge sind schön. Der Rest sei schrecklich gibt er uns klar zuverstehen. Er kommt aus Istanbul, liebt die Großstadt und hat in den 21 Jahren bereits in Afghanistan, Syrien und dem Irak gedient. Dann steht er auf und sagt, ich zeige euch was. Er wolle sich nur kurz umzuziehen. Sein Fahrer fährt bereits den Pickup vor. Dann bittet er uns einzusteigen. Er kann uns nicht erlauben dort wandern zu gehen, angeblich liegen in dem Areal Mienen und selbstgebaute Bomben, aber er möchte uns die Bergwelt wenigstens gezeigt haben.
    Es geht hoch und steil hinaus. Bis auf einen Helikopterplatz der ganz oben liegt. Es ist wunderschön. Genau unsere Kragenweite zum Wandern❤!

    Unten wieder angekommen noch ein kurzer Stopp in seinem Büro. Dann geht es für uns weiter. Auch wenn unser Ziel nicht erreichbar gewesen ist, so war es doch ein spannender Ausflug.

    Wir finden einen Km weiter ein Plateau. Wir versuchen unser Glück hier unser Nachtquartier aufzuschlagen. Verhaften wird man uns vermutlich nicht😎!

    2 Jungs kommen und bringen Brot mit. Puh, wir brauchen wirklich keins, aber sie meinen es ernst. Wiederreden werden nicht akzeptiert, denn dieses Brot sei anders. Wir nehmen es genau wie den Dorfkäse dankend an. Den Joghurt können wir ausschlagen. Wir sitzen noch eine Weile am Feuer und trinken Tee.
    So klingt ein ereignisreicher Tag entspannt aus🌟.
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