• Das Erbe der Armenier

    June 4, 2024 in Turkey ⋅ ⛅ 27 °C

    ... im Tal der Walnussbäume🌳.

    Wir verlassen die Hirten und reisen talwärts. Die Straße wird wieder etwas breiter und nach gut einer Stunde & einem Tramper treffen wir auf die Grenze zum Nord Irak. Ebenfalls ein interessantes Reiseziel, jedoch ist der nun beginnende Sommer dort sehr heiß & damit die falsche Jahreszeit🔥.

    Über einige Zeit folgen wir der Grenze. Den Nord Irak zur Rechten. Getrennt nur durch einen kleinen Bach. Eine Grenzsicherung gibt es nirgends. Der Nord Irak ist das abgespaltene Gebiet des Iraks, welches von Kurden bewohnt und regiert wird.

    Für Robur geht es steil hinauf. Auf der Passhöhe ist die Region Hakkari erreicht. Hier herrscht dann wieder massive Militär Infrastruktur. Wir fahren noch 50Km durch kleine Ortschaften & hübsche Bergwelt. Übernachtet wird unweit der Hauptstraße an einem reißenden Fluss🌊.

    Am nächsten Morgen entdecken wir bei der Wanderapp Komoot eine kleine Straße an einem Bach, welche unweit von uns in die Berge führt. Versuch macht klug denken wir uns. Größere Infrastruktur gibt es schon lange nicht mehr. Der Kiosk ist aber gut sortiert und so kaufen wir noch Joghurt, Tomaten & grüne Paprika. Übrigens eine große Obst & Gemüseauswahl gibt es schon lange nicht mehr. Auch nicht in 2 Millionen Städten wie Gazantep. Die Türkei erwirtschaftet sein Obst & Gemüse eigenständig. Es gibt das was Saison bietet. Aktuell Erdbeeren, Kirschen, Pfirsiche, Melone, Bananen, Paprika, Zucchini, Auberginen, Kartoffeln, Zwiebeln, Spinat, & anderes Grünzeug. Nicht viel mehr. Das verspricht kurze Wege, stärkt die heimische Landwirtschaft und gefällt uns sehr gut. Kein Mangel erkennbar😊! Nix mit Flugananas und anderem ökologischen Unsinn🙌!

    Ein paar Kilometer weiter folgt die Abzweigung. Sie ist gesperrt. Ein Militär Checkpoint ist vor Ort. Mmh, dass war es dann wohl mal wieder. Doch dann, der Soldat kommt und entfernt die Lübecker Hütchen, kontrolliert die Ausweise & wünscht uns tatsächlich gute Fahrt. Damit hätten wir nie gerechnet. Okay, dann mal schnell los. Über eine längere Piste finden wir unseren Stellplatz direkt am rauschenden Bach. Draußen ist es warm und so gibt es Melone & eine Pause im Schatten des Walnussbaums🌳🌞😍.

    Gegen späten Nachmittag geht's aufs Rad. Recht steil bergauf immer in Richtung Schneeberge. Uns entdecken ein paar Leute. Viele wohnen hier nicht. Ausländische Reisende, oder überhaupt Reisende finden diesen Ort sicher nur selten bis nie. So stoppen wir bei den fragend schauenden Menschen, grüßen mit fröhlich und stellen uns vor. Auf dem Rückweg folgen wir einer Teeeinladung. Dazu gibt es Kekse & freundliche Gespräche. Außerdem sind wir am folgenden Abend zum Essen eingeladen😊.

    Am folgenden Tag steht Bike & Hike auf dem Programm. Wir radeln bis ans Ende des Weges. Bei einer kurzen Pause kommt ein freundlicher Mann. Er möchte uns etwas zeigen. Wir landen in einem verlassenen armenischen Dorf. Wunderschön gelegen. Die Lage allerdings weit abgeschieden! Von 1500 sei das Dorf erzählt er uns. Es war bis 1915 bewohnt. 1915 war das Jahr an dem der 1,5 Millionenfache Genozid an den Armeniern begangen wurde😧! Dann klettert er in ein Erdloch. Wir folgen und finden uns in einer Kirche wieder. Fledermäuse kreisen dicht um uns herum. Spannend! Den Eingang hätten wir alleine nie gefunden.

    Wir verabschieden uns freundlich und erkunden noch etwas die Gegend. Danach geht es in Richtung Einladung vom Vortag. Ein älterer Herr kommt uns entgegen und 5 Minuten später sitzen wir in seinem wunderschönen Obstgarten. Dieses ganze Hochtal ist einfach traumhaft. Es gibt Wasser im Überfluss. Alles gedeiht und zudem bieten die zahlreichen Walnussbäume am Bach genügend Schatten. Er und seine Frau servieren Tee & verschiedenes Gebäck. Sie sind ebenfalls glücklich mit der Wohnlage. Ganzjährig so erklären sie, kann man hier jedoch nicht leben. Die Straße unpassierbar und der Winter zu hart. Im Winter leben sie am Van See. Früher war dies anders. Da lebten Ziegen, Esel & Kühe mit im Haus. Diese wärmten dann die Wohnräume mit.

    Weiter geht's zu unserer Einladung zum Abendessen. Das Haus der Gastgeber ist wie alle sehr einfach. Aber der Ausblick ist auch hier unschlagbar. Wow! Die abgelegene Lage, gepaart mit tollem Grün & Fruchtbarkeit. Zudem dieser Bergblick. Hier würden wir es wohl auch länger aushalten. Walnüsse, Bienen/ Honig sind die Schlagworte bei den Bewohnern. Jeder hat grundsätzlich beides. Das Abendessen ist köstlich. Der Käse und das Brot selbstgemacht. Hinzu kommt noch eine Verwandte aus dem Nachbarhaus. Alle sind hier verwandt erklärt man uns. Die alte Dame wurde bereits drei Mal von einem Skorpion & einmal von einer Schlange gebissen. Das Loch im Finger, welches immer noch deutlich erkennbar ist, brauchte drei Jahre bis es sich verschlossen hatte. Ein Handyvideo zeigt uns ihren heutigen Schlangenkontakt. Ein zwei Meter Exemplar😳! Einen Stock hat sie extra deswegen immer an Frau😉!
    Übrigens, die Gastgeberin erzählt uns, es sei nicht deren Haus. Es gehört den Armeniern!

    Bergab geht es dann schnell nach Hause. Es gibt noch eine Becherdusche direkt vom Bach. Das Schmelzwasser ist Eiskalt, aber das soll ja gesund sein. Dann geht es in die Falle😍!
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