• Mazeri am Fuße des Ushba 4710m🛸

    4. august 2024, Georgien ⋅ ⛅ 24 °C

    Am Sonntag ging es weiter in Richtung Mestia. Unterwegs machen wir einen Zwischenstopp in einem Wald. Hier gibt es Schatten und schön ist es zugleich. Mein Fuß ist nach einem Wespenstich geschwollen und wir nutzen die Zeit um unseren Bus Aufmerksamkeit zu schenken. Einerseits ist die Schweißnaht einer Felge undicht, andererseits soll der Anschluss zwischen Dachterrasse und Dach neu abgedichtet werden. Hier müssen im Bezug auf Korrosion einige Vorarbeiten geleistet werden. Nachdem wir am vorigen Standort bereits erfolglos Loctite 3090 mit einem Schlauchflicken zum abdichten der Felge probiert haben, folgt nun Petec 2K Knetmetall. Mac Gyver am Werk😁!

    Nachdem der Fuß wieder rank & schlank ist geht es am Dienstag weiter. Die Felge ist dicht und es geht über den Mestina Highway in gleiche Richtung. Die Straße ist mies und hat ordentliche Schlaglöcher. Zudem schwer erkennbare Absätze bis 20cm Höhenunterschied. Einen übersehen wir und es knallt ordentlich. Kein Straßenbelag ist angenehmer als sowas😅.

    Tankstellen gibt es schon lange nicht mehr. Wer Sprit braucht kauft Flaschen am Straßenrand. Einkaufsmöglichkeiten gibt es im kleinen Stil. Ein kleiner Sparmarkt findet sich tatsächlich noch am Weg. Obst & Gemüse aber nirgends verfügbar. So abgelegen und kurz vor Russland ist die Infrastruktur stark reduziert.

    Nachdem wir eine Trinkwasserquelle gefunden haben wird nochmal alles gefüllt und wir verlassen den Mestina Highway in Richtung Mazeri. Es geht einige Kilometer in das Seitental. Gasthäuser kündigen einen sanften Tourismus an. Dann entdecken wir einen fliegenden Obsthändler. Wow, welch ein Glück. Alles etwas teurer, aber frisch und von guter Qualität. Selbst einen kleinen Laib Käse bekommen wir zum Preis von 6€ das Kilo. Alles fair😊!

    Nun gut gerüstet für die kommenden Tage finden wir dank der App iOverlander einen fabelhaften Stellplatz mit bestem Bergblick. Am Abend wird noch das Reserverad montiert, auch das Knetmetall hält nicht mehr dicht. Der erste eigene Radwechsel der Tour dauert mit Demontage und Montage der Fahrräder, des Fahrradträgers und des Blumenkastens😆 gut 3 Stunden, verläuft aber unproblematisch. Mit geschätzten 70Kg ist so ein komplettes Rad schon ganz schön wuchtig!

    Vom Stellplatz starten wir am Mittwoch eine 16 Kilometer und 1000 Höhenmeter Wanderung zur Gletscherzunge des Ushbas. Der Berg hat eine Doppelspitze, wobei die höhere Spitze 4710m hoch ist. Wir gehen erstmals in Georgien über gemäßigte Pfade auf 2600m Höhe. Der Ausblick auf diesen schroffen Felsen mit all dem Gletschereis ist faszinierend👌!

    Für Bergsteiger ist dieser Gipfel ein schwer zu erreichendes Ziel. Wir passieren eine Gedenkstätte, welche einem die gescheiterten Besteigungen deutlich macht! Wir machen am Rande des Eises Rast und bestaunen diesen imposanten Gipfel und dessen Kulisse.

    Der Rückweg verläuft Rolle rückwärts😅. Uns begegnen heute erstmals Wanderer. Es ist ewig her, zuletzt vielleicht in Bulgarien, wo wir auf unseren Gebirgstouren Wanderer trafen. Herr Linguini ist der Star. Er wird fotografiert und wir kommen immer wieder schnell ins Gespräch. Georgier, Litauer, Polen, Bulgeren, Russen, Schweizer und natürlich Deutsche treffen wir. Etwas Austausch ist auch mal ganz spannend. Der Russe erzählt uns von seinem Neustart in Batumi/ Georgien. Er möchte für kein Land in einem Krieg sterben! Wie recht er hat💪! Eine Georgierin aus Tiflis erzählt uns von ihren Ängsten zur pro russischen politischen Ausrichtung.

    Auf dem Rückweg besuchen wir noch die Shdugra Wasserfälle. Dann geht es über einen vielbegangen Weg zurück zum Bus. Wir sind heute echt hungrig. Herr Linguini ebenfalls. Er zieht zu den Nachbarn, welche außerhalb der Sichtweite Zelten. Dort hat er sehr sicher etwas ergattern können. Bei uns klingt der Abend am Lagerfeuer aus🔥.

    Der nächtliche Austritt präsentiert sich mit einer grandios ausgeprägten Milchstraße🌟.
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