• Schatili in Chewsuretien

    August 28, 2024 in Georgia ⋅ ⛅ 17 °C

    Über den Datvisjvari Pass geht es nach Schatili. Viel entrückter geht es nicht. Wir fahren in eine über 80Km lange Sackgasse bis kurz vor die russische Grenze. Davon sind letztendlich, bis zum finalen Stellplatz, 62Km offroad. Abenteuerlich, aber bei dieser Witterung schaffbar. Nach Regenfällen ist die Straße eine andere Liga. Erdrutsche gehören dann zur Normalität.

    Der Weg zieht sich. 7 Stunden benötigen wir für den Hinweg. Ein paar Häuser gibt es auf dem langen Weg. Sonst nur Natur und Weite. Schatili ist mit 22 Bewohnern der Hauptort der gleichnamigen Gemeinde und ist Ortschaft & Festung zugleich.

    Wikipedia:
    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Schatili

    Wir verbringen die Nacht am Fluss. Neben uns Zeltet Sefa. Er kommt aus Samsun/ Türkei und ist mit seiner Enduro unterwegs. Wir essen gemeinsam und tauschen uns aus. Die türkische Mentalität ist wieder einmal sehr angenehm. Es wird gelacht und macht Freude😀. Zudem sind 6 ebenfalls sehr angenehme Biker vor Ort. Vier Österreicher & zwei Kanadier haben den Abano Pass genommen & sind dann über den Wanderweg nach Schatili geradelt. Welch Marathon. Eine echte Challenge. Respekt!

    Am kommenden Tag geht es für uns nach Mutso. Weitere 17 Km offroad später sind wir am Ende aller verzeichneten Wege. Russland ist wenige Kilometer entfernt.
    Von hier wollen wir die Grenze zur Region Tuschetien überwandern. Ein Pass mit 3500m Höhe steht auf dem Programm. Zelt und Ausrüstung sind mit von der Partie. 1700 Höhenmeter sind zu überwinden. Landschaftlich wunderschön. Eine Sondergenehmingung erhalten wir von der Grenzpolizei. Diese ist erfreulich freundlich😊.

    Übernachtet wird auf kühlen 3000m Höhe. Die Aussicht ist fantastisch. Die Asia Nudeln schmecken uns hervorragend😀. Kurz vor der Dunkelheit kommen vier Jungs vorbei. Sie sind aus Brüssel und sind in den Ferien nach Georgien getrampt. Coole Aktion💪! Nun stehen sie hier in kurzer Hose und ohne Zelt. Ihnen ist bewusst, dass es zu kalt werden wird. Sie haben 14 Tage für die Strecke benötigt. Film Equipment wie Beleuchtung ist mit im Rucksack. Für warme Sachen war kein Platz mehr😀.
    Sie eilen weiter gen Dunkelheit. Hier oben geht's definitiv an die Frostgrenze. Wir drücken die Daumen!

    Am nächsten Morgen gibt's für uns heißen Kaffee. Dann geht's auf den Atsunta Pass. Oben auf 3500m Höhe geht starker Wind und es ist ziemlich kühl. Naja, nen bisschen durchpusten lassen hat ja auch was😅.

    Wir lassen die Blicke nach Tuschetien schweifen. Der weitere Verlauf ist ebenfalls beeindruckend schön. Sicher eine tolle Fernwanderung. Zwei bis drei weitere Etappen und man wäre in Omalo am Abano Pass. Allerdings müssten wir dann über 200Km zurück trampen. Der Abano Pass ist ebenfalls keine Rennstrecke. Er gehört zu den 10 gefährlichsten Passstrassen der Welt.
    Zuviel Aufwand! Daher geht's für uns zurück zum Zelt und dann weiter zurück zum Stellplatz.

    Tags darauf machen wir uns auf dem Rückweg gen Zivilisation. Die Box hinten links bekommt bei einer Bachquerung, in Verbindung mit dem steilsten Anstieg der bisherigen Reise, ordentlich einen drauf. Ist aber bereits mit Hilfe des Hilift Wagenhebers und einer Betonleitplanke wieder recht gut gerichtet. Der Böschungswinkel passte nicht. Egal, wo gehobelt wird fallen Späne!

    Nach 8 Stunden offroad sind wir wieder auf Teer unterwegs. Puh, dass war echt lang. Die Nacht verbringen wir bei einem weiteren fantastischen Sternenhimmel am Fluss.
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