Unterwegs im Dreiländereck 🇬🇪🇦🇿🇷🇺
September 13, 2024 in Georgia ⋅ ☀️ 25 °C
... der russischen & aserbaidschanischen Grenze ganz nah.
Für uns geht es von Tiflis erneut in den Großen Kaukasus. Wir queren ca. 140Km flache Ebene. Diese wird landwirtschaftlich stark genutzt. Straßenstände mit Melonen, Weintrauben, Kürbissen, Tomaten sind allgegenwärtig. Alte Sovjettrucks voll beladen mit Weintrauben schleichen, ähnlich wie wir😀, über die Straßen.
Wir übernachten kurz vor dem Nationalpark. Die Landschaft ist Steppen ähnlich. Gelbes Gras und vereinzelt Bäume. Kühe & Pferde grasen um uns herum. Ein Bürotag am Donnerstag ist unumgänglich. Der Antrag auf das Carnet de Passage (ein wichtiges Zoll Dokument für Robur) war längst gestellt. Am Mittwoch erhielt ich nun durch Hartnäckigkeit endlich ein erstes greifbares Zeichen. Zudem müssen weitere Weichen für den Iran gestellt werden. Das Visa muss dringend beantragt werden. Der Tag endet mit einer festen Carnet de Passage Zusage und einem ersten Videocall für die Beschaffung des Visas. Zuversicht🙌!
Am Freitag starten wir in unser nächstes Wanderabenteuer. Der Lagodekhi Nationalpark ruft. Drei Tage werden wir in das Dreiländereck Georgien, Russland, Aserbaidschan gehen. Zelt, Kocher Lebensmittel, alles dabei. Erst einmal geht es zur Grenzpolizei. Unterlagen für die notwendige Genehmigung werden ausgefüllt. Äußerst freundlich geht es zu! Vollgepackt starten wir in den Nationalpark.
Kurzer Auszug aus Google:
Der Lagodechi-Nationalpark ist der älteste im Kaukasus und der früheren Sowjetunion. Er wurde 1912 auf Beschluss der Russischen Akademie der Wissenschaften auf 3.500 Hektar in der Lagodechi- und der Schromißchewi-Schlucht gegründet. Der Vorschlag dazu stammte von dem russischen Botaniker Nikolai Kusnezow (1864–1932), der die dort vorhandene, reichhaltige kaukasische Flora schützen wollte. Die Nutzung als Weideland, das Jagen und Fällen von Bäumen ist seither verboten. 1934 wurde der Nationalpark auf 17.688 Hektar ausgedehnt.
-Ende-
Für uns geht es 1500 Höhenmeter hinauf. 1300 Höhenmeter durch uralte Buchenwälder. Stammdurchmessee um 130cm sind keine Seltenheit. Auf gut 2000m Höhe angekommen Zelten wir in einem Camp. Um den Nationalpark zu schützen wurden 2 Zeltplätze mit zusätzlichen Schutzhütten eingerichtet. Okay für eine Nacht, aber nicht unsere Vorstellung von Natur. Wanderer schmeißen leere Verpackungen aus Glas, Plastik, Blech usw. in die Feuerstellen. Gemäß dem Motto, soll der nächste der Feuer macht, es doch verbrennen. Da steigen Menschen 1500m auf, um in einem wunderschönen Nationalpark ein Naturerlebniss zu erleben und vermüllen diesen Park im gleichen Atemzug. Homo Destructor am Werk. Ein Jammer!
Am nächsten Morgen starten wir bereits oberhalb der Baumgrenze. Auf 2800m angekommen öffnet sich der Blick in Richtung Russland und nach Aserbaidschan. Wir blicken in eine wunderschöne Bergwelt. Keine Bebauung, keine menschlichen Einflüsse sind mehr zu sehen. Grasbedeckte Berge teils mit schroffen Felsen, soweit das Auge reicht. Eine kleine Ausnahme gibt es. Ein Militärposten bestehend aus einem Zelt, einem Mann mit Maschinengewehr, ca. 15 Pferden und einer Stimme aus dem dunklen Zelt. Gelacht wird in unserer Gegenwart nicht. Unfreundlich ist aber auch niemand. So erhalten wir nach einigen Minuten unsere Sondergenehmingung.
Wir ziehen weiter. Ein Abstecher treibt uns zu drei Seen. Nebelschwaden ziehen auf nun 3000m Höhe über das Wasser. Herbstlich ist es. Herr Linguini und ein Jagdhund, dieser begleitet uns bereits seit dem Start, gelangen aneinander. Eine wilde Beisserei beginnt. Wir können nichts tun. Am Ende versenkt Herr Linguini den Widersacher komplett im See. Außer kleineren Wunden passiert zum Glück nichts. Wer das Sagen hat ist zumindest geklärt. Der Jagdhund trägt die Rute nun einiges niedriger.
Wenig später der Black Rock Lake. Dieser trennt Georgien in seiner Mitte zu Russland. Er wirkt etwas wie einer dieser modernen Hotelpools. Wie ein Infinity Pool. Hinter dem See fällt die Bergwelt einfach steil ab. Der Anblick ist klasse und wir entscheiden hier zu übernachten. Das Wetter klart etwas auf und die Kulisse ist wunderschön😍. Nach einem Bad im kühlen Nass gibt es Asia Nudeln. Nachbarn gibt es auch. Insgesamt fünf weitere Wanderer verbringen hier die Nacht🌟.
Genau wie die Nacht ist der Morgen nebelig, kalt und feucht. Hier oben ist Herbst. Geschlafen wurde in voller Montur. Inklusive Daunenjacke, Mütze & Handschuhe war es im Schlafsack auszuhalten. Viel schläft man in solchen Nächten nicht. Schlafen ist aber auch nicht das Ziel einer solchen Wanderung😃. So werden morgens mit eisekalten Fingern die naßen Sachen eingepackt und los geht es🥶.
Wenige Minuten später folgt ein wunderschöner Abschnitt. Der Nebel öffnet den Blick auf die Bergwelt und Nebelschwaden ziehen umher. Eine grandiose Morgenstimmung❤. Die Natur & insbesondere die Bergwelt ist das was uns immer wieder zu tiefst beeindruckt❤! So schreiten wir voller Elan voran. Überwiegend durch schönen Herbstwald,
folgt ein langer Abstieg. 2500 Höhenmeter werden es an Tag Nr. 3 insgesamt sein. Reiserekord!
Auch wenn wirkliche Wildnis & Entrücktheit anders aussieht, war es eine tolle Rundwanderung. Landschaftlich, sowie sportlich hat es allemal richtig Laune gemacht🙌.Read more























Traveler
Wow 🤩 richtig cool 😎
Traveler
🤗
Traveler
Fernweh …. 🙈