• Angst um Mr. Tott

    October 9, 2024 in Armenia ⋅ ☀️ 25 °C

    Zum Sonnenaufgang starten wir vom Sewansee gen Tierklinik. Die Strecke ist sensationell ausgebaut und es geht 1000m abwärts. Somit sind wir zügig unterwegs und erreichen schnell den Stadtrand der Millionenstadt Jerevan.

    Nachdem ein passender Stellplatz unterhalb der Genozid- Gedenkstätte gefunden ist geht es zum Tierarzt. Der erste Eindruck ist gut. Nun heißt es erstmal zahlen, dann erst beginnt die Behandlung. Auf den allgemeinen Check folgt eine Blutabnahme. Für den Mittwoch sind somit die Hausaufgaben gemacht. Nun heißt es abwarten.

    Der Donnerstag Mittag zeigt dann das Ergebnis. Fast alle Werte sind außerhalb des Normbereiches. Weiße & rote Blutkörperchen in beiden Fällen zu niedrig.
    Sehr sicher waren die 50 bis 70 Zecken schuld. Parasiten Befall die Ursache. Dagegen wird in der Regel 30 Tage Antibiotika verabreicht. Hier gibt es eine Infusion mit Piro Stop. Dann werden wir gebeten, in zwei Stunden, wiederzukommen. In unser Abwesenheit bekommt Herr Linguini einen Tropf mit einem Cocktail aus Medikamenten & stärkenden Substanzen. Insgesamt ein Cocktail aus elf Substanzen

    Am Freitag geht es wieder an den Tropf. Wir kaufen derweil neue Wasserkanister. Mit Auslauf eine Rarität in Armenien. Erfolgreich und guten Mutes kehren wir zurück zur Tierklinik. Merkwürdige Blicke folgen und ich bekomme ein Handy in die Hand gedrückt. Am Telefon einer der Tierärzte. Er erzählt irgendwas von der Hund sei weg. Er ist aufgeregt und ich verstehe nur die Hälfte. Eins wird schnell klar. Hier stimmt was so garnicht! Bianca lauscht ebenfalls der Ausführung des Arztes. Okay, es ist tatsächlich so. Der Hund irrt in der Stadt herum.

    Warum? Mr. Tott war unruhig und hat uns vermisst. So ging der Tierarzt mit dem Hund im Park Gassi. Der Hund sah aber nur eine Aufgabe für sich. Frauchen & Herrchen finden. Also riß er sich aus dem Halsband und rannte weg.

    Die Stadt ist riesig und unsere Gefühle spielten mit uns Karussell! Bianca schlug die Richtung des Arztes ein, ich ging einen Bogen. Die Stadt ist riesig, die Möglichkeiten ebenso. Hinzu sechs spurige Straßen mit starkem Verkehr. Die Gedanken lassen wenig Hoffnung und doch gibt man alles.
    Wir zeigen Passanten Bilder vom Hund. Bianca hat einen Treffer. Diese Sichtung geht Richtung Großmarkt. Dort haben wir die Kanister gekauft. Über die App buche ich ein Taxi. Keine vier Minuten später sitze ich in diesem. Beim Großmarkt erstmal nichts. Ich hinterlege bei dem Kanister Händler unsere Nummer und zeige Fotos von Herrn Linguini. Es ist zwar unwahrscheinlich, dass der Hund der Fährte soweit folgen kann, aber an was soll man sonst glauben, bzw. was soll man sonst versuchen?

    Auf dem Weg vom Markt in Richtung Innenstadt stolpere ich über Bianca. Sie bekommt grad einen Anruf. Der Tierarzt hat Herrn Linguini gefunden. Er lebt! Die Sorge ist jedoch groß & so rennen wir die 1,5 Kilometer zum Standort.

    Der Tierarzt hält Abstand. Er hat Angst, dass er wieder die Weite sucht. Als Mr. Tott uns entdeckt ist er voller Freude. Aufgeregt ist er auch. Der arme Kerl! Vollgeschissen, eine Wunde am Knöchel und komplett durch den Wind.
    ABER ER LEBT❤!

    Zurück in der Tierarzt Praxis wird er gewaschen & verarztet. Dann kaufen wir auf dem Rückweg Hähnchen und begeben uns zu Robur. Der Hund braucht Ruhe.

    Am Fahrzeug ist er unruhig. Er ist schreckhaft und bellt Leute an, die er schon kennt. Das braucht wohl Zeit.

    Am Samstag Morgen gibt es erneut einen Tropf. Wir bleiben diesmal selbstverständlich dabei! Alles verläuft okay. Nächster Termin in 10 Tagen. Blut Kontrolle und schauen ob die Parasiten aus dem Blutbild verschwunden sind.

    Am Sonntag verlassen wir unseren Stellplatz in Jerevan gen Natur. Wollen wir mal hoffen, dass er das Erlebte gut verpackt und schnell gesund wird!

    Erster Eindruck: Gestern waren wir 7Km spazieren. Der Hund hatte viel Energie & wirkte fröhlich. Wir sind also guter Hoffnung & positiv gestimmt😊.
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