Klappradabenteuer zur Hälfte der Welt
November 7, 2025 in Iran ⋅ ☀️ 20 °C
Isfahan ist das Tagesziel. 210 Kilometer ist die sagenumwobene Stadt an der Seidenstraße von Kashan entfernt.
Isfahan ist eine der Perlen auf der alten Seidenstraße und bekannt für seine persisch-muslimische Architektur, prächtige Boulevards, überdachte Brücken, Paläste, Kachelmoscheen und Minarette . Die Stadt beherbergt zudem zahlreiche historische Gebäude, Denkmäler, Gemälde und Artefakte. Der Ruhm Isfahans führte zu dem persischen Sprichwort „Esfahān nesf-e-jahān ast“ („Isfahan ist die halbe Welt").
So radel ich 11km aus Kashan heraus und befinde mich wenig später kurz vor dem Highway. Ich positioniere mich auf dem Seitenstreifen und schon kurz darauf geht es los. Der LKW-Fahrer sehr freundlich und der Scania schwer beladen. Ein weiterer LKW auf dem Trailer. Wir holpern mit maximal 60km/h über der Highway. Wir sind die Langsamsten. Der Fahrer freut sich über meine Anwesenheit und bietet Datteln & Äpfel an.
Nach knapp 100km trennen sich die Wege. Er lässt mich strategisch gut an einem Rastplatz heraus. Es halten ein paar Autos, aber keiner fährt in meine Richtung. Ein Herr versucht mir sogar die Kennzeichen zu erklären. Tja, sehr aufmerksam😅. Nach 30 Minuten entscheide ich mich für Kaltakquise und radel über den Rastplatz. Ein Mann picknickt mit zwei Frauen. Dies vornehm am selbst mitgebrachten Tisch, mit Kuchen und Tee. Kein Platz heißt es. Dann spreche ich einen LKW-Fahrer an. Kein Problem sagt er. Just in diesem Moment kommt eine Frau dazu. Du bist aus Deutschland, oder? Sie fragt auf deutsch mit Akzent. Sie schnappt mich dem LKW-Fahrer weg. Ein Straßenkehrer steht die ganze Zeit daneben. Er hat aufgehört zu arbeiten und sich eine Zigarette angezündet. Seine Augen immer auf uns gerichtet, scheint er gespannt zu sein, was als nächstes passiert😀.
Wir packen zusammen. Das Klapprad passt in den kleinsten Kofferraum. Vielleicht werde ich mal Verkäufer für Klappräder im Internationalen Vertrieb. Jeder Mensch sollte mindestens ein Klapprad besitzen🤠. Aber das nur am Rande😉. Wir befinden uns mittlerweile auf dem Highway. Marsi fährt einen iranischen Neuwagen. Sie hat lange in Deutschland gelebt. Hat dort Kinder und Enkelkinder. Die Geschichte geht sehr unter die Haut😓.
Marsi und Stadtverkehr sind so wie Wein & Bier. Also übernehme ich am Stadtrand von Isfahan einmal mehr das Steuer.
Nach einer Einladung zu einem brillanten Kebab ist ihr Zuhause erreicht. Wir werden uns wiedersehen!
Ich radel 2,5km zum Naqsch-e-Dschahan-Platz. Dort parkt Eduard aus Wuppertal. Das Zentrum ist erreicht und der riesige Platz fasziniert auch bei meinem dritten Besuch der Stadt. Nacht 1 verbringe ich im Mercedes 508 von Eduard. Ich brauch allerdings ein Kleines eigenes Reich und werde im Sabat Hotel fündig. Für knapp 12€ wirklich ein hohes Niveau inkl. Frühstück👌.
Die Woche vergeht mit Aktivitäten mit Eduard, Michelle & Laurant, Sajad, der Familie von Alireza. Schwimmen gehe ich ebenfalls 2 Mal. Ebenfalls wieder klasse, wenn auch ohne Gesang wie in Tabriz.
Nach einigen Tagen beginn ich mich heimisch zu fühlen. Das Hotel Sabata ist zudem wirklich schön und mit den Damen der Rezeption gibt es einen angenehmen Austausch. Das kleine Kellerrestaurant, neben dem Hotel, serviert zudem leckere iranische Gerichte zu 1,10€ inklusive Dough. Hervorragend.
Nach einer Woche heißt es Tschüss du schönes Isfahan ❤️.Read more




































TravelerWie schaut es denn mit Wasser aus? Wir hören, dass der Iran unter extremem Wassermangel leidet und das Wasser rationiert wird. An eine Zwangsaussiedelung aus Teheran ist schon gedacht, wenn es weiterhin bis zum Ende des Jahres nicht mehr regnet.