Yazd- die Perle an der Seidenstraße 🇮🇷
16 November 2025, Iran ⋅ ⛅ 17 °C
Yazd ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz. Die Stadt ist eine Oase am Rande der Wüsten Dascht-e Kavir und Dascht-e Lut. Umgeben ist Yazd von Bergen des Zagrosgebriges, die über 4.000 Meter hoch sind.
Aufgrund seiner Lage am Rande der Wüste und des geringen Niederschlags von nur 60mm pro Jahr ist Yazd die Architektur betreffend eine einzigartige Stadt. Die Kennzeichen dieser bemerkenswerten Architektur sind die aus Lehm erbauten Häuser, die Windfänger und die Qanats. Qanat ist ein Kanalsystem mit Brunnen zur Frischwasserversorgung der Stadt. Die Windfänger sind Türme, die der Kühlung der Häuser dienen.
So befinde ich mich nun im Zentraliran. Letztes Jahr war ich bereits hier. Dies war auch die Stadt von wo aus Bianca & Mr. Linguini die Heimreise antraten. Ich mag die Stadt und so möchte ich wieder Zeit hier verbringen.
Nach einer ersten Nacht in einem heruntergekommenen Zimmer, ziehe ich erst mal um. Ich steuer ein Boutique Hotel an und habe Glück. Normalerweise liegt der Preis bei um die 16 bis 25€. Ich bekomme das Zimmer für 10€ inklusive Frühstück. So lassen ich mich häuslich nieder und buche direkt 5 Nächte.
An der Rezeption eine junge Frau. Sie ist kommunikativ möchte mich abends ins Sprachcafe mitnehmen. Gute Idee- ich bin dabei. Das Café heißt Tourism Café und liegt 10km vom Zentrum entfernt. Touristen wurden hier sicher noch nicht oft gesehen. Das Publikum ist super. Alles Menschen die gerne Sprachen lernen möchten und sich über Besuch freuen. So wird es zu einem tollen Abend, an dem viel Englisch und Deutsch gesprochen wird. Moritz gibt zudem eine tolle Unterrichtsstunde mit der Überschrift Tauchen.
Ich lasse mich die folgenden Tage so durch die Stadt treiben. Zur Mittagszeit schließen fast alle Geschäfte und öffnen erst um 17 Uhr wieder. Insgesamt ist nicht so richtig viel los. Die wirtschaftliche Krise hat die Menschen schwer getroffen. Mir fehlen zudem die Abenteuer. Mit dem Fahrrad und auch per Autostop ist man wenig flexibel. Man landet immer wieder in der nächsten großen Stadt. Couchsurfing wäre perspektivisch vielleicht eine Lösung. Aber dann hat man überhaupt keinen eigenen Bereich mehr.
Ich besuche einmal mehr ein Schwimmbad mit Sauna. Alle sehr freundlich und seine persönliche Schwimmbrille leiht der Bademeister mir ebenfalls ohne zu zögern. Das Becken ist in Schwimmer & Nichtschwimmer getrennt. Etwas witzig daran ist, dass rund 20 bis 30 Herren im kleinen Nichtschwimmer Bereich stehen und laufen. Das ist der Bereich der in Deutschland von den Kindern besiedelt ist und wo der Lärm herkommt. Den viel größeren Schwimmerbereich habe ich fast für mich allein. Wenn ich beim Schwimmen so herrüber schaue muss ich schon etwas schmunzeln😀.
Am vorletzten Tag laden mich Alireza und seine Frau zu einem Ausflug ein. Die zwei Iraner lernte ich im Sprachcafe kennen. Sie haben eine Reiseagentur. Kunden verirren sich allerdings aktuell nur selten in den Iran. Sie sprechen gut Englisch und auch ihr Deutsch ist schon sehr ordentlich. Wie so viele Iraner wollen sie nach Deutschland. Für uns geht es aber erstmal gemeinsam nach Taft. Taft ist ein größeres Dorf am Zagrosgebirge. Hier dreht sich alles um den Granatapfel. Wir schlendern durch die Gärten und werden prompt zum Tee eingeladen. Dies sei normal und würde auch geschehen wenn kein Tourist dabei sei. Sie Fragen mich ob dies in Deutschland auch so sei. Ich sage:" Mit etwas Glück ja". Ich frage mich, wo ich dies so schreibe, wieviel Glück man wohl bräuchte?!
Der Ausflug ist jedenfalls wunderschön und das Paar sehr sehr nett. Granatäpfel gibt es ebenfalls noch von den Bauern als Geschenk. Es tut gut mal wieder ländlichen Boden unter den Wanderstiefeln zu spüren. Als es in Richtung Stadt geht, wird noch frischer Granatapfelsaft gekauft. Lecker.
Ein Zugticket habe ich mir bereits vor Tagen gekauft und freue mich nun nach gut 6 Tagen Yazd die Rückreise, in Richtung Armenien, anzutreten. Gut 1700km sind allerdings noch eine ziemliche Hausnummer.Baca lagi

































PengembaraEine wunderschöne Stadt und super Umgebung, und wieder viele nette Menschen.❣️